04. Spieltag

rsk_spielplan_250x250_rheinstars

75 VS 57

WochentagSonntag
Datum15.10.2017
Uhrzeit17:00
OrtLANXESS arena Köln

Vorbericht

Gemeinsam den Weg zum Erfolg über starke Lions finden

„Wir wollen unsere Zuschauer über den Einsatz für uns gewinnen und dann natürlich mit allen zusammen den ersten Heimsieg holen“, sagt Denis Wucherer, dann strafft der Cheftrainer der RheinStars den Rücken, atmet einmal durch – und rückt dann seine Erwartungen für den Sonntag zurecht. „Wir sind nicht der Favorit“, sagt der 44 Jahre alte Coach vor dem Heimauftritt in der LANXESS arena gegen den bärenstarken Aufsteiger PS Karlsruhe Lions (17 Uhr). Was vor dem vierten Spieltag der 2. Basketball-Bundesliga ProA etwas verwundern mag, erklärt sich mit Blick auf die Situation des letztjährigen Playoff-Teilnehmers. Es fehlen aktuell wichtige Puzzleteile im Kader durch Verletzungen, die Ergebnisse stimmen noch nicht mit einem Sieg bei zwei Niederlagen und der Gegner hat zuletzt zwei beeindruckende Auftritte hingelegt. Die Lions sind also in körperlicher und mentaler Topform.

Aber zuerst der Blick zu den gebeutelten RheinStars: Jesse Morgan ist mit einer Sprunggelenksverletzung vier bis sechs Wochen raus, Kalvin Gilder-Tilbury muss wegen einer ähnlichen Verletzung aktuell aussetzen. Bei den Langen sind die Center Dennis Heinzmann nach der fast komplett verpassten Vorbereitung noch nicht voll angekommen bzw. noch auf dem Rückweg in den Kader, wie der am Knie operierte Andi Wenzl. „Das wird schon alles kommen. Am Anfang der Saison ist es immer ein bisschen ruckelig. Eigentlich sind die Ergebnisse aller überraschend. Ehingen schlägt Hamburg, Baunach fast Vechta. Man weiß noch nicht so genau wie sich die Liga einordnet“, sagt Wucherer, verspricht aber auch: „Anders als bei unserem Auftritt gegen Hagen werden wir bissiger, giftiger und kompakter in der Defense sein.“

Der Gegner aus Baden hingegen schöpft aktuell aus dem Vollen. Trainer Michael Mai, der in den vergangenen Jahren schon bei den Kirchheim Knights herausragende Arbeit verrichtet hat, ist an neuer Wirkungsstätte scheinbar ebenfalls angekommen. Einer klaren Auftaktniederlage in Heidelberg (76:92) folgten zwei spektakuläre Erfolge. Erst kam ein 100:81 bei Bundesligaabsteiger Phoenix Hagen, dann ein 91:61 bei Mitaufsteiger Ulm, der Orange Academy. Lenker des Teams von Mai ist wie schon vor Jahren in Kirchheim der letztjährige RheinStars-Aufbau Richie Williams als Kapitän. „Er passt dort sehr gut in das System“, sagt Wucherer. Bei den Lions punkten aktuell sechs Mann im Schnitt zweitstellig, am erfolgreichsten Guard Jarelle Alexander Reischel (15,3).

Kölns Kapitän Max DiLeo nimmt die Gesamtlage sportlich. Frei nach dem Motto, je größer die Herausforderung desto größer der Spaß. „Wenn wir als Mannschaft geschlossen spielen, unser Möglichkeiten optimal nutzen, dann haben wir natürlich eine Chance. Dann haben wir das Publikum auf unserer Seite und gewinnen unser erstes Heimspiel.“

Foto: Gero Müller-Laschet

Spielbericht

RheinStars spektakulär gegen Karlsruhe

Erster Heimsieg, die eigenen Zweifel der vergangenen Woche mit einem Schlag weggeräumt und in vielen Momenten eines der unterhaltsamsten Basketballspiele einer Kölner Mannschaft in den zurückliegenden Spielzeiten. Ebenfalls schön am späten Sonntagnachmittag: Die RheinStars Köln springen nach dem 75:57-Erfolg (27:12, 17:15, 14:16, 17:14) vor 1.260 Zuschauern in der LANXESS arena über Aufsteiger PS Karlsruhe Lions mitten hinein ins Getümmel der 2. Basketball-Bundesliga ProA. Auf Tuchfühlung zur Spitze. Also genau dorthin, wo es interessant wird.

