8. Spieltag

rsk_spielplan_250x250_ehingen

61 VS 65

button_stats_blau

rsk_spielplan_250x250_rheinstars

Datum4.11.2016
Uhrzeit19:30
OrtLängenfeldhalle Ehingen

Vorbericht

jelani

Richtungweisendes Spiel für die RheinStars

Erstmals in ihrer noch jungen Zweitligageschichte haben sich die RheinStars Köln bereits einen Tag vor dem richtungweisenden Auswärtsspiel in Ehingen auf den Weg nach Süddeutschland gemacht. „Wir werden alles dafür tun, dass wir am Freitagabend ausgeruht, hellwach und fokussiert ins Spiel gehen können“, sagt Manager Stephan Baeck mit Blick auf die Aufgabe beim Tabellennachbarn Team Ehingen Urspring. „Wir wollen und müssen dort gewinnen – und wir können das auch.“

Die Ausgangslage für die RheinStars vor dem achten Spieltag in der 2. Basketball-Bundesliga ProA (Tip-off 19.30 Uhr/live auf sportdeutschland.tv) ist eindeutig: Mit einem Sieg gegen einen direkten Konkurrent verschaffen sich die Kölner womöglich das Erfolgserlebnis, das sie brauchen, um die weiteren Aufgaben mutig und entschlossen anzugehen. Verliert die Mannschaft von Trainer Arne Woltmann, dann klebt sie erst einmal im Tabellenkeller der Liga fest. Umgekehrt gilt dies auch für die Hausherren in der Längenfeldhalle, die mitten im 25.000-Einwohner-Ort des Alb-Donau-Kreises liegt.

Das Team Ehingen ist Aufsteiger in die ProA und speist sich vor allem aus der Zusammenarbeit mit dem traditionsreichen evangelischen Internat Urspringschule, dass seit Mitte der 90er Jahre auch als Basketball-Internat in Baden-Württemberg offiziell durch den Deutschen Basketball-Bund anerkannt ist. Zu den bekanntesten Absolventen zählen der Journalist Ulrich Wickert sowie Nationalspieler Lucca Staiger, was ungefähr auch der Bandbreite des schulischen Angebots von gymnasialen Abschlüssen bis zu Lehren mit Gesellenprüfungen ab der achten Klasse entspricht.

Im Hier und jetzt müssen sich die RheinStars, die weiterhin ohne ihre verletzten Spieler David Downs, Leon Baeck, Leon Okpara, Filip Kukic und Thomas Müller-Laschet planen, mit einer Mannschaft auseinandersetzen, die ihnen rein statistisch ebenbürtig ist. Gleich jung, wenn man den 38 Jahre alten Kapitän Radi Tomasevic einmal ausnimmt. Ähnliches gilt für die Anzahl der Rebounds, der Turnovers oder Steals. Beide haben nur einen Sieg in sieben Spielen, allerdings weist Ehingen unter dem 33 Jahre jungen Trainer Domenik Reinboth eine deutlich schlechtere Punktausbeute (479:511) und Korbdifferenz (-90 zu -38) auf. Dafür haben die Ehinger wiederum den Heimvorteil.

Spielbericht

hugh-chemnitz

Erfolgreicher Kraftakt in Ehingen

Als Alex Foster mit der Schlusssekunde den letzten Korb für die RheinStars markiert, wird es mucksmäuschenstill in der Längenfeldhalle in Ehingen am Freitagabend. Bis auf vereinzelte Jubelschreie der Kölner Delegation – und wer wollte, konnte auch eine Menge Steine der Erleichterung poltern hören. 65:61 (30:33) lautete das Endergebnis am achten Spieltag der 2. Basketball-Bundesliga ProA für die RheinStars Köln beim Aufsteiger Team Ehingen Urspring. „Es war für beide Mannschaften ein enorm wichtiges Spiel. Das hat man gemerkt“, sagte Headcoach Arne Woltmann. „Aber ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen, das wir uns diesmal aus unserem Loch gekämpft haben, das wir vorher wieder gegraben hatten.“ Die leichte Aufwärtstendenz mit dem zweiten Saisonsieg soll sich am Dienstag gegen die MLP Academics Heidelberg in der LANXESS arena (19.30 Uhr) verstärken.

Sicherlich geht dieses Spiel nicht als einer der glorreichsten Auftritte in die Annalen der RheinStars ein. Aber sicher einer, bei dem Herz und Kampfgeist bewiesen wurde in einer ganz schwierigen Phase. Denn bis auf ein paar Tendenzen ganz zu Beginn starteten die Mannen von Arne Woltmann erneut ohne Zugriff auf ihren Gegner. Wenig Hilfe in der Defense, dazu erneut wenig Ballbewegung im Angriff. Köln schien zwischendurch in der Verteidigung offen wie ein Scheunentor. Bis zum 18:28 in der 12. Minute waren die RheinStars drauf und dran, an ihren schwächeren Spiele in der Fremde anzuknüpfen.

Doch dann nahm Woltmann – im Nachhinein betrachtet – die entscheidende Auszeit. Was auch immer in den folgenden 60 Sekunden gesagt wurde, plötzlich war die Defense im Spiel. Stellte die Räume besser zu, machte den Hausherren das Leben endlich schwerer. Ehingen machte bis zur Pause (30:33) nur noch 5 Punkte, im kompletten dritten Viertel nur weitere acht Zähler. Leider blieben die Aktionen der RheinStars in der Offense fehlerbehaftet bzw. oft ohne erfolgreichen Abschluss. Trotzdem brachte Jelani Hewitt Köln mit 36:35 (23.) nach langer Zeit in Führung. Highlight dann der „Buzzerbeater“ von Robin Christen zum 46:41.

Doch die RheinStars verpassten es durch ihre Angriffsleistung, das Spiel unter Kontrolle zu bringen. In der 36. Minute gelang Ehingen nach einem 7:0-Lauf der Ausgleich (36./53.53). Von da an wurde es eine Nervenschlacht zweier Mannschaften, in der sich die Kölschen trotz neuerlicher Nackenschläge bei mehreren wechselnden Führungen durchsetzten. Hugh Robertson besorgte durch eine Energieleistung drei Punkte – Korbleger plus Freiwurf zum 63:61 26 Sekunden vor dem Ende. Ehingen nahm noch eine Auszeit, versuchte sich in Position zu bringen für den Ausgleich und die Verlängerung. Doch die RheinStars hielten ihre Kontrahenten vom Korb weg. Hugh Robertson sicherte mit seinem neunten Rebound den ersten Auswärtserfolg in dieser Saison – und Alex Foster machte auf Pass von Robin Christen den Deckel drauf.

Besondere Stats: Hugh Robertson (17 Punkte/9 Assists/3 Steals), Jelani Hewitt (15 Punkte/5 Assists/5 Steals). Rebounds 36 Köln – 38 Ehingen, Steals 13 – 9, Turnover 16 – 21. Köln 82% (9/11) von der Freiwurflinie.

RheinStars: Jelani Hewitt (15), Hugh Robertson (17), Robin Christen (3), Chris Eversley (10), Dennis Heizmann (4), Tim van der Velde, Lennart Steffen (2), Alex Foster (12), Andi Wenzl (2). Ohne Einsatzzeit: Antonio Pilipovic, Bene van Laack

Alle Stats gibt es hier

Foto: Gero Müller-Laschet