RheinStars mit Herz, Potenzial und Lernwillen

Noch einmal alles sammeln, noch einmal konzentriert ans Werk – und dann drei Tage Zeit, um dem Körper Ruhe zu gönnen und zumindest die kleineren Verletzungen auszukurieren, bevor es am Donnerstag, 9. November (19.30 Uhr) gegen die Gladiators Trier in der LANXESS arena weitergeht. Allein die Nürnberg Falcons stehen dem Kader der RheinStars Köln nach zwölf Wochen gemeinsamen Trainings noch im Wege. Schwer genug. Am kommenden Dienstag, 19.30 Uhr, ist es dann soweit, wenn sich beide Teams am siebten Spieltag der 2. Basketball-Bundesliga ProA gegenüberstehen.

Natürlich hätten sich die Kölner gewünscht, nach zwei Siegen in Folge auch die Heimpartie am vorgestrigen Freitag gegen die Crailsheim Merlins erfolgreich zu beenden. Aber am Ende reichte es vor den 1.412 Zuschauern in der LANXESS arena nur zu einem letztlich nicht erfolgreichen Thriller. 76:81 hieß es nach der Verlängerung, aber trotzdem hatten sowohl die Fans als auch die Verantwortlichen viel Gutes gesehen.

„Wir haben das Gewinnerherz und den Willen. Aber wir sind auch eine junge Mannschaft. Ich glaube, man sieht das Potenzial“, sagte Manager Stephan Baeck. „Es ist sicher der Jugendlichkeit geschuldet, dass wir noch nicht so souverän sind wie heute Crailsheim, die von ihrer Erfahrung leben. Noch fehlt uns die Kaltschnäuzigkeit, so ein Spiel dann auch zumachen zu können. Aber das wird die Mannschaft im Laufe der Saison lernen. Da bin ich mir sehr sicher.“ Schon in Nürnberg ist die nächste Gelegenheit dazu.

Während bei den RheinStars Jesse Morgan (Sprunggelenk) weiter fehlen wird und Kavin Gilder-Tilbury der ausgekugelte Ringfinger zwackt, haben sich bei den Nürnbergern neue Perspektiven aufgetan. Der erste 18 Jahre alte Nils Haßfurter traf als Pointguard beim 72:85 bei den Hamburg Towers sechs Dreier und avancierte überraschend zum Topscorer der Franken. Zudem müssen die Kölner ein Auge auf den hinlänglich bekannten Dan Oppland haben, der wie schon in der vergangenen Saison verlässlich punktet und rebounded für sein Team.

Die Bilanz der Nürnberger steht aktuell bei einem Sieg und fünf Niederlagen. Allerdings ist Vorsicht geboten bei der Beurteilung, die Falcons hatten in dieser Saison erst zwei Heimspiele. Dort gab es einen Sieg gegen Baunach und eine Niederlage gegen Kirchheim. Die Bilanz der RheinStars im Frankenland ist ähnlich gemischt: Im Vorjahr gab es einen klaren Sieg und die endgültige Playoff-Teilnahme, davor setzte es eine Niederlage.

Von der Partie gibt es einen Liveticker hier

Kalvin Gilder-Tilbury I Foto: Gero Müller-Laschet

Packendes Finish und Herz der RheinStars diesmal nicht belohnt

In einem packenden und mitreißenden Duell unterlagen die RheinStars Köln dem ehemaligen Bundesligisten Crailsheim Merlins erst nach Verlängerung am sechsten Spieltag der 2. Basketball-Bundesliga ProA. Am Ende einer umkämpften Partie auf Augenhöhe stand es am Freitagabend in der LANXESS arena vor 1.412 Zuschauern 76:81 (23:27, 21:16, 8:20, 18:7, 6:11) aus Sicht der Gastgeber. „Das hätten wir gerne andersherum gehabt. Aber wir werden damit umgehen, weiter hart an uns arbeiten und unser Spiel entwickeln“, sagte Cheftrainer Dennis Wucherer mit Blick auf die noch lange Saison.

Dabei konnten die Zuschauer vor allem eine Qualität der RheinStars wieder verfolgen: das „niemals aufgeben“. „Kompliment an die Mannschaft. Sie hat auch gegen Crailsheim wieder ihr Herz auf dem Feld gelassen“, sagte Manager Stephan Baeck. Bis zum Schluss wehrten sich die Kölner, die in Besnik Bekteshi und dem umsichtigen Keith Ramsey ihre effektivsten Akteure hatten, verbissen gegen die Niederlage. Zweimal kamen sie gegen die Crailsheimer nach klaren Rückständen zurück (15:23/8. und 54:65/33.), verdauten ein 8:20 im dritten Viertel gegen sich. Holten sich vier Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit durch einen Dreier von Max DiLeo die Verlängerung (70:70.).

