RheinStars ärgern sich über verpasste Chance

Eine große Siegchance auf dem Weg zum Klassenerhalt haben die RheinStars zu Beginn des Februars liegen gelassen. Mit 88:89 (41:44) unterlagen die Kölner ihrem Mitaufsteiger Paderborn Baskets am frühen Sonntagabend zum 20. Spieltag der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA. In einer jederzeit engen und spannenden Partie vor 1.424 Zuschauern in der Motorworld ärgerten sich die RheinStars allesamt über einen gebrauchten Tag vom Team und ein Ergebnis, das so nicht hätte passieren müssen. „Ich war selbst Spieler und weiß, dass Kritik nach einer schlechten Leistung nicht immer einfach zu verdauen ist, aber unseren Auftritt und unseren Focus und Engagement war der Bedeutung dieses Spieles überhaupt nicht angemessen“, sagte Stephan Baeck als Geschäftsführer Sport.

Baeck weiter: „Wir hätten einen großen Schritt für das Erreichen unserer Ziele machen können und um diese zu erreichen, brauchen wir immer eine geschlossene Leistung und dann vor allem Siege gegen die Teams, die mit uns um die Liga kämpfen. Wir haben überhaupt keinen Anlass nach oben in der Tabelle zu schauen. In Magdeburg am Freitag vergangener Woche hat uns am Ende des Spiels genau diese Geschlossenheit und Willen ausgezeichnet das Spiel für uns zu entscheiden. Heute haben wird das nicht aufs Parkett bekommen. Sehr ärgerlich für alle.“ Kommenden Freitag geht es bei den Artland Dragons weiter, bevor dann am nächsten Sonntag an gleicher Stelle die Uni Baskets Münster zum nächsten Kellerduell in der Motorworld gastieren.

Dabei war den Kölnern diesmal sogar ein passabler Start in die Partie gelungen, der Weg führte dabei vor allem über den gut aufgelegten Björn Rohwer, der von seinen Mitspielern immer wieder in Szene gesetzt wurde, brachte die Gäste ein ums andere Mal in Verlegenheit. Auch schienen die Hausherren anders als beim 69:87 im Hinspiel diesmal insgesamt das talentiertere Team auf dem Feld sein zu können. Allerdings muss sich das dann auch in Zählbares umsetzen lassen, und genau den Nachweis konnte die Mannschaft von Headcoach Zoran Kukic an diesem Sonntag nicht liefern. Immer wieder blieben Chancen unterm Korb ungenutzt, freie Dreier wurden teilweise fahrlässig verworfen. Die Paderborner hingegen nutzen ihre Möglichkeiten besser. „Wir können nur gewinnen, wenn sich alle einbringen und wir nicht zu viele Ausfälle haben“, sagte Zoran Kukic. „Heute haben wir zu viele Spieler gehabt, die ihre Leistung nicht abrufen konnten. Wir werden das besprechen.“

Neuzugang Kenny Baptiste mit ersten Double-Double 

Und so blieb die Partie immer eng, was den Zuschauern immerhin einen spannenden Abend bescherte. Ende des dritten Viertels gelingt den Gästen ein 7:0-Lauf zum 59:66, den die RheinStars im letzten Viertel mit einem 12:0-Lauf ihrerseits kontern bis zur 33. Minute. Die Partie wogt nun hin und her, wobei Kölner mit einem Dreier von Cedric Russell auf 74:68 (34.) erhöhen und nun drauf und dran sind, das Spiel auf ihre Seite zu ziehen. Aber sie lassen in der nächsten anderthalb Minuten sechs Chancen auf weitere Punkte aus in einer Phase, in der die Baskets nur dreimal zum Kölner Korb kommen, daraus aber drei Punkte machen – und mit der vierten Aktion schließlich wieder andocken können bei 74:73 (36.).

Schön und von besonderer Güte ist das Spiel in der Endphase sicher nicht mehr, aber mitreißend spannend. Übers gesamte Spiel hinweg wechselt die Führung 13mal, sieben Mal steht es Remis. 47 Sekunden vor Schluss liegen die Kölner vorne (82:81), doch die Baskets sammeln Punkt um Punkt. Bei 84:87 und sechs Sekunden verbleibender Zeit steht Haris Hujic für drei Freiwürfe an der Linie, verwandelt aber nur zwei davon. 86:87. Köln gelingt ein schnelles Foul, doch Kevin Osawe trifft beide Freiwürfe. 86:89. Auszeit Köln, noch 5 Sekunden. Einwurf RheinStars. Die versuchen, Cedric Russell in Schussposition für einen Dreier zu bringen, doch der Ball kommt zu Mike Miller, der nicht richtig zum Wurf kommt. Letztendlich findet der Ball über Neuzugang Kenny Baptiste (13 Punkte, 13 Rebounds) den Weg durchs Netz. 88:89. Das Spiel ist aus. Jubel im stark besetzten Paderborner Fanblock, lange Gesichter bei den RheinStars und ihren Anhängern. Chance vertan.

Viertel:  28:26, 13:18, 21:22, 26:23

Spielfilm: 14:13 (5.), 28:26 (10.), 35:34 (15.), 41:44 (20.), 52:54 (25.), 62:66 (30.), 74:71 (35.), 88:89 (40.)

Teamstatistiken: Würfe aus dem Feld – RheinStars 31 von 66/47%, Baskets (30/61, 49%), FW Köln 86% (19/22) zu 89% (24/27), 12:12 Assists, 35 (12 offensiv): 32 (9) Rebounds, 21:19 Fouls, 5:8 Steals, 0:3 Blocks, 13:10 Turnover.

Zum Boxscore geht es hier:  https://bit.ly/3M0egK4

RheinStars: Cedric Russell (24 Punkte/3 Dreier, 2 Assists, 3 Rebounds), Zac Watson, Jasper Günther (2, 2Reb), Maxi Begue (2 Ass.), Haris Hujic (2, 1 Ass.), Timmy Davis, Adam Paige (3), Björn Rohwer (19, 8 Reb), Justin Onyejiaka (7/1), Mike Miller (14/2, 2 Ass, 5 Reb.), Hall B. Elisias (4, 2 Reb.), Kenny Baptiste (13/1, 13 Reb.)

Kenny Baptiste – Foto: Gero Müller-Laschet