Koschade und Albrecht helfen den RheinStars

Die RheinStars erhalten Unterstützung aus der Nachbarschaft. Joe Koschade vom Deutzer TV und Bruno Albrecht von den Dragons Rhöndorf zählen ab sofort zun Kader und füllen in den kommenden Wochen die verletzungsbedingten Lücken auf den Guardpositionen. „Wir freuen uns sehr über die Hilfe der Spieler und das Entgegenkommen ihrer Klubs“, sagt Manager Stephan Baeck. Aktuell fehlen den RheinStars in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB die verletzten Guards Viktor Frankl-Maus, Vincent Golson, Moritz Knobloch und Tibor Taras. Allein Routinier Andrej Mangold ist einsatzbereit, aber aus beruflichen Gründen nicht immer verfügbar.

„Ich bin froh, dass das so reibungslos geklappt hat. Gerade in unserer jetzigen Situation werden die zwei uns sehr helfen und wir können uns mit Spielminuten und Trainingszeiten revanchieren. Joe ist ein super Verteidiger und kann ein Spiel organisieren. Bruno mit seinem großen Talent werde ich jetzt erst richtig kennenlernen. Ich freue mich sehr auf die Arbeit mit den beiden in den kommenden Wochen“, sagt Headcoach Johannes Strasser. Spätestens Ende April werden beide Akteure zu ihren Vereinen in die Regionalliga zurückkehren, so sieht es die aktuelle Spielordnung des Deutschen Basketball-Bunds vor. Bis dahin profitieren die Spieler und alle beteiligten Vereine von der Situation.

„Es ist unser erklärtes Ziel mit jungen Talenten und Spielern aus Köln und Umgebung zu arbeiten und diese zu entwickeln. Deshalb haben wir darauf verzichtet, Spieler zu suchen, die eine Ausländerposition besetzen oder von weiter weg zu uns kommen. Wir haben bewusst in der Region nach Spielern gesucht, die uns helfen können“, erklärt Baeck. „Joe ist erfahren, kennt fast alle seine Mitspieler und wir kennen ihn. Mit Bruno kommt ein hochtalentierter junger Mann hinzu, der in den kommenden Jahren eine spannende Entwicklung nehmen wird. Bis die Saison unterbrochen wurde sind beide sind in der Regionalliga überzeugend aufgetreten.“ Der 27 Jahre alte Koschade und Albrecht mit seinen 19 Jahren standen in den ersten Spielen durchschnittlich mehr als 27 Minuten auf dem Feld, verfügen zudem beide über Zweitliga-Erfahrung.

Koschade spielt seine zweite Saison bei den Deutzer „Kellerkindern“, war zuvor zwei Jahre bei den Dragons Rhöndorf. Allerdings war er mit seinem Verein direkt vom Trainingsverbot betroffen und konnte sich nur individuell fit halten in den vergangenen Monaten. „Ich kann endlich wieder Basketball spielen. Das ist doch super.“ Albrecht hingegen konnte als Doppellizenzspieler weiterhin mit dem Erstligakader der Telekom Baskets Bonn arbeiten. Er kam vor der laufenden Saison vom Team Ehingen Urspring zu den Drachen. Spielte davor bei den Niners Chemnitz in der Jugend und absolvierte mit 16 Jahren seine ersten ProA-Minuten. In Köln wird er nicht nur trainieren, sondern endlich wieder im Spiel auf dem Feld stehen können. „Deshalb ist das klasse, dass das jetzt so schnell geklappt hat.“

Joe Koschade, Pointguard, Trikotnr. 21
geb. 1.1.1994, 182cm, 80kg

Vereine
seit 07.2019, Deutzer TV
09.2017 – 06.2019, Dragons Rhöndorf
05.2016 – 05.2017, SG Herzogenrath/Baesweiler
08.2013 – 05.2016, Giants Düsseldorf

Stats Saison 20/21 – Deutzer TV, Regionalliga
5 Spiele, pro Spiel: 27.12min Spielzeit, 8.0 Punkte, 3.2 Assists, 6.4 Eff.

 

Johann Bruno Albrecht, Pointguard, Trikotnr. 23
geb. 28.10.2001, 187cm, 79kg

Vereine
seit 07.2020, Dragons Rhöndorf
08.2019 – 06.2020, Team Ehingen Urspring
07.2017 – 05.2019, Niners Chemnitz
07.2015 – 05.2019, Niners Academy
07.2010 – 06.2015, BBC White Devils Cottbus

Saison 20/21 – Dragons Rhöndorf, Regionalliga
4 Spiele, pro Spiel: 29.40min Spielzeit, 13.2 Punkte, 4.5 Assists. 15.5 Eff.

v.l. Joe Koschade, Headcoach JJ Strasser, Bruno Albrecht. Foto: RheinStars Köln

 

Twotwo Golson operiert – Hamburg-Spiel abgesagt

Nach der Spielabsage gegen den ETV Hamburg durch einen positiven Schnelltest bei den Norddeutschen am Samstagmorgen gab es für die RheinStars eine noch viel schlechtere Nachricht. Die Kölner müssen den weiteren Saisonverlauf wohl ohne Vincent Golson planen.  Der 26 Jahre alte Spielmacher der Kölner wurde unter der Woche von den Spezialisten der Orthopädie am Gürzenich um Mannschaftsarzt Oliver Pütz am linken Sprunggelenk operiert. „Twotwo“ hatte sich beim Überraschungscoup in Bochum am vergangenen Sonntag verletzt. Er erlitt bei einem Zusammenprall mit einem Gegenspielereinen Riss des Syndesmose-Bandes, dass Schien- und Wadenbein zusammenhält.

