RheinStars schlagen Topfavorit Crailsheim
Einen Überraschungs-Coup landeten die RheinStars am Vorabend des vierten Advents in Düsseldorf. Im dritten Castello-Heimspiel schlugen die Kölner am Samstag die hochfavorisierten HAKRO Merlins aus Crailsheim mit 83:81 (34:40) und kletterten in der Tabelle der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA auf den 15. Rang. „Das war unsere beste Saisonleistung bisher“, freute sich Stephan Baeck als Geschäftsführer Sport nach dem beherzten Auftritt am 13. Spieltag und dem ersten Sieg über einen der Liga-Topfavoriten.
„Besonders gefreut hat mich, dass wir es geschafft haben, uns auf die große Physis und Aggressivität der Crailsheimer in der Verteidigung einzustellen und dagegen zu halten. Das macht mir Hoffnung für den weiteren Verlauf der Saison“, sagte Baeck weiter. Bereits am Dienstag geht es für die RheinStars bei den PS Karlsruhe Lions weiter, bevor dann am kommenden Samstag das Rheinische Derby gegen die Bayer Giants Leverkusen ansteht. Ebenfalls im Castello, versehen mit einer dringenden Besuchsempfehlung.
Die schönsten Abende entwickeln sich oft gerade dann, wenn man eigentlich nicht viel von ihnen erwartet. So ähnlich fühlte es sich für die Kölner gestern an. Vor 610 Zuschauern starteten sie ohne Hall B. Elisias, Laurent Zoccoletti und Haris Hujic gegen einen Kontrahenten, dessen Team Headcoach Zoran Kukic im Vorfeld als einen, wenn nicht sogar den besten Kader der Liga eingeordnet hatte. Nicht aus Kalkül, sondern aus Respekt.
Und tatsächlich, in den ersten Minuten bestätigten die Gäste ihren Ruf. Athletischer, körperlicher, schneller diktierten sie das Geschehen, das sich in einem superschnellen Tempo zwischen den Körben abspielte. Köln rannte zwar mutig mit, hatte aber nicht die Sicherheit im Abschluss. 3:14 stand es nach etwas mehr als vier Spielminuten und die RheinStars waren mit dem 14:23 im ersten Viertel gut bedient.
Dann aber gelang ihnen etwas zum Start in den zweiten Durchgang, was sich noch zweimal wiederholen sollte: Die jeweils ersten Punkte im Viertel, die Köln sofort zurück ins Spiel brachten. Zuerst auf 18:23 (11.), dann von 34:40 zur Halbzeit auf 39:40 (21.) und von 55:61 auf 60:61 (31.) im Schlussabschnitt. Letzteres durch einen Fastbreak-Dreier von Adam Paige, der sich Sekundenlang durch den Ring drehte, mal rein, mal rauszufallen schien, bevor er sich für Köln entschied. „In solchen Spielen brauchst du genau solche Punkte und ein bisschen Spielglück, um gewinnen zu können“, sagt Zoran Kukic.
Mit der wachsenden Überzeugung bei den Kölnern, dem Favoriten die Punkte stehlen zu können, wuchsen bei den Gästen die Zweifel am eigenen Tun. Deren Headcoach David McCray kritisierte später Haltung und Willen seiner Spieler, während die RheinStars sich unterstützt vom hellwachen und lautstarken Anhang um jeden Ball kämpften, warfen und trafen. Angeführt von Mike Miller (16 Punkte), Jasper Günther (10, 5 Assists) und Cedric Russell (17), unterstützt von dem kaum zu stoppenden Justin Onyejiaka (12, 8 Rebounds), von Adam Paige (9) oder Zac Watson (7, 6 Rebounds).
„Eigentlich haben heute alle, die gespielt haben, von Mike bis Marko, etwas zum Spiel beitragen können“, lobte Kukic. Durch einen kurzen Lauf gingen die RheinStars sogar mit acht Punkten Vorsprung (77:69) in die abschließenden drei Minuten. Doch die HAKRO Merlins wollten sich dann so nicht abkochen lassen und drängten dank ihrer Qualität nochmals vehement auf eine Wende. Die Kölner wehrten sich mit allem, was ihre Kräfte hergaben, gerieten zudem in Foulprobleme. Bis in die Schlusssekunde währte der Kampf um den Sieg: Beim Stand von 83:81 für die RheinStars knallte der letzte Dreierwurf der Gäste durch deren Topscorer Brooke Gardner (20 Punkte) auf den Ring und nicht in den Korb – und der Abend der Kölner kulminierte in frenetischem Jubel.
Viertel: 14:23, 20:17, 21:21, 28:20
Spielfilm: 3:14 (5.), 14:23 (10.), 24:33 (15.), 34:40 (20.), 43:48 (25.), 55:58 (30.), 71:67 (35.), 83:81 (40.)
Teamstatistiken: Würfe aus dem Feld – RheinStars 30 von 67/45%, Crailsheim (25/60, 42%), FW Köln 60% (15/25) zu 66% (23/35), 13:15 Assists, 34 (7 offensiv): 32 (7) Rebounds, 30:24 Fouls, 6:4 Steals, 2:3 Blocks, 9:1 Turnover.
Zum Boxscore geht es hier https://bit.ly/44zQquY
RheinStars: Cedric Russell (17 Punkte/4 Dreier, 4 Rebounds.), Zac Watson (7/1, 5 Reb., Rupert Hennen, Jasper Günther (10, 5 Ass.), Fynn Rieck, Maxi Begue (5/1, 3 Reb), Timmy Davis, Adam Paige (9/1, 3 Reb), Marko Cuvalo (2), Björn Rohwer (7/1, 4 Reb), Justin Onyejiaka (12, 8 Reb), Mike Miller (16/1, 4 Reb.)
Foto: Gero Müller-Laschet



