“Heute war das leider nicht gut”
Ein Hauch von Melancholie lag in der Luft, als sich die RheinStars am Sonntag von ihrem Publikum aus der Motorworld für die Saison 25/26 in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA verabschiedeten. Zwar unterlagen die Kölner nach einer ihrer schwächeren Saisonvorstellungen den Nürnberg Falcons am vorletzten Spieltag mit 71:83 (27:43), doch unterschwellig waberte immer mit: Es war ein Spiel frei von Sorgen. Der Abstiegskampf in der Premierensaison schon vor Wochen erfolgreich erledigt, die Playoffs unerreichbar. Warum also jemandem Böse sein? Kommendes Wochenende geht es nochmal zu den Kirchheim Knights, dann ist Feierabend – und dann sehen sich alle am Samstag, 9. Mai ab 16 Uhr in der Eventgarage der Motorworld zum fröhlichen Saisonkehraus.
Entsprechend kommentierten die Verantwortlichen das Geschehen, die genau wie die 1.525 Zuschauer in der fast ausverkauften Motorworld sicher gerne eine besser aufgelegte Kölner Mannschaft bei ihrer Arbeit verfolgt hätten. „Manchmal ist das so, leider. Vielleicht auch verständlich nach einer langen und kräftezehrenden Saison in der man die vorher ausgegebenen Ziele bereits erreicht hat. Trotzdem erwarte ich mehr von jedem einzelnen und dem gesamten Team. Es sollte jedem eine Freude sein, innerer Antrieb und Motivation, zuhause vor so einem großartigen Publikum zu spielen und sich nochmal zeigen zu können. Ich freu mich für jeden einzelnen, dass wir die Saison wirklich gut gestaltet haben, aber heute war das leider nicht gut“, kommentierte Stephan Baeck als Geschäftsführer Sport das Geschehen. Headcoach Zoran Kukic ergänzte knapp: „Einige wollten und konnten etwas zeigen. Andere wollten und konnten genau das nicht.“
Natürlich fehlten dem Kader von Beginn an neben Hall Elisias und dem bereits nach Frankreich zurückgekehrten Kenny Baptiste nun auch die angeschlagenen Justin Onyejiaka und Maxi Begue. So rutschte Youngster Konstantin Lehmann mit seinen noch 17 Jahren sogar in die Startformation und machte seine Sache im Laufe des Spiels ebenso ordentlich wie Marko Cuvalo auf der Center-Position, ebenfalls Jahrgang 2008.
Gelang das erste Viertel noch ordentlich (20:19), blieben die RheinStars im zweiten Viertel 6:30 Minuten ohne eigenen Korberfolg, kassierten insgesamt einen 0:16-Lauf und lagen vorentscheidend mit 20:32 hinten. 27:43 stand es zur Pause. Nürnberg spielte zwar auch nicht die Sterne von Himmel, überzeugten aber als Team und war physischer. Immerhin gaben sich die Kölner nicht auf und mühten sich in der zweiten Hälfte stetig um eine Wende im Spiel, doch mangelte es den beiden US-Guards Cedric Russell (26 Punkte) und Mike Miller (19) als Alleinunterhaltern an Unterstützung. Am ehesten kam die noch von Adam Paige. Ansonsten erinnerte es an eine Henne-Ei-Diskussion. Was war zuerst da? Indisponierte Mitspieler, die den Ball nicht mehr bekamen oder bekamen sie erst den Ball nicht und waren dann indisponiert.
Zweimal näherten sich die Hausherren zumindest auf acht Punkte den Franken an. Zum 54:62 in der 32. Minute und zum 69:77 zweieinhalb Minuten vor dem Ende. Und obwohl das gut gelaunte und willige Publikum samt der Hallenmoderation zumindest von außen attackierte, kam es nicht mehr zur Wende auf dem Parkett. Die Nürnberger waren dazu an diesem späten Nachmittag zu abgezockt. Ein Trost, nach der nun längeren Heimspielpause geht es im Herbst mit der nächsten Saison weiter. Und dann können und wollen bestimmt wieder alle.
Viertel: 20:19, 7:24, 20:17, 24:23
Spielfilm: 12:9 (5.), 20:19 (10.), 20:28 (15.), 27:43 (20.), 42:52 (25.), 47:60 (30.), 59:75 (35.), 71:83 (40.)
Teamstatistiken: Würfe aus dem Feld – RheinStars 25 von 58/43%, Falcons (30/59, 51%), FW Köln 85% (11/13) zu 71% (12/17), 9:17 Assists, 34 (10 offensiv): 29 (6) Rebounds, 20:15 Fouls, 8:13 Steals, 1:0 Blocks, 17:14 Turnover.
Zum Boxscore geht es hier: https://bit.ly/4sSKgiR
RheinStars: Cedric Russell (26 Punkte/6 Dreier, 5 Rebounds, 2 Assists), Zac Watson (2, 3 Reb), Jasper Günther (1, 2 Reb.), Konstantin Lehmann (5, 3 Reb), Fynn Rieck, Haris Hujic (2), Timmy Davis (3 Reb), Adam Paige (12/2, 5 Reb.), Marko Cuvalo, Björn Rohwer (4, 2 Reb), Mike Miller (19/2, 3 Ass, 9 Reb).
Tospcorer CedricRussell. Foto: Gero Müller-Laschet