„Es ist alles gut verlaufen, sagen die Ärzte. Aber der Riss des Syndesmosebands ist eine langwierige Verletzung. Wir können nicht mit Bestimmtheit sagen, dass er in dieser Saison noch einmal für die Mannschaft auflaufen kann“, sagt Manager Stephan Baeck. „Es tut uns allen vor allem persönlich sehr leid für Twotwo, der in dieser Saison noch einmal einen Schritt nach vorne gemacht hat. Er ist Kopf und Motor unseres Spiels und wir hoffen, dass er das auch in Zukunft wieder sein wird.“ Aktuell fehlen damit vier Guards aus unterschiedlichen Verletzungsgründen. Einzig verbliebener Pointguard ist Andrej Mangold.

Golson dankbar für Unterstützung – Suche nach Helfern auf den Guardpositionen läuft

„Ich möchte mich herzlich bei meinen Mannschaftskollegen und Trainern bedanken, wie sie sich rund um die Operation um mich kümmern. Sie schauen täglich bei mir vorbei und passen auf, dass es mir an nichts fehlt. Ich fühle mich sehr umsorgt und werde schneller zurück sein, als alle erwarten“, sagt Vincent Golson. Allerdings gibt es weder für ihn noch für die verletzten Tibor Taras, Viktor Frankl-Maus und Moritz Knobloch aktuell einen Termin für die tatsächliche Rückkehr. Und auch Routinier Mangold kann durch seine weiteren beruflichen Verpflichtungen nicht für jedes Spiel eingeplant werden.

„Aufgrund der aktuellen Situation schauen wir uns deshalb auch nach Spielern um, die in den kommenden Wochen und Monaten auf den entsprechenden Positionen aushelfen können“, sagt Headcoach Johannes Strasser. Am Freitagabend beschlossen die Mitglieder des Deutschen Basketball-Bundes, dass aus den Landesverbänden zwischenzeitlich ausgeliehene oder verpflichtete Spieler ohne Probleme bis Ende April zu ihren aktuellen Klubs zurückkehren können. Beispielsweise wenn die Regionalliga ihren Spielbetrieb wieder fortsetzt. „Hier haben wir schon erfolgreiche Gespräche geführt und werden bis Anfang der Woche die Formalitäten erledigt haben“, sagt Manager Stephan Baeck.

Foto: Gero Müller-Laschet

Volle Konzentration im Aufsteiger-Duell gefordert

Mit einem Sieg über Mitaufsteiger ETV Hamburg könnten die RheinStars ihre gerade begonnene Erfolgsserie fortsetzen. Nach den beiden Siegen beim Ersten und gegen den Zweiten der Gruppe Nord in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB erwarten die Kölner am kommenden Samstag den Tabellenletzten ab 18 Uhr im Basketball Campus Köln. Die Partie wird live auf Sportdeutschland.tv gestreamt. Natürlich gehen die Hausherren als Favorit ins Duell der beiden Aufsteiger. Aber nach den beiden Kraftakten bei den VfL SparkassenStars in Bochum und gegen die WWU Baskets Münster geht Headcoach Johannes Strasser mit gehörigem Respekt in die Partie. „Wenn wir in die Playoffs wollen, ist das ein Spiel, das wir unbedingt gewinnen müssen. Dazu brauchen wir genau dieselbe Intensität und Konzentration wie zuletzt.“

“Wir wollen unbedingt die Serie ausbauen”

Ähnlich sieht es auch Forward Thomas Michel. „Wir wollen unbedingt die Serie ausbauen. Aber dazu müssen wir als Mannschaft unsere Kräfte sammeln, weiter zusammenstehen und uns gegenseitig pushen.“ In Bochum hatten sich die Kölner selbst durch das Ausscheiden von Pointguard Vincent Golson nicht aus der Spur werfen lassen und in einem umkämpften Finale die Übersicht und den 92:84-Sieg behalten.

Zuletzt fehlten auch die Guards Tibor Taras, Viktor Frankl-Maus und Moritz Knobloch verletzt, und auch der immer besser in Form kommende Andrej Mangold ist öfters beruflich anderweitig unterwegs. „Uns fehlen wirklich oft wichtige Spieler, aber trotzdem bekommen wir es dann als Mannschaft irgendwie hin“, sagt Power Forward Bene van Laack, der mit seiner Einsatzfreude immer wieder gerade in den heiklen Phasen vorangeht. Im Hinspiel am 29. Dezember setzten sich die Kölner mit 93:74 im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel durch, dabei glänzte Taras mit 29 Zählern.