Gleichwohl schafften es die Mannen von Cheftrainer Wucherer auch nicht, sich bei ihren eigenen Führungen auf Dauer das Momentum zu sichern. Die Gäste kassierten ihrerseits den zwischenzeitlichen Vorsprung der Kölner von 41:35 (17.) wieder ein. Und ließen sich auch vom 73:72 der RheinStars durch den wieder guten Kavin Gilder-Tilbury (trotz eines im letzten Viertels ausgekugelten rechten Ringfingers) zum Start in die Verlängerung entscheidend verunsichern. Coach Wucherer: „Damit wird Kavin sicherlich die kommenden Wochen noch Probleme haben, aber wohl eher nicht ausfallen.“

Und sicherlich hatte es auch damit zu tun, weil bei den Gästen die „Üblichen Verdächtigen“ auch in der LANXESS arena verlässlich punkteten in den entscheidenden Phasen wie Frank Turner (20), Chase Griffin (15) und Sherman Gay (19), während bei den RheinStars einige leichte Körbe eben nicht fielen und zum Beispiel Matt Vest nach bislang verlässlich hohen Punktelieferungen diesmal keinen seiner Versuche aus dem Feld traf.

Am Ende mussten die RheinStars den erfolgreicheren Ausgang für den aktuellen Tabellenzweiten anerkennen. Aber die Zeit der Kölner wird kommen, und nicht allein, weil mit Jesse Morgan ein wichtiger Pfeiler im Spiel der RheinStars aktuell noch verletzt fehlt. Baeck: „So ist das im Sport. Am Dienstag gibt es die nächste Chance in Nürnberg, die wollen wir nutzen.“

Spielfilm: 7:13 (5.), 23:27 (10.), 32:34 (15.), 44:43 (20.), 48:52 (25.), 52:63 (30.), 58:65 (35.), 70:70 (40.), 76:81 (45.)

Besondere Stats: Besnik Bekteshi (80% Dreier 4/5), Kavin Gilder-Tilbury (60% 3er 3/5). Keith Ramsey (8 Rebounds). Rebounds 39:40, Assists 18:18, Steals 8:9, Turnover 17:13

RheinStars: Max DiLeo (15/2 Dreier), Besnik Bekteshi (16/4), Matt Vest (2), Kavin Gilder-Tilbury (18/3), Keith Ramsey (9/1), Leon Baeck (4), Lukas Wank (5), Dennis Heinzmann (2), Alex Foster (5), Bene van Laack. Ohne Spielzeit: Jonas Gottschalk, Filip Kukic.

Alle Stats hier 

Max DiLeo Fot0: Gero Müller-Laschet

RheinStars mit jungen Beinen vor großer Herausforderung

Der nächste Gegner, die nächste Vorfreude. Mit den Crailsheim Merlins gibt eine der Topmannschaften der 2. Basketball-Bundesliga ProA ihre Visitenkarte in der LANXESS arena ab. Bereits am Freitag (19.30 Uhr) erwarten die RheinStars Köln den aktuellen Tabellenzweiten. Cheftrainer Denis Wucherer freut sich auf die Auseinandersetzung mit dem ehemaligen Bundesligisten. „Die Merlins besitzen eine eingespielte Mannschaft und viel Erfahrung. Das wird eine schöne Herausforderung für uns alle. Team und Fans.“

Über vier Jahre älter sind die Crailsheimer im Schnitt als die RheinStars. „Die können alle Basketball spielen“, beschreibt Wucherer die Stützen des Merlins-Spiels. Die Center Patrick Flomo und Sherman Gay sind 37 und 35, Chase Griffin 34, Kapitän Konrad Wysocki 35, Michael Cuffee 34. Auch Aufbau Frank Turner wäre mit 29 noch der zweitälteste Spieler im Kölner Kader. Allein der talentierte Neuzugang Sebastian Herrera fällt mit 19 Jahren ein wenig aus dem Rahmen. „Und sie haben mit Tuomas Iisalo einen guten Trainer. Da werden wir mit unseren jugendlichen Beinen ordentlich gegenhalten müssen“, sagt Wucherer über den Gegner.

