Zu wenig Energie für die nächsten Punkte
Einen Rückschritt nach zwei erfolgreichen Spielen erlebten die RheinStars am Montagabend. Zum Abschluss des Doppelspieltags unterlagen sie vor 1.021 Zuschauern in der Motorworld den SBB Baskets Wolmirstedt verdient mit 72:80 (38:44). Nach acht Spieltagen in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA bestätigte sich dabei, dass es in dieser ausgeglichenen Liga nichts ohne eigene Initiative zu holen gibt. Vor allem keine Siege. So versäumten es die RheinStars, ins untere Mittelfeld der Liga zu gelangen. Am nächsten Sonntag kommt eine neue Chance die Dinge ins rechte Licht zu rücken. Dann gastieren sie bei den drittplatzierten Eisbären Bremerhaven. Tippoff ist um 15 Uhr.
„Das ist es, was wir akzeptieren müssen. Ohne Energie kannst du kein Spiel gewinnen in dieser Liga“, sagte Haris Hujic, mit 21 Zählern der Topscorer der RheinStars. Bislang gleicht die Reise der Rheinstars durch die Saison einer Achterbahnfahrt. Fünf Niederlagen folgten zwei umjubelte Erfolge. Und gerade der in Münster am vergangenen Freitag zum Start in das Doppelspieltags-Wochenende als Mannschaft errungene 83:78-Erfolg war allein durch eine konzentrierte Energieleistung von allen Beteiligten möglich geworden. Aber solche Siege sind eben keine Selbstläufer.
Köln hat als Aufsteiger inzwischen das Potenzial, in der Liga ordentlich mitzumischen. Aber nur, „wenn wir alle immer an die Grenze gehen. Dann gewinnen wir auch zusammen“, sagt Headcoach Zoran Kukic. Den RheinStars erging es ein bisschen wie den Münsteranern am vergangenen Freitag. Sie kamen ein Schuss zu bequem in die Partie und trafen auf einen Gegner, der durch zwei Neuzugänge nicht besonders originell, aber sehr entschlossen zu Werke ging. Was Cedric Russell für die Kölner in Westfalen war, wurden nun Dalvien Williamson und Michael Hughes für die SBB Baskets im Rheinland. Echte Motivationsspritzen.
Die Kölner gingen so auch im Spiel folgerichtig nur zu Beginn in Führung (8:6/4.) und liefen ansonsten einem kleineren Vorsprung der Gäste permanent hinterher. Bis auf 12 Zähler (29:41) wuchs der Rückstand, bevor sich die RheinStars zur Halbzeit auf sechs Punkte (38:44) annähern konnten. Besonders ärgerlich, von außen waren die Chancen für die Kölner erkennbar, doch ihre schlechte Verteidigungsarbeit verursachte zu viele Fouls. „Wir haben die Schiedsrichter zu ihren Pfiffen eingeladen“, sagte Kukic. Dazu kamen zehn einfache Ballverluste – es war kein schönes Spiel. Wenig überraschend, in der Halbzeit wackelte dann bildlich die Kabinenwand der RheinStars.
Nach der Pause glichen die Hausherren durch zwei Dreier von Hujic schnell aus zum 46:46 (23.). Doch die Aktionen der RheinStars wurden trotzdem nicht griffiger. Ebenso schnell lagen sie wieder nach einem 0:11-Lauf zurück. Irgendwie standen sie sich vor allem selbst im Weg. Viele Würfe von außen, wenig erfolgreiche Aktionen zum Korb – und wenn mal zwei Dingen funktionierten, gab es im nächsten Moment wieder einen Lapsus. Trotzdem gaben die RheinStars nicht auf und kämpften bis in die Schlussminute. So verkürzten sie auf 67:70 (36.) und 71:74 (39.). Doch das Spielglück wollte sich nicht für die Kölner entscheiden. „Es war keine Shootingnight für mich und das Team“, sagte Cedric Russell – „aber es wird wiederkommen.“ Vielleicht schon am Sonntag in Bremerhaven.
Viertel: 18:21, 20:23, 14:16, 20:20
Spielfilm: 10:14 (5.), 18:21 (10.), 26:33 (15.), 38:44 (20.), 46:56 (25.), 52:60 (30.), 64:70 (35.), 72:80 (40.)
Teamstatistiken: Würfe aus dem Feld – Kölnc23 von 64/36%, Baskets (24/63, 38%), FW Köln 80% (16/20) zu 69% (24/35), 13:12 Assists, 41 (13 offensiv): 44 (14) Rebounds, 5:10 Steals, 4:4 Blocks, 17:11 Turnover.
Zum Boxscore geht es hier https://bit.ly/3WM2tkA
RheinStars: Cedric Russell (12 Punkte/2 Dreier, 3 Assists), Zac Watson, Rupert Hennen (10/2, 5 Rebounds), Jasper Günther (8/2), Konstantin Lehmann, Haris Hujic (21/3), Timmy Davis (2, 2 Ass.), Laurent Zoccoletti, Adam Paige (6, 2 Ass, 6 Reb., 2 Blocks), Björn Rohwer (5 Reb, 2 Ass), Justin Onyejiaka (9/1), Hall B Elisias (4, 11 Reb., 4 Blocks)
Foto: Gero Müller-Laschet