Zum Gegner ETV Basketball Hamburg

Die Hamburger pflegen einen unorthodoxen Spielstil, der ihre Gegner immer wieder in Schwierigkeiten bringt, sobald sie sich davon anstecken lassen. Keine Mannschaft nimmt mehr Würfe aus dem Spiel. So kommt es zu teils wilden Spektakeln bei den Spielen des aktuellen Tabellenletzten. Zuletzt erfolgreich waren die ETVler beim bereits zweiten Derbysieg über den SC Rist Wedel. 110:98 ging die Partie aus. Aber auch bei nahezu aussichtslosen Spielständen geben sich die kampfstarken Mannen von Trainerin Sükran Gencay nicht auf. In der Vorwoche verkürzten sie einen 26-Punkte-Rückstand bei der 80:87-Heimniederlage gegen die ART Giants Düsseldorf noch auf sieben Zähler. Die Hauptlast im Spiel tragen dabei die Guards Mubarak Salami und Abdulai Abaker, die zusammen für mehr als die Hälfte der ETV-Punkte verantwortlich sind. Dazu kommt noch der 36 Jahre alte Litauer Vidmantas Uzkuraitis, der zusammen mit Salami und Abaker ebenfalls mehr als 30 Minuten auf dem Feld steht.

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Bene van Laack Foto: Gero Müller-Laschet

 

RheinStars kämpfen sich zum nächsten Coup

Mit einem weiteren Coup sorgen die RheinStars für die nächste Überraschung in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Gruppe Nord. Nachdem die Kölner in der Vorwoche den damaligen Zweiten WWU Baskets Münster besiegt hatten, gelang gestern ein 94:82 (48:44) bei den VfL SparkassenStars Bochum. Dem derzeitigen Tabellenführer fügte die Mannschaft von Headcoach Johannes Strasser dabei die erste Niederlage der Saison in der heimischen Rundsporthalle am Stadion bei. „Ich bin stolz auf die Mannschaft, dass wir uns nach einem katastrophalen ersten Viertel zurück ins Spiel gekämpft und noch gewonnen haben“, freute sich Headcoach Johannes Strasser.

Der Sonntagabbend im Herzen des Ruhrgebiets bot wohl alles, was ein Basketballspiel ausmacht. Spektakuläre Punkte, Führungswechsel, teils wilden Kampf unter beiden Körben, haarsträubende Fehler, eine spannende Schlussphase und – zumindest für den Kölner Teil – ein Happyend. „Beide Mannschaften sind momentan in einer ähnlichen Situation: mit vielen wichtigen Spielern, die verletzt sind. Wir kommen nicht so richtig in unseren Rhythmus, deswegen ist der Sieg heute umso höher zu bewerten“, führte JJ Strasser aus.  „Vincent ist ja auch noch verletzt raus. Das hat uns nochmal sehr weh getan, zumal wir auf den kleinen Positionen derzeit dünn besetzt sind. Ihm geht es den Umständen entsprechend ok, wir schauen jetzt mal was Röntgen und MRT ergeben“ Golson war in der 27. Minute am linken Unterschenkel verletzt worden und wird am Montag untersucht.

Es war jedoch beeindruckend, wie die RheinStars sich sowohl von der Anfangsphase als auch von den Rückschlägen während des Spiels nicht umwerfen ließen. Sie kämpften unverdrossen als Mannschaft und hatten dann immer wieder Spieler auf dem Feld, die nicht nur Verantwortung übernahmen, sondern auch noch ihre Würfe zum richtigen Zeitpunkt trafen oder ihren Job machten.   

Von Viertel zu Viertel – Erstes Viertel 24:33
Die RheinStars starten wie schon gegen Münster mit Vincent Golson und Andrej Mangold im Aufbau. Dazu kommen Bene van Laack, Thomas Michel und wie beim ersten Aufeinandertreffen mit Bochum, der Ex-VfLer FloWendeler.  Es fehlen weiterhin Viktor Frankl-Maus und Tibor Taras sowie Moritz Knobloch, der im Training umgeknickt ist. Den Bochumern fehlen die Leistungsträger Lars Kamp und Elijah Allen. Köln erwischt dabei einen schlimmen Start gegen hellwache Hausherren. Beim Stand von 7:17 nach etwas mehr als drei Spielminuten holt der Headcoach seinen Mannen zur Auszeit. Aber Bochum spielt auch danach weiterhin entschlossener, ist in der Transition gedankenschneller. Und obwohl die Kölner zudem noch mindestens vier eher einfachere Korbleger auslassen, liegen die RheinStars nur mit neun Punkten hinten nach dem ersten Viertel (24:33). Durchaus schmeichelhaft. 

Zweites Viertel 20:15
Und obwohl sich das erste Viertel leistungsmäßig so unterschiedlich zwischen den Teams anfühlte, wird es ebenso plötzlich ein Spiel auf Augenhöhe. Und es wird ersichtlich, wie sehr die Hausherren an diesem Abend an der Arbeit und dem Können ihres Spielmachers Niklas Geske (14 Punkte, 9 Assists zur Pause, 30 und 10 am Ende) hängen. Kaum ist er draußen, verlieren die Bochumer ihren Takt. Köln kommt in Fahrt, schleicht sich heran und zieht mit einem 14:0-Lauf (38:35) vorbei. Zwar schalten die VfLer weiter oft schneller um als die RheinStars, aber sobald diese in der Verteidigung aufmerksam agieren, leisten sich auch die Gastgeber leichtere Fehler. Gerade im Pick´n´roll sind die Kölner nun auf der Hut. Allerdings wechselt die Führung von 44:41 wieder zu 44:48 aus Kölner Sicht. Trotzdem, jetzt fühlt es sich ausgeglichen an. Gleiche Anzahl Rebounds (21:21), beide hochprozentig sicher von der Freiwurflinie (11:11) und mit jeweils fünf erfolgreichen Dreiern.