Auf Seiten der RheinStars entwickeln sich die Dinge jedoch auch in die richtige Richtung. Die Reihen der Ausfälle haben sich gelichtet, am Mittwoch mischten bis auf Jesse Morgan (Sprunggelenk) alle Akteure munter im Training mit. Gute Voraussetzungen für das Spiel am Freitag und auch gleich für die nächste Begegnung am Dienstag in Nürnberg bei den Falcons.

„Ich sehe bei uns noch eine Menge Potenzial, aber wir entwickeln uns“, sagt Wucherer und hat seiner Mannschaft eine besondere Belohnung für Mitte kommender Woche in Aussicht gestellt. Drei freie Tage. „Auch wenn es bei allen irgendwo mal gerade zwickt und zwackt. Wir hängen uns jetzt nach knapp zwölf Wochen gemeinsamen Arbeitens nochmal richtig rein – und dann gibt es eine kleine Pause zum Durchatmen bevor wir uns auf Trier vorbereiten.“ Der Rivale aus der Römerstadt kommt am Donnerstag, 9. November nach Köln.

Foto: Gero Müller-Laschet

Mutige RheinStars am Ende unwiderstehlich

Mit einem energischen Schlussspurt haben sich die RheinStars Köln den dritten Saisonerfolg in der 2. Basketball-Bundesliga ProA gesichert und weiteren Schwung für die nächste Heimaufgabe am kommenden Freitag in der LANXESS arena gegen die Crailsheim Merlins holen können. Am Ende langte es am fünften Spieltag bei der starken Bamberger Talentfiliale der Baunach Young Pikes am Samstagabend zu einem 78:67-Sieg (18:20, 15:24, 22:17, 23:6) in der mit 800 Zuschauern gut besuchten Graf-Staufenberg-Halle. Nach zwei Siegen in Serie stehen die RheinStars nun mit 3:2-Erfolgen im aktuellen Ligatableau.

Dabei tat sich der Favorit aus dem Rheinland lange Zeit schwer gegen die hochtalentierten Hausherren, bei denen der erst 19 Jahre alten Pointguard William McDowell-White (Grippe) erstmals seit seinem Auftritt beim 65:67 gegen Ligafavorit Rasta Vechta mitwirken konnte. Aber wie schon gegen den Karlsruher Richie Williams gelang auch gegen die Young Pikes dann irgendwann das Eindämmen der Schaltzentrale durch die Defensiv-Arbeit der Kölner Guards. Der junge Australier spielte fast durch – aber im entscheidenden Moment hatten die RheinStars dann mehr Körner, mehr Willen, die längere Bank und damit auch den erfolgreicheren Plan.

„Gratulation an die gesamte Mannschaft. Sie hat sich mit viel Herz und der richtigen Intensität nach der Pause bei einem starken Gegner verdient durchsetzen können“, sagte Manager Stephan Baeck nach der intensiven Auseinandersetzung. Köln hatte über das gesamte Spiel die Ruhe bewahrt, sich auch von den zwischenzeitlichen Rückständen zur Halbzeit (33:44) und nach 25 Minuten (42:54) nicht vom Weg abbringen lassen. „Die erste Halbzeit war sicherlich ein Abbild der letzten beiden Trainingswochen mit vielen Verletzten. Wir waren gegen eine intelligenten Gegner immer einen Schritt zu spät, hatten keinen Zugriff. Aber nach der Pause haben wir unser Herz gefunden. Und am Ende den Sieg auch gut nach Hause gespielt“, bilanzierte Cheftrainer Denis Wucherer. „So ein Erfolg ist wichtig für die Mannschaft, zeigt uns aber auch, das wir weiterhin viel Arbeit vor uns haben.“

Noch bis zum 52:61 (30.) konnten die Bamberger die RheinStars gehörig ärgern. Aber dann begannen die Minuten von Besnik Bekteshi, der nach seinen Fußproblemen aus der Vorwoche wieder mitwirken konnte. Genauso übrigens wie die angeschlagenen Kavin Gilder-Tilbury und Dennis Heinzmann. In der spielentscheidenden Phase waren die RheinStars hellwach und unwiderstehlich. Bekteshi läutete die Aufholjagd mit einem Dreier zum 55:61 vier Sekunden vor Ende des dritten Durchgangs ein. Aus einem 9:0-Lauf wurde ein 26:2-Spektakel. Allein Bekteshi, der bislang in dieser Saison erst acht Punkte insgesamt erzielt hatte, war mit 11 Punkten beteiligt.