Nach dem vierten Spieltag liegen die RheinStars als Siebter nur einen Sieg hinter dem Tabellenzweiten Kirchheim. „Die Liga ist wirklich unglaublich in diesem Jahr. Jeder kann jeden schlagen. Da musst du jedes Spiel hellwach sein“, sagte Matt Vest nach dem harterkämpften Sieg über die Lions aus Baden. Und die RheinStars hatten gut daran getan, ihre starken Gäste von Anfang an ernst zu nehmen.

Vest war dabei einer der Stützen des Erfolgs, nicht allein wegen seiner acht Assists oder der Punkte, sondern vielmehr als Teil einer funktionierenden Defense, die es vor allem darauf angelegt hatte, den letztjährigen Kölner Point Guard Richie Williams seiner Stärken zu berauben. „Er hat bislang eine starke Saison gespielt mit vielen Assists und wir wollten ihn wieder zum Scorer machen. Das haben Max DiLeo, Matt Vest und zu Beginn auch Leon Baeck sehr gut gemacht“, beschrieb Cheftrainer Denis Wucherer die Idee, den Motor des Karlsruher Spiels lahmzulegen und seine Verbindung zu den Mitspielern weitestgehend zu kappen. Williams kam erst am Ende des Spiels zu seinem ersten und einzigen Assist. Mission erfüllt.

Dabei hatten die Kölner nach Jesse Morgan (Sprunggelenk) auch noch auf Besnik Bekteshi verzichten müssen, der seit Samstag nicht mehr richtig auftreten konnte. Zudem plagte sich der starke Neuzugang Lukas Wank mit einer leichten Grippe rum und Kavin Gilder-Tilbury war erst am Samstag ins Teamtraining zurückgekehrt. „Dafür, dass wir in den vergangenen Tagen nicht besonders viele Spieler beim Training hatten, war das sehr gut. Wir waren eklig in der Defense, das war der Grundstein zum verdienten Sieg. Auch wenn man es zum Schluss sicher auch souveräner runterspielen kann“, schloss Denis Wucherer.

Kölns Plan ging jedenfalls voll auf. Im ersten Viertel wurden die Gäste (27:12) überrannt. Und bei allen Bemühungen der nimmermüden Lions in der Folgezeit, die RheinStars hielten den Abstand auf zehn und mehr Punkten. Dabei glänzten die Hausherren phasenweise mit spektakulären Varianten, schnellen, harten Pässen, Fastbreaks und vielen über zahlreiche Stationen herausgespielte Punkten. Es blieb sogar noch Zeit, Center-Nachwuchs Jonas Gottschalk bei den ersten ProA-Spielminuten seiner Karriere zu erleben. Ein runder Abschluss.

Spielfilm: 18:7 (5.), 27:12 (10.), 34:23 (15.), 44:27 (20.), 50:36 (25.), 58:43 (30.),  71:49  (35.),   75:57 (40.)

Besondere Stats: Matt Vest (8 Assists/+20), Max DiLeo (6 Assists/+20), Alex Foster (3 von 4 Dreiern), Rebounds 42 Köln: 41 Lions, Assists 23:8, Steals 12:13, Turnover 22:18, Shots Blocked 6:5.

RheinStars: Kavin Gilder-Tilbury (13/1 Dreier), Max DiLeo (13/2), Leon Baeck (4), Keith Ramsey (7), Matt Vest (12/1), Dennis Heinzmann (1), Alex Foster (11), Lukas Wank (14/2), Bene van Laack, Jonas Gottschalk. Ohne Spielminuten: Besnik Bekteshi, Thomas Müller-Laschet.

Alle Stats gibt es hier

Foto: Gero Müller-Laschet