Drittes Viertel – 27:13
Es werden die Minuten von Thomas Michel. Wie bei einem eingespielten Operationsteam bringen die mittlerweile stark im Kollektiv verteidigenden Kölner ihren wurfstarken Forward immer wieder in Position – und der trifft dann phasenweise mit der Präzision eines Chirurgen. Seine erste drei Dreier bringen die Kölner auf Schlagdistanz heran, bevor Wendeler ein weiteres Dreipunktespiel – Korb plus Freiwurf – hundertprozentig abschließt und die RheinStars wieder in Führung bringt (56:54/24.). Mit dem vierten Michel-Dreier in Serie bauen die Gäste ihren Vorsprung aus (63:58/26.). Köln übernimmt zusehends das Kommando auf dem Feld, der Vorsprung wächst auf 71:58. Zwei Hypotheken nehmen die RheinStars jedoch mit ins letzte Viertel. Golson scheidet drei Minuten vor dem Ende verletzt aus. Im Fußball würde man sagen, nach einem überharten Einsteigen. Das aber bleibt ungeahndet. Mangold geht zudem mit vier Fouls als letzter verbliebener Aufbau und Ballhandler beim Stand von 71:61 in die abschließenden zehn Minuten, weil die Schiedsrichter in der 30. Minute ein Offensivfoul gesehen haben.

Viertes Viertel – 23:21
Mit einem Tipp-In von Kneesch erhöhen die RheinStars zwar auf 73:61, doch die Zone der Bochumer bringt in der Folgezeit die Kölner Angriffsarbeit zum Stillstand. Bereits nach knapp 90 Sekunden nimmt Strasser seine erste Auszeit im zweiten Durchgang. Doch auch danach bekommen die Kölner keinen Druck auf die Zone. Gut fünfeinhalb Minuten bleiben sie ohne Korberfolg, während sich die Hausherren heranrobben gegen weiterhin gut verteidigende Gäste. In der 36. Minute nimmt Strasser die zweite Auszeit (73:71). Und endlich, endlich treffen die RheinStars wieder. Marco Porcher Jimenez eröffnet mit einem Dreier zum 76:71 die Schlussphase. Nochmal erholen sich die Bochumer, gelangen bei 76:77 sogar wieder in Front (38.). Aber nun kontern die Kölner eiskalt: van Laack zum 79:77 (38.). Der überzeugend und selbstbewusst spielende Mangold zum 82:77 (39.) und 85:77 (39.). 65 Sekunden vor Schluss landet ein Dreier von Karl Dia zum 88:79 im Bochumer Korb. Die Vorentscheidung. Auch wenn der VfL weiter die Rheinstars mit Fouls an die Linie zwingt, die Nummer ist durch. Wendeler beschließt den Abend an alter Wirkungsstätte mit zwei Freiwürfen zum Endstand. Die dezimierten RheinStars jubeln über den nächsten Coup.

Spielfilm:  14:22 (5.), 24:33 (10.), 38:35 (15.), 44:48 (20.), 58:56 (25.), 71:61 (30.), 73:61 (35.), 94:82 (40.) 

Teamstats: Köln 41% zu Bochum 60% (2er), 44%:21% (3er), 66:71 Würfe aus dem Feld, 79%/93% (Freiwürfe), 28:26 Assists, 46:35 Rebounds (10:4 Offense), Ballverluste 14:11, Steals 5:8, Geblockte Würfe 1:3, Teamfouls 19:24.

RheinStars:  Andrej Mangold (15 Punkte/3 Dreier, 8 Assists, 5 Rebounds, 3 Steals), Vincent Golson (11, 7 Assists), Yannick Kneesch (7, 7 Rebound), Thomas Michel (22/6, 5 Assists), Florian Wendeler (7, 7 Rebounds), Muhammed Yildiz (2), Karl Dia (3/1), Marco Porcher Jimenez (12/2), Bene van Laack (12/2, 9 Rebounds), Max Dohmen (3/1). Ohne Spielzeit: Roni Sijarina

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Foto: Gero Müller-Laschet

Mit Außenseiterchancen zum Tabellenführer nach Bochum

Mit den VfL Sparkassenstars Bochum wartet auf die RheinStars am kommenden Sonntag die schwerstmögliche Auswärtsaufgabe der bisherigen Spielzeit. Ab 17 Uhr prüfen die Kölner den derzeit klaren Tabellenführer der Gruppe Nord in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB. Zudem sind die Bochumer in ihrer Rundsporthalle noch ungeschlagen und haben dabei fünf ihrer sechs Siege mit mehr als zehn Punkten Differenz geholt. Allerdings trafen sich die beiden Kontrahenten erst vor gut zweieinhalb Wochen im Basketball Campus Köln – und da war es mit 93:95 eine knappere Sache als erwartet. Die Partie wird live auf sportdeutschland.tv gestreamt – mit Vorlauf ab 16.30 Uhr.