Manager Baeck weiter: „Das war ein echter Teamerfolg, an dem alle ihren Anteil hatten. Wir haben uns mit viel Engagement den Sieg erkämpft und das sollte uns auch für das Heimspiel gegen die Crailsheim Merlins am kommenden Freitag den nötigen Mut geben.“

Spielfilm: 18:20 (10.), 33:44 (20.), 42:55 (25.), 55:61 (30.), 68:63 (35.), 78:67 (40.)

Stats nach zwischenzeitlichem Ausfall in Bamberg ohne Gewähr!

Besondere Stats: Matt Vest (88% Treffer aus dem Feld, 7/8, davon alle drei 3er), Kavin Gilder-Tilbury (73 % aus dem Feld, 8/11), Freiwürfe 12/14 (86%), Rebounds 23:22 für Köln, Assists 18:18, Turnover 8:18, Steals 6:6.

RheinStars. Max Die Leo (2), Leon Baeck (5), Matt Vest (18/3 Dreier), Kalvin Gilder-Tilbury (17/1), Keith Ramsey (11), Besnik Bekteshi (11/3), Dennis Heinzmann (7), Alex Foster (3), Bene van Laack, Lukas Wank (4). Ohne Spielzeit: Jonas Gottschalk

Die kompletten Stats gibt es hier

Besnik Bekteshi I Foto: Gero Müller-Laschet

Köln will den Schwung vom Karlsruhe-Sieg nach Baunach mitnehmen

Vor einer kniffligen Herausforderung stehen die RheinStars am kommenden Wochenende in der 2. Basketball-Bundesliga ProA. Am Samstag (19 Uhr) gastieren die Kölner am fünften Spieltag bei den Baunach Young Pikes, dem Ausbildungsteam des Euroleague-Teams und amtierenden Deutschen Meisters und Pokalsiegers Brose Bamberg. Knifflig, weil der aktuell letzte Tabellenplatz der Baunacher nicht annähernd das Talent des Gegners widerspiegelt. Köln will aber unbedingt den Schwung aus dem 75:57-Sieg über Karlsruhe für die nächste Heimpartie gegen Ex-Bundesligist Crailsheim am Freitag in acht Tagen mitnehmen. Also muss in der Bamberger Graf-Stauffenberg-Halle ein Sieg her.

„Baunach ist sicherlich eine Mannschaft mit einem der höchsten Basketball-IQs in unserer Liga. Ich freue mich auf den Vergleich“, sagt Cheftrainer Denis Wucherer. „Sie haben sehr viel Talent im Kader. Man sieht, dass in der Arbeit der Trainer das Gewinnen gegenüber der Entwicklung der Spieler zurücksteht. Aber sie werden kommen und am Ende der Saison sicherlich nicht dort stehen wo sie sich jetzt befinden. Nicht nur Vechta haben sie das Siegen echt schwer gemacht“ Vor allem der 19 Jahre alte Australier William McDowell-White hat es ihm angetan. „Ein ganz starker Spieler, der ihnen in den letzten beiden Spielen gefehlt hat. Wenn er dabei ist, wird es ungleich schwerer für uns.“

Andererseits spricht das Gesetz der Serie für einen Kölner Erfolg. In allen vier bisherigen Auseinandersetzungen gingen die RheinStars als Sieger vom Feld. Teilweise gab es Erfolge nach ganz hochklassigen Vergleichen wie im Januar in der LANXESS arena, als die Kölner in Arnoldas Kulboka und Leon Kratzer ihre größten Herausforderungen hatten. Beide sind inzwischen in Topligen untergekommen. Kratzer bei s.Oliver Würzburg in der easycredit-Bundesliga, Kulboka in Italien beim sizilianischen Klub Capo D´Orlando. Damit dienen die zwei sicherlich als Vorbilder für die neuen Young Pikes, dem mit 19,8 Jahren im Schnitt neben dem Ulmer Ausbildungsteam „Orange Academy“ jüngsten Team der ProA.

