RheinStars liefern Topfavoriten großen Kampf
Werbung für den Sport, großartiges Spiel, mitreißende Atmosphäre. Besuche bei den Heimspielen der RheinStars in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA haben zurzeit nahezu alles, was es zu einem wunderbaren, erlebnisreichen Sportevent braucht. Nur eins fehlt derzeit zum kompletten Glück der Kölner Anhänger: der dazugehörige Heimsieg. Am 28. Spieltag gegen die enteilten Tabellenführer des Klassements, Phoenix Hagen, spielten die RheinStars bravourös auf, bestimmten über weite Strecken ein herausragendes Spiel und brachten den haushohen Favoriten an den Rand einer Niederlage. Doch am Ende unterlagen die RheinStars nach leidenschaftlichem Spiel knapp. Das Ergebnis am Montagabend lautete 91:92 (51:44) vor 1.420 begeisterten Zuschauern im Event-Schmuckkästchen am Butzweiler Hof.
„Wir haben heute ein super Spiel gezeigt“, lobte Headcoach Zoran Kukic seine Mannen und schob einschränkend hinterher. „Zumindest bis 30 Sekunden vor Schluss. Ansonsten müssen wir einfach weiterarbeiten, dann kommen auch die Erfolge.“ Mit dem chancenlosen 74:101 im Hinspiel hatte das alles nichts mehr zu tun. Auch sein Gegenüber Chris Harris, der schon vor der Partie geunkt hatte, dass die RheinStars in der Motorworld eine hart zu knackende Aufgabe seien, sagte nach dem 40 Spielminuten: „Gratulation an Köln. Sie haben uns alles, aber auch wirklich alles abverlangt. Wir haben uns durchgehend schwer gegen sie getan.“ So steht die Heimbilanz gegen die Top4-Teams seit dem Montagabend 1:2. Knapper Sieg über die Hakro Merlins Crailsheim, knappe Niederlage gegen Bremerhaven – und am kommenden Sonntag (17 Uhr) kommt Bundesliga-Absteiger BG Göttingen als Tabellendritter ins Rheinland. Zeit, die Bilanz auszugleichen.
In einer beinahe durchgehend hochklassigen ProA-Partie hatten die Kölner ab der fünften Minute (16:13) die Führung übernommen gegen die Hagener, die überhaupt erst vier Saisonspiele verloren haben. Zwischenzeitlich bauten die RheinStars ihren Vorsprung immer mal wieder zweistellig aus – 32:20 (12.), 59:48 (25.). Doch die Gäste ließen sich mit dem Wissen um die eigene Stärke nicht abschütteln. Waren es vor der Pause die Dreier, die Phoenix Kopfschmerzen bereiteten, blieb es nach dem Seitenwechsel der Zug zum Korb, nachdem die Hagener die Würfe von außen besser verteidigt bekamen.
So entwickelte sich ein kampfbetontes Spiel, das beide Fanlager mitriss. Hagens Coach bedankte sich später bei den mitgereisten, sehr sangesfreudigen 250 Anhängern, die sich an einem frühlingshaften Abend auf dem Weg in die Domstadt gemacht hatten. „Ohne unsere großartigen Fans, die uns ohne Pause den Rücken gestärkt haben, wäre diese Aufholjagd gar nicht erst möglich gewesen.“
Und weil auch die Kölner, angetrieben von ihren Moderatoren Amiaz und Fabrice Kao, kraftvoll dagegenhielten, musste sich das Geschehen in der Schlussminute entscheiden. Wie es dann so passiert, durch Kleinigkeiten. In Köln waren es die von Zoran Kukic schon erwähnten letzten 30 Sekunden. Die RheinStars lagen mit 87:86 vorne, als mit Kenny Baptiste ausgerechnet der effektivste Kölner patzte. 16 Punkte und zehn Rebounds hatte er schon auf sein Konto geschaufelt, als er im Kampf unterm Korb erst Bjarne Kraushaar foulte und anschließend am Boden liegend noch ein unsportliches Foul wegen Schubsen angehängt bekam.

„In der Situation, mit dem Spielstand und in diesem sehr physischen kampfbetonten Spiel sicher eine harte Entscheidung. Aber die über die Partie hinweg guten Schiedsrichter haben es so gesehen und dann auch gepfiffen. Ich hätte mir gewünscht, dass diese packende Spiel nicht durch vier Freiwürfe und Ballbesitz entschieden wird, aber wir müssen in einigen Szenen auch kontrollierter und disziplinierter auftreten“, sagte Stephan Baeck als Geschäftsführer Sport. „Solche Spiele entscheiden Kleinigkeiten und wir haben die ein, zwei kleinen Fehler zu viel gemacht. Das hat uns auch in den letzten Spielen Probleme bereitet.“
Kenny Baptiste wurde somit zum tragischen Helden einer spektakulären Basketballnacht, Hagen brachte in Gestalt von Kraushaar mit vier Freiwürfen die Partie auf 90:87 und behielt bis zum Ende an der Freiwurflinie die Nerven. Köln blieb das Lob und wohl das Gefühl, bald eines der Topteams auch mal schlagen zu können. Vielleicht schon Göttingen am kommenden Sonntag. Ein Besuch sollte sich allemal lohnen.
Viertel: 27:20, 24:24, 23:24, 17:24
Spielfilm: 17:13 (5.), 27:20 (10.), 41:31 (15.), 51:44 (20.), 57:48 (25.), 74:68 (30.), 78:79 (35.), 91:92 (40.)
Teamstatistiken: Würfe aus dem Feld – RheinStars 31 von 69/45%, Phoenix (28/71, 39%), FW Köln 86% (18/21) zu 69% (19/28), 24:35 Assists, 43 (15 offensiv): 43 (19) Rebounds, 26:26 Fouls, 6:5 Steals, 5:1 Blocks, 10:12 Turnover.
Zum Boxscore geht es hier: https://bit.ly/4uEVcTk
RheinStars: Cedric Russell (19 Punkte/3 Dreier, 6 Assists), Zac Watson, Jasper Günther (3), Fynn Rieck, Maxi Begue (5, 6 Reb.), Haris Hujic (23/4, 4 Ass), Adam Paige, Marko Cuvalo, Björn Rohwer (9, 6 Reb), Mike Miller (8/1, 3 Ass, 5 Reb), Hall B. Elisias (8, 2 Ass, 4 Reb.), Kenny Baptiste (16/2, 10 Reb)
Fotos: Gero Müller-Laschet