„Wir hatten den Ausgleich in der letzten Sekunde auf der Hand. Das war sehr ärgerlich. Wir müssen am Sonntag schon sehr, sehr gut spielen, um überhaupt eine Chance zu haben. Es kann wieder eine knappe Kiste werden, wenn wir das schaffen. Ich glaube, wir gehen als Außenseiter, aber mit Chancen ins Spiel“, sagt Guard Andrej Mangold. „Nach den letzten schwierigen Wochen bin ich froh, dass uns beim Sieg gegen Münster ein kleiner Befreiungsschlag gelungen ist. Da haben wir wieder den Basketball gezeigt, den wir spielen wollen: aggressive Defense und schnell nach vorne.“

Mit sieben Saisoneinsätzen ist Mangold trotz seiner beruflichen Verpflichtungen auf einem guten Weg, die zehn Spiele aus der vorherigen Saison zu überbieten. Hundertprozentig zufrieden ist er mit sich allerdings noch nicht. „Es waren einige Spiele dabei, wo ich überhaupt nicht zufrieden war mit mir. Sicherlich auch dadurch bedingt, dass ich nicht hundertprozentig fit war und nicht auf meinem Kampfgewicht. Ich bin aber seit ein paar Wochen dabei, dass zu bekommen. Münster hat gezeigt, dass auch meine Formkurve wieder Richtung Normalität zeigt“, sagt der mit 34 Jahren erfahrenste RheinStar. „Ansonsten glaube ich, dass wir vom Kaliber her die Chance haben, wirklich jede Mannschaft in der Liga zu schlagen. Wenn Viktor Frankl-Maus und Tibor Taras zurückkommen, sind wir sicherlich eines der unberechenbarsten Teams der Liga und können für Überraschungen sorgen. Aber jetzt geht es erstmal darum, eine gute Platzierung in der Liga zu holen, um dann hoffentlich die Playoffs zu erreichen.“

Über den nächsten Gegner

Die VfL SparkassenStars Bochum spielen seit 2013 in der ProB. Zur laufenden Saison wurde in den Medien als klares Ziel der Aufstieg in die BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA ausgegeben. So wurde der Kader des spanischen Trainers Felix Banobre entsprechend verstärkt. Mit Niklas Geske, Johannes Joos, Killian Dietz, Miguel Rodriguez und auch Elijah Allen wurden zahlreiche Spieler verpflichtet, die zum einen über Erfahrung verfügen, sich zum anderen aber auch bereits höherklassig bewiesen haben. Bis auf den schon länger verletzten Allen zählen die Neuzugänge mit dem etablierten Lars Kamp zu den Leistungsträgern. So stehen die Bochumer mit zwei Siegen Vorsprung wenig verwunderlich auf Platz eins der Gruppe Nord.

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Foto: Gero Müller-Laschet

Mit Flo Wendeler kommt die Wende

Mit einem überraschenden Erfolg haben sich die RheinStars sportlich zurückgemeldet. Dank einer engagierten Teamleistung schlugen die Kölner den Tabellenzweiten WWU Baskets Münster am Samstagabend mit 97:86 (53:40) und festigten ihren Mittelplatz in der Nordgruppe der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB. „Kompliment an die Mannschaft, vor allem wie sie nach einer schwierigen Anfangsphase gute Lösungen gefunden und das Spiel gedreht hat“, sagte Manager Stephan Baeck nach dem ersten Punktspielsieg im Basketball Campus Köln. Nun genießen die RheinStars zwei Tage Pause, bevor dann die Vorbereitung auf die nächste Partie beginnt. Sonntag, den 24. Januar reisen die Kölner zum Tabellenführer VfL Sparkassen Stars nach Bochum.

Nach vier Niederlagen in Folge hatten sich die RheinStars gegen die favorisierten Gäste selbst aus ihrem Tief herausgearbeitet. Auch ohne ihren beiden Guards Tibor Taras und Viktor Frankl-Maus, deren Rückkehr weiterhin offen und ohne Termin ist, setzten sich die Kölner gegen einen nahezu komplett angetretenen Kontrahenten durch. Basis dazu war nach einem zähen Beginn eine intensive Gemeinschaftsleistung, bei der Flo Wendeler eine herausragende Rolle spielte. „Ich hatte von Beginn an ein gutes Gefühl und dann bin ich auch noch gut ins Spiel gekommen“, sagte Wendeler, mit dessen Einwechslung sich das Spiel im ersten Viertel Richtung Köln drehte.