Köln wiederum hat sich inzwischen zu einem gelasseneren Umgang mit den Verletzungen seiner Spieler durchgerungen. In dieser Woche fehlten neben Jesse Morgan (Sprunggelenk) und Andi Wenzl (Knie) auch Dennis Heinzmann (Knie) und Kalvin Gilder-Tilbury (Sprunggelenk). „Wir werden sehen, wer Freitagabend beim Abschlusstraining dabei ist“, sagt Coach Wucherer mit einem leichten Augenzwinkern. Schließlich hat Gilder-Tilbury schon in der Vorwoche aussetzen müssen, aber am Sonntag beim Erfolg über Karlsruhe einen überzeugenden Auftritt hingelegt. „Schauen wir mal, wie lange das ohne Training so bleibt.“

Achtung! Das Spiel ist nur über den Liveticker der 2. Basketball-Bundesliga ProA im Netz zu verfolgen. Zum Ticker geht es hier

Kavin Gilder-Tilbury Foto: Gero Müller-Laschet

RheinStars spektakulär gegen Karlsruhe

Erster Heimsieg, die eigenen Zweifel der vergangenen Woche mit einem Schlag weggeräumt und in vielen Momenten eines der unterhaltsamsten Basketballspiele einer Kölner Mannschaft in den zurückliegenden Spielzeiten. Ebenfalls schön am späten Sonntagnachmittag: Die RheinStars Köln springen nach dem 75:57-Erfolg (27:12, 17:15, 14:16, 17:14) vor 1.260 Zuschauern in der LANXESS arena über Aufsteiger PS Karlsruhe Lions mitten hinein ins Getümmel der 2. Basketball-Bundesliga ProA. Auf Tuchfühlung zur Spitze. Also genau dorthin, wo es interessant wird.

Nach dem vierten Spieltag liegen die RheinStars als Siebter nur einen Sieg hinter dem Tabellenzweiten Kirchheim. „Die Liga ist wirklich unglaublich in diesem Jahr. Jeder kann jeden schlagen. Da musst du jedes Spiel hellwach sein“, sagte Matt Vest nach dem harterkämpften Sieg über die Lions aus Baden. Und die RheinStars hatten gut daran getan, ihre starken Gäste von Anfang an ernst zu nehmen.

Vest war dabei einer der Stützen des Erfolgs, nicht allein wegen seiner acht Assists oder der Punkte, sondern vielmehr als Teil einer funktionierenden Defense, die es vor allem darauf angelegt hatte, den letztjährigen Kölner Point Guard Richie Williams seiner Stärken zu berauben. „Er hat bislang eine starke Saison gespielt mit vielen Assists und wir wollten ihn wieder zum Scorer machen. Das haben Max DiLeo, Matt Vest und zu Beginn auch Leon Baeck sehr gut gemacht“, beschrieb Cheftrainer Denis Wucherer die Idee, den Motor des Karlsruher Spiels lahmzulegen und seine Verbindung zu den Mitspielern weitestgehend zu kappen. Williams kam erst am Ende des Spiels zu seinem ersten und einzigen Assist. Mission erfüllt.

Dabei hatten die Kölner nach Jesse Morgan (Sprunggelenk) auch noch auf Besnik Bekteshi verzichten müssen, der seit Samstag nicht mehr richtig auftreten konnte. Zudem plagte sich der starke Neuzugang Lukas Wank mit einer leichten Grippe rum und Kavin Gilder-Tilbury war erst am Samstag ins Teamtraining zurückgekehrt. „Dafür, dass wir in den vergangenen Tagen nicht besonders viele Spieler beim Training hatten, war das sehr gut. Wir waren eklig in der Defense, das war der Grundstein zum verdienten Sieg. Auch wenn man es zum Schluss sicher auch souveräner runterspielen kann“, schloss Denis Wucherer.

Kölns Plan ging jedenfalls voll auf. Im ersten Viertel wurden die Gäste (27:12) überrannt. Und bei allen Bemühungen der nimmermüden Lions in der Folgezeit, die RheinStars hielten den Abstand auf zehn und mehr Punkten. Dabei glänzten die Hausherren phasenweise mit spektakulären Varianten, schnellen, harten Pässen, Fastbreaks und vielen über zahlreiche Stationen herausgespielte Punkten. Es blieb sogar noch Zeit, Center-Nachwuchs Jonas Gottschalk bei den ersten ProA-Spielminuten seiner Karriere zu erleben. Ein runder Abschluss.

Spielfilm: 18:7 (5.), 27:12 (10.), 34:23 (15.), 44:27 (20.), 50:36 (25.), 58:43 (30.),  71:49  (35.),   75:57 (40.)

Besondere Stats: Matt Vest (8 Assists/+20), Max DiLeo (6 Assists/+20), Alex Foster (3 von 4 Dreiern), Rebounds 42 Köln: 41 Lions, Assists 23:8, Steals 12:13, Turnover 22:18, Shots Blocked 6:5.

