RheinStars besiegen BG Göttingen

Wieder ein Topspiel in der Motorworld, wieder ein mitreißendes Basketballevent mit einem dramatischen Schlussakkord. Aber diesmal mit dem verdienten Erfolg für die RheinStars. Der Neuling in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA schlug am späten Sonntagnachmittag den Bundesligaabsteiger BG Göttingen mit 88:80 (44:40). Mit jetzt 12 Siegen aus 29 Spielen gehen die Kölner nun das immer junge rheinische Derby am kommenden Samstag an, wenn der frischgebackene Tabellenzehnte bei den Bayer Giants Leverkusen antritt. Tippoff ist wegen eines Fußball-Erstligaspiels erst um 20.30 Uhr.

Vor 1382 Zuschauern im stimmungsvollen Eventhangar am Butzweiler Hof war es wohl das beste, weil konstanteste Saisonspiel der RheinStars. „Die Jungs haben super gespielt und in keiner Phase in ihrer Leistung und Konzentration nachgelassen“, freute sich Headcoach Zoran Kukic. „So haben wir den Sieg verdient nach Hause gebracht.“ Und das gegen eine Göttinger Mannschaft, die sich als Tabellendritter die Rückkehr in die oberste Spielklasse als Saisonziel gesetzt hat, einen attraktiven und durchdachten Basketball spielt mit viel Ballbewegung und bis zum Ende keinesfalls gewillt war, die Punkte einfach so im Rheinland zu lassen.

Doch die RheinStars gewinnen seit Wochen zusehends an Stabilität. Mehr und mehr fügt sich das Kölner Gefüge zu einem immer besser werdenden Miteinander auf dem Feld, bei dem die einzelnen Teile als Gesamtheit auch vermeintlich stärker besetzte Kontrahenten in Schwierigkeiten bringen. Oder gar zu Fall. Wie am frühen Sonntagabend. Vielleicht manifestierte sich die gute Entwicklung der RheinStars über die gesamten Saison hinweg in den 23 Sekunden der Schlussminute, die zwischen dem 4-Punkte-Spiel der Gäste zum 80:78-Anschluss lagen und der Antwort über Cedric Russell zum 82:78.

Abgesehen von der Leistungsdelle in Tübingen nach dem Playoff-Frust gegen Bochum waren die RheinStars in den jüngsten Heimspielen trotz überzeugender, teils spektakulärer Leistungen noch um die Siegeslorbeeren gebracht worden. Vor allem durch sich selbst. Beim 89:84 zum 89:93 gegen die VfL SparkassenStars Bochum fehlten 55 Sekunden zum Jubel. Vom 87:86 zum 91:92 gegen Ligaprimus Phoenix Hagen waren es 30 Sekunden und ein unsportliches Foul, als die RheinStars sich selbst von der Siegesstraße räumten. Diesmal aber löste der Dreier plus Freiwurf durch Göttingens Daniel Kirchner 51 Sekunden vor dem Ende nur kurz ein Déjà-vu und vor allem keine Panik aus. Diesmal schüttelten sich die Hausherren, brachten den Ball sicher an den Korb der Gäste und in die treffsicheren Hände von Russell. Den Rest erledigten Russell, Haris Hujic als Spielsouverän mit 24 Punkten und Mike Miller von der Freiwurflinie. Köln geht also mit einem Polster in Richtung Abstiegsplätze und frischem Selbstbewusstsein ins Derby am kommenden Samstag.

Doch so sehr die Fans sich regelmäßig zurecht in die besten Punktewerfer verlieben, am Sonntag prägten zwei Akteure nachhaltig die Szenerie, die es zusammen gerade auf fünf Zähler brachten. Maxi Begue und Hall B. Elisias. Die zwei waren in der Defense der Schlüssel zum Erfolg und der Grund, warum auch die Göttinger Offense weniger flüssig lief als gewohnt. Abzulesen in der Plusminus-Statistik. Begue mit +21 in 30 Minuten mit dem besten Wert aller Spieler auf dem Feld, Elisias mit +16 in knapp 20. Nur Kenny Baptiste mit +17 und Miller +13 konnte da statistisch mithalten.

„Wir entwickeln uns sportlich immer weiter und lernen aus den Spielen, und so konnten sich die Jungs endlich belohnen für ihre guten Spiele“, sagte Stephan Baeck als Geschäftsführer Sport. „Für mich war das vor allem aufgrund der Stabilität über die gesamten 40 Minuten hinweg die beste Saisonleistung.“ So waren die Kölner immer konzentriert, behielten ihren Rhythmus und ihre Linie und ließen sich weder in den leichten noch in den schwierigen Momenten von ihrem Weg abbringen. Sie konterten den guten Göttinger Start mit einem 14:0-Lauf zum 21:9 (7.), antworteten im dritten Viertel auf einen 0:9-Run der Gäste mit 8:0-Punkten zum 57:55 (28.) und ließen sich nach ihrer 78:68-Führung (37.) auch nicht durch die 10:2-Punkte der Gäste sowie dem Vier-Punkte-Spiel von Kirchner aus dem Tritt bringen. Der Rest war Jubel auf ganzer Linie.

Viertel:  29:24, 15:16, 17:21, 27:19

Spielfilm: 14:9 (5.), 29:24 (10.), 39:32 (15.), 44:40 (20.), 49:55 (25.), 61:61 (30.), 69:66 (35.), 88:80 (40.)

Teamstatistiken: Würfe aus dem Feld – RheinStars 27 von 59/46%, Göttingen (31/79, 39%), FW Köln 88% (22/25) zu 42% (5/12), 9:15 Assists, 35 (6 offensiv): 46 (19) Rebounds, 15:20 Fouls, 7:6 Steals, 3:2 Blocks, 12:14 Turnover.

Zum Boxscore geht es hier:  https://bit.ly/4uEVcTk

RheinStars: Cedric Russell (16 Punkte/1 Dreier,3 Rebounds, 2 Steals), Zac Watson, Jasper Günther (6/1), Fynn Rieck, Maxi Begue (3, 3 Reb.), Haris Hujic (24/3, 3 Ass, 3 Steals), Adam Paige, Björn Rohwer (12/2, 2 Ass, 4 Reb), Justin Onyejiaka, Mike Miller (12/2, 2 Ass, 5 Reb), Hall B. Elisias (2, 8 Reb., 2 Blocks), Kenny Baptiste (13/3, 6 Reb, 1 Block)

Fotos: Gero Müller-Laschet