„Ich bin echt zufrieden mit dem Spiel, mit der Intensität und dem Fokus, mit dem wir gespielt haben. Dass haben wir schon lange nicht mehr so aufs Parkett gebracht. Nachdem wir uns zurückgekämpft haben, haben wir ein richtig gutes zweites Viertel gespielt. Vor allem hat uns die Defense richtig geholfen heute“, freute sich Headcoach Johannes Strasser. „Ich bin stolz auf die Jungs. Gegen so einen starken Gegner zu gewinnen in der Situation in der wir gerade sind. Und ich freue mich über den ersten Sieg hier im Trainingszentrum. Der Fluch ist gebrochen. Das war auch wichtig für uns.“ Einen entscheidenden Anteil am Erfolg schrieb JJ Strasser auch der ersten normalen Trainingswoche nach dem engen Takt mit den vielen Spielen über den Jahreswechsel zu: „Wir waren physischer und hatten mehr Energie zu verteidigen und zu laufen. Das ist das, was uns die letzten Wochen gefehlt hat.“ 

Von Viertel zu Viertel – Erstes Viertel 24:26
Die RheinStars starteten diesmal mit Vincent Golson, Andrej Mangold, Bene van Laack, Thomas Michel und Yannick Kneesch. Wie schon in den vergangenen Spielen versuchen die Gäste die RheinStars erst gar nicht ins Laufen kommen zu lassen. Früh üben sie Druck auf Golson und Mangold aus. Zu Beginn geht die Rechnung absolut auf. Bis zum 9:19 haben die Baskets alles im Griff. Doch wie das manchmal so ist, schlägt sich das Spielglück überraschend auf die Seite der Gastgeber. Kneesch hat in der 7. Minute nach einer Aktion gegen Kai Hänig das zweite Foul bekommen – und wird gegen Flo Wendeler getauscht. Und der wird zum Gamechanger. Mit ihm und seiner Energie unter dem Korb kommen die Westfalen nicht zurecht, die RheinStars fangen und finden sich. Mit Wendeler als emotionalem Leader und acht Punkten in der Phase. Punkt für Punkt schleichen sich die Kölner heran. 

Zweites Viertel – 29:14
Dass bis dahin überschaubare Spiel der Hausherren entfaltet sich plötzlich, gewinnt an Variabilität. Und mit jeder guten Aktion kehrt das Selbstbewusstsein zurück in die Kölner Mannschaft.  Mal geht der Ball erfolgreich nach innen, dann von innen wieder raus oder bleibt außen. Dazu schmeißen sich die Kölner in jeder Situation mit allem was sie haben in die Schlacht. Defensiv wie offensiv. In den zweiten zehn Minuten legen die RheinStars den Grundstein für den ersten Sieg im Basketball Campus Köln. Neun Offensivrebounds holen Wendeler & Co bis zur Pause. „Die haben uns vor allem emotional richtig weh getan“, befindet Baskets-Coach Philipp Kappenstein später. Und Wendler liegt mit 14 Punkten und einer Trefferquote von 75% auf sogar Kurs Topscorer.  Zudem sammelt er in Verbund mit Van Laack fast die Hälfte der Kölner Rebounds ein. Köln zieht von 30:33 (14.) mit einem 11:0-Lauf zum 41:33 (17.) an Münster vorbei und geht mit einem 13-Punkte-Vorsprung in die Halbzeit.

Drittes Viertel – 22:16
Die RheinStars spielen sich in einen in den vergangenen Wochen lange vermissten Flow. Zudem glänzen Mangold und Golson mit vielen Anspielen, sind kaum zu stoppen in ihren Aktionen. Bis auf 63:42 (24.) und damit auf 21 Punkte steigt der Vorsprung. Auf der anderen Seite finden die Münsteraner keinen Zugriff auf Spiel und Gegner. Köln ist dagegen aufmerksam und kann so den Vorsprung kontrollieren. Bezeichnend für die Ratlosigkeit der Gäste: In der letzten Minute des dritten Viertels kommen die Baskets bis zum Ablauf der Angriffszeit von 24 Sekunden weder zum Wurf noch zum Korb.  Coach Kappenstein nimmt völlig genervt 15 Sekunden vor der letzten Viertelpause seine zweite Auszeit. Er hat verschärften Redebedarf mit seinen Mannen 

Viertes Viertel – 22:30
Erst einmal aber ändert sich nichts. Die RheinStars diktieren weiter das Geschehen. 80 Sekunden nach Beginn des Viertels liegen sie 83:59 vorne. Mit 24 Zählern wäre sogar der direkte Vergleich gewonnen – doch der Gedanke verschwindet so schnell wie er gekommen ist. Die RheinStars bleiben Chef im Ring. Aber hier und jetzt geht es nicht um Zahlenspiele, sondern einzig und allein um das lange Zeit vermisste Gefühl des Sieges. Knapp fünf Minuten vor Schluss steht es 93:72. Erst jetzt lassen die Schritte der Hausherren etwas nach, der Blick richtet sich nun auf das Herunterspielen der Uhr und die Kontrolle des Gegners. So können die Münsteraner noch Ergebniskosmetik betreiben und erreichen bei nur noch -11 einigermaßen erträglich aus ihrer Sicht das Spielende.

Spielfilm:  9:13 (5.), 24:26 (10.), 36:33 (15.), 53:40 (20.), 65:50 (25.), 75:56 (30.), 93:72 (35.), 97:86 (40.) 

Teamstats: Köln 51% zu Münster 47% (2er), 44%:59% (3er), 68:60 Würfe aus dem Feld, 91%/73% (Freiwürfe), 24:17 Assists, 34:33 Rebounds (14:11 Offense), Ballverluste 14:22, Steals 10:7, Geblockte Würfe 1:2, Teamfouls 18:25.