RheinStars: Kavin Gilder-Tilbury (13/1 Dreier), Max DiLeo (13/2), Leon Baeck (4), Keith Ramsey (7), Matt Vest (12/1), Dennis Heinzmann (1), Alex Foster (11), Lukas Wank (14/2), Bene van Laack, Jonas Gottschalk. Ohne Spielminuten: Besnik Bekteshi, Thomas Müller-Laschet.

Alle Stats gibt es hier

Foto: Gero Müller-Laschet

Neuzugang aus der Bundesliga – Simon Gauß

Die RheinStars Köln arbeiten auch im Backoffice gezielt an der Erstligareife. Mit Simon Gauß als jüngstem Neuzugang besetzt der Zweitligist ab sofort die neugeschaffene Position des Leiters Marketing und Vertrieb. „Niemand kann sich im Sport Gewissheit kaufen. Aber sollten wir in naher Zukunft in die Bundesliga aufsteigen, dann wollen wir bereit sein. Sportlich, wirtschaftlich und in der Organisation. Deshalb arbeiten wir auch hinter den Kulissen intensiv an unserer Professionalisierung“, sagt Manager Stephan Baeck vor dem zweiten Saison-Heimspiel in der 2. Basketball-Bundesliga ProA gegen Aufsteiger Karlsruhe Lions am Sonntag (17 Uhr/LANXESS arena) über die Auswahl für die strategisch wichtige Stelle.

Der 25 Jahre alte Sportmanager kommt vom easyCredit-Bundesligisten MHP Riesen Ludwigsburg und war dort in den vergangenen drei Jahren im Bereich Marketing & Vertrieb tätig. „Ich freue mich auf die unglaublich spannende Aufgabe bei den RheinStars. Gemeinsam mit den Fans und Zuschauern möchten wir den Bekanntheitsgrad der RheinStars in Köln und Umgebung weiter ausbauen, um auch auf diese Weise das Partnernetzwerk zu erweitern und bestehenden Partnern einen größeren Mehrwert zu bieten“, sagt Gauß, der nicht nur den Basketball sondern auch den Standort Köln bereits aus seiner Studienzeit am RheinAhrCampus in Remagen bestens kennt.

Foto: RheinStars Köln

 

Gemeinsam den Weg zum Erfolg über starke Lions finden

„Wir wollen unsere Zuschauer über den Einsatz für uns gewinnen und dann natürlich mit allen zusammen den ersten Heimsieg holen“, sagt Denis Wucherer, dann strafft der Cheftrainer der RheinStars den Rücken, atmet einmal durch – und rückt dann seine Erwartungen für den Sonntag zurecht. „Wir sind nicht der Favorit“, sagt der 44 Jahre alte Coach vor dem Heimauftritt in der LANXESS arena gegen den bärenstarken Aufsteiger PS Karlsruhe Lions (17 Uhr). Was vor dem vierten Spieltag der 2. Basketball-Bundesliga ProA etwas verwundern mag, erklärt sich mit Blick auf die Situation des letztjährigen Playoff-Teilnehmers. Es fehlen aktuell wichtige Puzzleteile im Kader durch Verletzungen, die Ergebnisse stimmen noch nicht mit einem Sieg bei zwei Niederlagen und der Gegner hat zuletzt zwei beeindruckende Auftritte hingelegt. Die Lions sind also in körperlicher und mentaler Topform.

Aber zuerst der Blick zu den gebeutelten RheinStars: Jesse Morgan ist mit einer Sprunggelenksverletzung vier bis sechs Wochen raus, Kalvin Gilder-Tilbury muss wegen einer ähnlichen Verletzung aktuell aussetzen. Bei den Langen sind die Center Dennis Heinzmann nach der fast komplett verpassten Vorbereitung noch nicht voll angekommen bzw. noch auf dem Rückweg in den Kader, wie der am Knie operierte Andi Wenzl. „Das wird schon alles kommen. Am Anfang der Saison ist es immer ein bisschen ruckelig. Eigentlich sind die Ergebnisse aller überraschend. Ehingen schlägt Hamburg, Baunach fast Vechta. Man weiß noch nicht so genau wie sich die Liga einordnet“, sagt Wucherer, verspricht aber auch: „Anders als bei unserem Auftritt gegen Hagen werden wir bissiger, giftiger und kompakter in der Defense sein.“

