01. Spieltag

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69 VS 83

WochentagSamstag
Datum23.09.2017
Uhrzeit19:00
OrtLANXESS arena Köln

Vorbericht

„KEINER NIMMT DIE PUNKTE AUS UNSERER HEIMHALLE MIT“ 

Denis Wucherer (44) ist seit Sommer Cheftrainer der RheinStars Köln. Zuvor trainierte er die Gießen 46ers, stieg mit ihnen in die erste Liga auf und wurde dort in den vergangenen beiden Jahren jeweils Neunter. Seit Anfang August bereitet er die neu zusammengestellte Mannschaft auf die Saison 2017/2018 in der 2. Basketball-Bundesliga ProA vor, die am Wochenende startet. Die RheinStars erwarten das Bundesliga-Urgestein Phoenix Hagen am Samstag (19 Uhr) in der LANXESS arena.  

Denis Wucherer über …

… die eigenen Ziele, die Liga und ihre Favoriten

Wir wollen möglichst von Anfang an oben mitmischen, in den Playoffs unseren besten Basketball zeigen und um den Aufstieg mitspielen. Rasta Vechta hat zwar eine veränderte Mannschaft, aber als Absteiger aus der ersten Liga sind die immer mit vorne zu sehen. Das haben ja auch die Ergebnisse in den Testspielen gezeigt. Nachdem was wir selbst gesehen haben oder wir anhand der Stats und Kader sehen konnten, sehe ich die Liga aber als recht ausgeglichen an. Ich zähle zum Beispiel Hamburg, Crailsheim, Trier, Chemnitz und auch Heidelberg zum Kreis der starken Teams. Und einige Mannschaften, die auf den ersten Blick gar nicht so auffallen, sind überraschend tief besetzt. Karlsruhe ist zum Beispiel so ein Kandidat.

… das erste Spiel gegen Hagen

Wir haben die Hagener beim Hansi-Witsch-Turnier gesehen. Eine unbequeme, kampfstarke Mannschaft. Das wird eine schwere Aufgabe für uns. Wir hoffen aber auch, dass sich die Situation um ihren kranken Cheftrainer Mathias Grothe, für ihn, seine Familie und auch Phoenix Hagen im Laufe der kommenden Monate zum Guten wendet. Wir wünschen Dietmar Günther für seine Interimszeit als Interimscoach ebenfalls alles Gute. Aber für uns gilt in der LANXESS arena trotzdem: Egal wer da kommt, wir gewinnen das Ding. Und keiner nimmt die Punkte aus unserer Heimhalle mit. Da wollen wir am Wochenende den ersten Schritt machen.

… die Entwicklung seiner Mannschaft

Ich habe das ja schon mehrfach betont, unsere beste Waffe wird kein Geheimnis bleiben: Kampfgeist, Wille, Teamspirit. Wir werden über eine giftige Defense und eine geschlossene Mannschaftsleistung kommen. Mit der Vorbereitung bin ich zufrieden. Unsere Guards haben sich eingespielt, viele haben ihre Rollen schon finden können wie zum Beispiel Jesse Morgan, als Anführer der zweiten Welle. Seine Punkte von der Bank bringen enorme Power für uns.  Mit Max DiLeo haben wir einen echten Verteidigungsminister. Er wird in unserer Defense den Ton angeben und alle anderen mitreißen.

Wir haben aber auch noch jede Menge Arbeit vor uns, gerade in der Reboundarbeit.  Es ist kein Geheimnis, das unsere Großen wie Dennis Heinzmann erst seit kurzem im Training sind. Oder wie Andi Wenzl erst in einigen Wochen wiederkommen werden.  Trotzdem müssen wir dort noch zulegen – und zwar schnell.

… „Wer nimmt den letzten Wurf?“

Ich möchte nicht den einen Leader auf dem Feld. Bei mir wird Verantwortung und Druck lieber auf mehrere Schultern verteilt. Damit bin ich in Gießen gut gefahren.