RheinStars:  Andrej Mangold (7 Punkte/1 Dreier, 10 Assists, 4 Steals), Vincent Golson (22/2, 8 Assists), Yannick Kneesch (6), Roni Sijarina, Thomas Michel (14/2, 5 Rebounds, 3 Steals), Florian Wendeler (16, 8 Rebounds), Muhammed Yildiz, Karl Dia (4), Marco Porcher Jimenez (6/2), Bene van Laack (15/3, 7 Rebounds), Max Dohmen (7/1).

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Foto: Gero Müller-Laschet

“Wir werden alle zusammen noch eine gute Saison spielen”

Mit den WWU Baskets Münster stellt sich der nächste Ligafavorit im Basketball Campus Köln vor. Am kommenden Samstag erwarten die RheinStars den aktuellen Tabellenzweiten der ProB-Nordgruppe in der BARMER 2. Basketball Bundesliga. Tipoff ist um 18 Uhr, das Spiel wird im Livestream übertragen. Spannend wird vor allem eine Antwort auf die Frage sein, ob die Kölner endlich mal wieder die Münsterländer schlagen können. Zuletzt kassierte der Aufsteiger im Hinspiel mit 71:93 die höchste Saisonniederlage und zog auch in den Testspielen davor nach ähnlichem Muster den Kürzeren: Die Baskets wirkten stets einen Tick elanvoller, entschlossener und reifer in ihrem Spiel.

Publikumsliebling Max Dohmen ist neben Andrej Mangold (34) der erfahrenste Akteur der RheinStars. „Wir sind in einer schwierigen Phase. Aber ich bin optimistisch, dass wir uns da in nächster Zeit wieder selbst herausarbeiten.“ Optimistisch stimmen den bald 33 Jahre alten Forward dabei die jüngsten Eindrücke im Training. „Ich weiß, dass wir besser spielen können und das auch bald wieder tun werden. Der Zusammenhalt im Team ist auf jeden Fall da, die Intensität im Training nimmt zu, das Niveau wieder besser. Das müssen wir noch in unsere Spiele übertragen, dazu intensiver verteidigen.“ Zwischen den Jahren mit den sechs Spielen in 16 Tagen war zielgerichtetes Training und eine klare Ausrichtung auf die Gegner schwierig. Jetzt sind die RheinStars wieder in den normalen Rhythmus zurückgekehrt.

Seine Saisonentwicklung selbst sieht Max Dohmen da durchaus beispielhaft. „Ich bin dieses Jahr nur schleppend reingekommen. Nach der Quarantäne fehlte die Basis, dazu kommt meine normale Arbeitsbelastung. Außerdem fehlen mir die Fans, nicht nur für mein Spiel.“ Seit Jahresbeginn und der Rückkehr von der Nord-Tour steigt jedoch sein Gefühlsbarometer wieder an, er ist wieder wesentlich vernehmbarer auf und neben dem Feld – und irgendwann kommt dann auch die komplette Leistungsfähigkeit zurück. Davon ist er überzeugt: „Es fühlt sich besser an. Ich bin mir sicher, wenn wir uns endlich gefangen haben, dann werden wir alle zusammen noch eine gute Saison spielen.“

Über den nächsten Gegner Münster

Sechs ihrer letzten sieben Spiele haben die WWU Baskets Münster gewonnen, darunter in der vergangenen Woche das Spitzenspiel gegen die Itzehoe Eagles in eigener Halle am Berg Fidel mit 85:81 (53:51). „Wie wir gerade in der zweiten Halbzeit defensiv den Zugriff gehalten haben, wie wir gegengehalten haben auf den großen Positionen, vor allem auch die Schützen aus dem Spiel gehalten haben, das war wirklich die beste Defensivhalbzeit, die wir dieses Jahr gespielt haben“, kommentierte sich Headcoach Philip Kappenstein auf der Website der WWU Baskets  – und dies, obwohl ihm mit Cosmo Grühn, Adam Touray und Helge Baus drei Leistungsträger fehlten.

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RheinStars gehen nach Aufholjagd die Kräfte aus

Am Ende war der Tank leer. Zum Abschluss ihres Parforceritts über den Jahreswechsel mit sechs Auftritten in 16 Tagen unterlagen die RheinStars mit 80:92 (30:48) den EN Baskets Schwelm.  Mit nur einem Sieg aus den letzten sechs Spielen rangiert der Aufsteiger nun in der unteren Hälfte der Nordgruppe in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB. Da in den nächsten beiden Spielen mit den WWU Baskets Münster und dem Rückspiel bei den VfL SparkassenStars Bochum zwei Hochkaräter warten, richtete sich der Blick der Kölner am Samstagabend im Basketball Campus Köln nach der Partie eher nach unten als nach oben im Tableau.

