Eindrucksvolles Comeback in Magdeburg

Einen wichtigen und eindrucksvollen Comeback-Sieg landeten die RheinStars am Freitagabend in Magdeburg. Beim 93:89-Erfolg bei den SBB Baskets lagen die Kölner noch Mitte des dritten Viertels mit 21 Punkten in Rückstand, bevor sie ihre ganze Energie aufs Spielfeld warfen und den Umschwung erzwangen. Mit ihrem achten Saisonsieg konnten die RheinStars zum Start des 19. Spieltags in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA einen weiteren direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt besiegen. Der Abstand auf die letzten drei Plätze der Liga beträgt nun mindestens drei Siege. Weiter geht es für den Aufsteiger am Sonntag, 1. Februar mit dem NRW-Derby gegen die Paderborn Baskets, eine Woche später kommen die Uni Baskets Münster in die Motorworld. Dazwischen liegt am 6. Februar noch der Auswärtsauftritt in Niedersachsen bei den Artland Dragons.

„Nicht allein mit dem Blick auf die Tabelle war es ein sehr wichtiger Erfolg, nichtsdestotrotz müssen wir einen Weg finden mit größerer Bereitschaft und Fokus in die Partien zu starten“, sagte Stephan Baeck als Geschäftsführer Sport. „Aber es ist schön zu sehen, dass die hohe Niederlage in Crailsheim keine bleibenden Erschütterungen in der Mannschaft hinterlassen hat.“ Headcoach Zoran Kukic kommentierte: „So können wir in Ruhe weiterarbeiten. Die Jungs haben jetzt zwei Tage frei, damit sie ihre Körper pflegen können, und Montag starten wir dann ausgeruht und konzentriert in die kommende Woche.“

An einem verrückten Freitagabend vor 1.302 Zuschauern in der Magdeburger Wolfgang-Lakenmacher-Halle hatte es dabei lange nicht nach einem Happyend für die RheinStars ausgesehen. Nach einer schwachen ersten Halbzeit, in der die Kölner so ziemlich alles vermissen ließen, was man für ein erfolgreiches Basketballspiel braucht, lagen die RheinStars mit 41:54 zurück. Die Hausherren waren gedanklich schneller, spielten sicher und hatten in ihrem späteren Topscorer Davian Williamson (30 Punkte) und Nigel Pruitt von der Dreierline zwei nicht zu stoppende Faktoren im Spiel. Allein Kölns Neuzugang Kenny Baptiste (später der effektivste Spieler) deutete schon im ersten Durchgang an, welch positiver Faktor er für sein neues Team sein kann.

In der Pause schienen die Kölner Coaches aber die richtigen Worte gefunden zu haben. Auch wenn es trotz einer merklichen Steigerung in Sachen Intensität erst einmal weiter in die falsche Richtung ging. 43:64 stand es aus Sicht der Gäste zu Beginn der 24. Spielminute, bevor das Kölner Team zur Aufholjagd ansetzte und der Abend kippte. „Nicht viele Mannschaften kommen nach einem solchen Rückstand noch mal zurück“, stellt SBB-Coach Eiko Potthast später anerkennend fest. Endlich waren die RheinStars auf Augenhöhe im Spiel, stoppten die Baskets öfters und machten es ihren Gegner auch bei den Würfen von außen zunehmend ungemütlicher.

Und wie das im Basketball manchmal so vorkommt, brach die bis dato deutliche Führung der SBB Baskets binnen Minuten wie ein Kartenhaus zusammen. Die Kölner spielten und kämpften sich von 51:67 (27.) binnen drei Minuten auf 68:70 zum Ende des dritten Viertels heran. Mit dem Start des letzten Durchgangs war die Partie durch einen imaginären Reset-Knopf neu gestartet worden. Natürlich hielten die Hausherren dagegen, beide Teams warfen alles in die Begegnung.

Die Baskets hielten ihren Vorsprung bis knapp dreieinhalb Minuten vor dem Ende, bevor Topscorer Mike Miller (18 Punkte) per Dreier zum 86:86 ausglich. Die Helden dieser Phase hießen bei den RheinStars Miller, Jasper Günther, Hall B Elisias und Baptiste sowie Maxi Begue, der dann Haris Hujic Platz machte – kurz vor der ersten Kölner Führung (87:86) durch Günther 133 Sekunden vor Schluss per Freiwurf nach einem Technischen Foul wegen Flopping. Die Baskets versuchten durch schnelle Fouls und schnelle Abschlüsse das Spiel noch einmal zu wenden, doch die RheinStars behielten die Nerven und das Momentum. Nacheinander marschierten Elisias, Günther und zum Abschluss Miller an die Freiwurflinie – alle trafen. Der Rest war pure Freude beim Team und den mitgereisten Fans sowie konsternierte Blicke bei den SBB Baskets, die ihren Zuschauern eigentlich einen starken Abend geboten hatten.

Viertel:  15:30, 26:25, 27:15, 25:19

Spielfilm: 8:16 (5.), 15:30 (10.), 29:39 (15.), 41:55 (20.), 48:64 (25.), 68:70 (30.), 81:86 (35.), 93:89 (40.)

Teamstatistiken: Würfe aus dem Feld – RheinStars 30 von 64/47%, Baskets (33/68, 49%), FW Köln 83% (24/29) zu 67% (12/18), 10:20 Assists, 40 (16 offensiv): 32 (11) Rebounds, 18:23 Fouls, 6:9 Steals, 1:4 Blocks, 15:14 Turnover.

Zum Boxscore geht es hier:  https://bit.ly/4pLb8zB

RheinStars: Cedric Russell (8 Punkte/2 Dreier), Zac Watson, Jasper Günther (9, 4 Ass., 3 Reb), Maxi Begue (5/1), Haris Hujic (8/2, 3 Ass., 2 Steals), Timmy Davis, Adam Paige (4 Reb), Björn Rohwer (4, 3 Reb), Justin Onyejiaka (12, 4 Reb), Mike Miller (18/2, 9 Reb., 2 Steals), Hall B. Elisias (13, 4 Reb.), Kenny Baptiste (16/2, 8 Reb.)

Foto: Hartmut Boesener