Foto: Gero Müller-Laschet

Spielericht

KEIN ZUGRIFF AUF HAGEN ZUM SAISONAUFTAKT

Mit einer Niederlage sind die RheinStars Köln in die Saison 2017/2018 der 2. Basketball-Bundesliga ProA gestartet. 69:83 (33:39) unterlag die Mannschaft von Cheftrainer Denis Wucherer vor 1.960 Zuschauern in der LANXESS arena am Samstagabend Phoenix Hagen. Eine Rekordkulisse für Saisonstarts der Gastgeber. „Wir haben die ganze Spielzeit über die fünf Spieler gesucht, die vorne und hinten die Dinge geregelt bekommen. Die haben wir aber heute nicht gefunden“, bilanzierte Wucherer trocken.

40 Minuten lang hatten sich die RheinStars mit dem Bundesliga-Urgestein abgemüht, ohne entscheidenden Zugriff aufs Spiel zu bekommen. Anders als in den sechs Wochen der Vorbereitung zuvor wirkten ihre Kontrahenten wacher, schneller und aggressiver. Sonst eher die Eigenschaften der RheinStars. Ein völlig ungewohntes Bild. Köln war in der Verteidigung gegen die Westfalen nicht auf den Punkt und wenn man denn mal am Drücker schien, war oftmals Übereifer im Weg.

„Hagen hat erwachsener gespielt. Sie haben, angeführt von Jonas Grof und Dominik Spohr, ihre Bundesligaerfahrung ausgespielt“, sagte Wucherer weiter.  Der 44 Jahre Coach wollte auch nicht das Fehlen des an der Hüfte gehandicapten Kapitäns Max DiLeo als Begründung anführen. „Klar wäre es mit ihm anders gewesen. Aber wir müssen das auch ohne ihn regeln können.“

Immerhin, die RheinStars steckten bis zum Schluss nicht auf. Die jungen Leon Baeck (7 Steals!) und Bene van Laack verdienten sich ordentlich Spielzeit. Jesse Morgan sorgte mit seinen Punkten zum 17:16 (8. Minute) für die einzige Führung im Spiel, deutete mit 24 Zählern seine Treffsicherheit und mit einem Alley-oop-Pass auf Keith Ramsey seinen Unterhaltungswert an. Keith Ramsey schaffte mit 13 Zählern und 10 Rebounds ein Double-Double. Und obwohl die Hausherren am Ende eine unterirdische Quote von der Dreierlinie (4 von 22) aufwiesen, kamen sie noch auf 69 Punkte.

Rundum zufrieden waren indes die Hagener mit ihrer Rückkehr nach dem Insolvenz-Bundesligaaus vor gut zehn Monaten. Entsprechend fielen die Feierlichkeiten mit den lautstarken Fans aus. „Ich muss mich bei meinen Co-Trainern bedanken, die in den letzten Wochen unsere Mannschaft auf diesen Tag vorbereitet hat“, sagte ein höchst erfreuter Dietmar Günther, der erst in der vergangenen Woche für den schwer erkrankten Chefcoach Matthias Groth für die kommenden Woche und Monate in das Amt des Trainers berufen wurde.

Für Köln geht es Sonntag in acht Tagen in Ehingen weiter.

Besondere Stats: Keith Ramsey (13 Punkte/10 Rebounds, davon 4 Offensiv-Rebounds),  Leon Baeck (7 Steals), Team-Rebounds 37:41, Assists 14:18, Steals 11:3, Turnover 9:18.

RheinStars: Kavin Gulder-Tilbury (5 Punkte/1 Dreier), Besnik Bekteshi (0), Keith Ramsey (13), Matt Vest (14), Alex Foster (5/1), Jesse Morgan (24/2), Leon Baeck (4), Dennis Heinzmann (4), Bene van Laack. Ohne Spielzeit: Jonas Gottschalk, Thomas Müller-Laschet

Alle Stats gibt es hier

Kein Durchkommen für Jesse Morgan. Foto: Gero Müller-Laschet