Der Gegner aus Baden hingegen schöpft aktuell aus dem Vollen. Trainer Michael Mai, der in den vergangenen Jahren schon bei den Kirchheim Knights herausragende Arbeit verrichtet hat, ist an neuer Wirkungsstätte scheinbar ebenfalls angekommen. Einer klaren Auftaktniederlage in Heidelberg (76:92) folgten zwei spektakuläre Erfolge. Erst kam ein 100:81 bei Bundesligaabsteiger Phoenix Hagen, dann ein 91:61 bei Mitaufsteiger Ulm, der Orange Academy. Lenker des Teams von Mai ist wie schon vor Jahren in Kirchheim der letztjährige RheinStars-Aufbau Richie Williams als Kapitän. „Er passt dort sehr gut in das System“, sagt Wucherer. Bei den Lions punkten aktuell sechs Mann im Schnitt zweitstellig, am erfolgreichsten Guard Jarelle Alexander Reischel (15,3).

Kölns Kapitän Max DiLeo nimmt die Gesamtlage sportlich. Frei nach dem Motto, je größer die Herausforderung desto größer der Spaß. „Wenn wir als Mannschaft geschlossen spielen, unser Möglichkeiten optimal nutzen, dann haben wir natürlich eine Chance. Dann haben wir das Publikum auf unserer Seite und gewinnen unser erstes Heimspiel.“

Foto: Gero Müller-Laschet

Beste Halbzeit der Saison reicht nicht zum Sieg

Dritter Anlauf seit dem Aufstieg, drittes knappes Spiel, dritte Niederlage für die RheinStars Köln bei den MLP Academics Heidelberg. Am dritten Spieltag der 2. Basketball-Bundesliga ProA unterlag die Mannschaft von Cheftrainer Denis Wucherer am späten Sonntagnachmittag mit 66:69 (15:18, 20:9, 13:21, 18:21) in der Universitätsstadt am Neckar. Köln verpasste damit vorerst den Sprung in die obere Tabellenhälfte, hat nun aber die Chance, am kommenden Sonntag (17 Uhr) gegen den starken Aufsteiger PS Karlsruhe Lions in der LANXESS arena verlorenen Boden gutzumachen.

„Wir haben eine starke erste Halbzeit gespielt, vielleicht sogar die beste der Saison. Die Verteidigung hat gestimmt und vorne haben wir den Ball laufen lassen. Dummerweise hatten wir mit der kleinen Aufstellung der Heidelberger dann nach der Pause unsere Probleme. Wir können das Spiel am Ende auch gewinnen. Leider haben uns ein paar kleine Fehler defensiv wie offensiv den Sieg gekostet. Und wenn du nur fünf Mal an der Freiwurflinie stehst in dem Spiel, dann zeugt das auch davon, dass wir bei der Aggressivität noch zulegen können. Trotzdem können wir auf dem Spiel aufbauen, besonders auf der ersten Halbzeit“, bilanzierte Cheftrainer Wucherer, der auch Neuzugang Lukas Wank von Beginn an brachte.

Die knapp 900 Zuschauer in der Halle des Olympiastützpunkts in Heidelberg erlebten ein ausgeglichenes erstes Viertel zwischen den beiden Kontrahenten, wobei die Hausherren mit 15:18 die Nase nach den ersten zehn Minuten vorne hatten. Doch die Defense der RheinStars bekam die Lage in den Griff und von außen fanden gleich sieben von 11 Dreiern ihr Ziel. So übernahmen die Kölner mit einem 8:0-Lauf das Kommando (13.) und zogen bis auf 35:23 (17.) weg. Die beste Kölner Phase. Bis zur Halbzeit allerdings könnten die Academics um vier Zähler verkürzen, so dass bei 35:27 die Seiten gewechselt wurden.

Nach der Pause schafften es die Gäste nicht, ihren Vorsprung zu verteidigen bzw. auszubauen. So kamen die nun kleiner aufgestellten Heidelberger über 42:33 für Köln zum 46:46 (27.) zum Ausgleich und erzwangen einen Führungswechsel auf 46:48 (28.). Von nun an ging es bei wiederum leichten Vorteilen für Heidelberg weiter. Bis auf fünf Zähler konnten die Academics ihre Führung erarbeiten, dann glichen die RheinStars (62:62/38.) wieder aus, holten sich sogar die Führung knapp zwei Minuten vor dem Ende zurück (66:63). Doch in den folgenden umkämpften Sekunden schafften die Kölner es nicht, Punkte nachzulegen. Trotz zweier Auszeiten und daraus resultierenden Chancen. So bleibt Heidelberg weiterhin ein unangenehmes Pflaster für RheinStars.

Besondere Stats: Matt Vest (5 von 8 Dreier/63%), Keith Ramsey (17 Punkte, 2 von 2 Dreiern, 7 Rebounds), Kavin Gilder-Tilbury 10 Rebounds, Köln (11 von 27 Dreiern). Team: Rebounds 29 Köln: 31, Steals 7:9, Turnover 18:12

Spielfilm: 10:8 (5.), 15:18 (10.), 33:21 (15.), 35:27 (20.), 44:36 (25.), 48:48 (30.), 55:58 (35.), 66:69 (40.)

RheinStars: Kavin Gilder-Tilbury (9 Punkte/1 Dreier), Jesse Morgan, Max Di Leo (2), Besnik Bekteshi (5/1), Leon Baeck, Keith Ramsey (17/2), Dennis Heinzmann (2), Matt Vest (17/5), Alex Foster (10/2), Lukas Wank (4). Ohne Spielzeit: Jonas Gottschalk, Bene van Laack

Die kompletten Stats gibt es hier

Treffsicher von der Dreierlinie: Matt Vest I Foto: Gero Müller-Laschet

U20-Nationalspieler Wank jetzt ein RheinStar

Mit Lukas Wank wechselt ein hochtalentierter deutscher Nachwuchsspieler mit sofortiger Wirkung zu den RheinStars Köln. Der U20-Nationalspieler kommt vom easycredit-Bundesligisten s.Oliver Würzburg und ist bereits am heutigen Sonntag für die Auswärtspartie am dritten Spieltag der 2. Basketball-Bundesliga ProA bei den MLP Academics Heidelberg (17 Uhr) spielberechtigt.

Wank war in Würzburg sowohl für die Erstliga- als auch die ProB-Mannschaft im Einsatz. Der gebürtige Ost-Thüringer entschied sich aufgrund der Perspektive für einen Wechsel vom Main an den Rhein, da ihm durch die Verpflichtung von Nationalmannschaftskapitän Robin Benzing der Weg zu mehr Spielzeit im Oberhaus versperrt schien. „Wir haben bereits vor der Saison mit Lukas und Würzburg über einen möglichen Wechsel gesprochen, weil er ein sehr interessanter junger deutscher Spieler ist. Durch die Verpflichtung von Robin Benzing ist das Thema wieder akut geworden und wir haben die Chance ergriffen“, berichtet Manager Stephan Baeck, der ebenso wie Cheftrainer Denis Wucherer einen engen Draht zu Würzburgs Trainer Dirk Bauermann pflegt.

Unter Bauermann hatte sich Wank am Ende der vergangenen Saison auch die ersten Einsätze in der easycredit-Bundesliga geholt. Am Dienstag und Mittwoch trainierte Wank erstmals mit seinem neuen Team, am Freitag wurden die Verträge unterzeichnet. Der Kontrakt des 20 Jahre alten Forward würde sich in Köln bei einem Aufstieg automatisch um ein weiteres Jahr verlängern. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Lukas, er ist ein intelligenter, sehr gutausgebildeter Spieler mit viel Potenzial“, sagt Cheftrainer Wucherer über seinen jüngsten Neuzugang.

Wank zählte im Sommer zum Stamm der U20-Nationalmannschaft, die bei der Europameisterschaft in Kreta den siebten Platz belegte, und trug auch in der U18 bereits das Deutschland-Trikot. Vor seiner Zeit in Würzburg durchlief er bei Science City Jena das komplette Nachwuchsprogramm inklusive JBBL und NBBL und kam im Jenaer Aufstiegsjahr bereits zu 14 ProA-Spielen.

Lukas Wank

Small Forward, U20-Nationalspieler
Geb. 19.01.1997, Größe: 1,98 m, Gewicht: 85 kg

Karriere
‚07.2016 – 10.2017, s.Oliver Würzburg (BBL)
07.2016 – 10.2017, TG s.Oliver Würzburg (ProB)
07.2013 – 6.2016, Science City Jena (ProA)
07.2012 – 7.2013, Science City Jena NBBL
07.2011 – 07.2012, Science City Jena JBBL

Stats 16/17
BBL 5 Spiele,
ProB, 25 Spiele; 26:53min, 3er: 28,2%, FT: 70,8%, PPG 11.9, APG: 2,2, RPG: 5.5

Zum Liveticker der RheinStars in Heidelberg geht es hier