Headcoach Johannes Strasser jedenfalls war bedient nach den 40 Minuten im NRW-Duell. Waren im Spiel gegen Bochum am Mittwoch noch alle Akteure hellwach in die Partie gegangen, hatten seine Mannen diesmal die erste Hälfte komplett vergeigt.  Zwar folgt ein atemberaubendes drittes Viertel, dann aber waren wohl endgültig alle Kraftreserven des dezimierten Kaders aufgebraucht. „Wir sind aktuell nicht in der Verfassung, um Basketball auf diesem Niveau zu spielen. Dafür machen wir zu viele Fehler“, kommentierte Strasser. Zudem fehlte diesmal neben Viktor Frankl-Maus mit Kapitän Tibor Taras eine weitere wichtige Stütze im Angriffsspiel der Kölner.

Taras, der wie Frankl-Maus vor Wochen umgeknickt war, hat derzeit wieder Probleme mit seinem Fuß. Die Belastung zwischen den Jahren mit der Nordtour nach Hamburg und Itzehoe und der Reise zu den Sixern war wohl zu hoch. So muss sein Kapitänskollege Vincent Golson aktuell die Kreationslast weitgehend alleine tragen. Auch gestern war er wieder der mit Abstand beste und erfolgreichste Kölner (24 Punkte, 9 Assists). „Wir haben uns toll wieder herangekämpft“, lobte Taras. „Aber am Ende fehlte uns die Kraft und wir haben nichts mehr getroffen.“ Bis Dienstag haben die RheinStars nun frei – und alle schienen froh über die bevorstehende zweitägige Pause. Dann beginnt die Vorbereitung auf die nächsten Spiele.

Von Viertel zu Viertel – Erstes Viertel 15:25
Die RheinStars starten mit Golson, Marco Porcher Jimenez, Bene van Laack, Thomas Michel und Yannick Kneesch. Gegen die aggressiv verteidigenden Schwelmer kommen die Hausherren aber von der ersten Minute an kaum zurecht. Es wird zu einer zähen Angelegenheit. Wobei die Gäste in der Defensive ackern und schnell umschalten, während den Kölnern kaum etwas einfällt. Die RheinStars bewegen sich und den Ball langsam bis gar nicht. Bei 12:17 nimmt Headcoach Strasser die erste Auszeit, versucht zu wecken. Doch es ändert sich im Grunde nichts. Mit 15:25 geht es in die erste Viertelpause. Köln hat ganze zwei Körbe aus dem Spiel heraus erzielt, den Rest von der Freiwurflinie. Dazu kommen sieben Ballverluste.

Zweites Viertel – 15:23
Drei Minuten lang scheinen sich die RheinStars aufrappeln zu können. Eingeleitet von einem Dreier durch Max Dohmen gelingt ein 7:0-Lauf zum 22:25. Schwelm nimmt die Auszeit und kann den Kölner Elan einbremsen. Während sich die Hausherren an sich selbst und Schwelm abarbeiten, genießen die Gäste viele Freiheiten im Angriff. Mannschaftsdienlich (16:5 Assists für die Baskets) ziehen sie nahezu unbehelligt Punkt um Punkt davon. Bei 30:48 geht es in die Pause. Die Auseinandersetzung erinnert zeitweise an einen ungleichen Boxkampf. Immerhin, bevor sie endgültig k.o. gehen, werden die Kölner vom „Gong“ gerettet und können sich zur Pause neu sammeln in der Kabine.

Drittes Viertel 35:17
Tatsächlich scheinen sich die RheinStars selbst bei der Ehre zu packen. Endlich sind sie da, der Wille ist greifbar. So möchte man sich wohl nicht weiter vorführen lassen – und zumindest in diesem einen Viertel ist ein Teil von dem zu sehen, was unlängst noch vorhanden war. Plötzlich wird der Korb attackiert, die Pässe fliegen schneller und genauer, die Werfer sind frei, werfen und treffen dann auch. Nun taumeln die Gäste wie ein angeschlagener Boxer übers Parkett. Sie bekommen vor allem Golson nicht gestoppt. Der Pointguard zieht entweder zum Korb und punktet – oder passt auf die Außenpositionen. Jenseits der Dreierlinie treffen die RheinStars zehn Minuten lang nahezu alles (6 von 8). Dreimal van Laack – am Ende mit Double-Double (12 Punkte, 10 Rebounds), einmal Mangold und zweimal Porcher Jimenez. Er macht auch den Deckel aufs Viertel mit seinem Dreier zum 65:65-Ausgleich Sekunden vor der Pause. 

Viertes Viertel – 15:27
Doch so schnell die RheinStars zurückgekommen sind, so früh entgleitet ihnen wieder das Heft des Handelns. Natürlich kostet auch die Schwelmer das Spiel eine Menge Kraft und Konzentration. Die Fehlerquote liegt bei allen Beteiligten hoch. In der 33. Minute beim Stand von 70:69 für Köln nimmt Schwelms-Coach Falk Möller seine zweite Auszeit in der zweiten Hälfte. Es wird die entscheidende. Die Baskets raufen sich zusammen und profitieren im weiteren Verlauf von den Kölner Fehlern, die ihren Drive verlieren. Mit einem 0:12-Lauf zum 70:81 entschwindet den RheinStars erst der Anschluss, schließlich das Spiel.   

Spielfilm:  7:6 (5.), 15:25 (10.), 22:32 (15.), 30:48 (20.), 49:57 (25.), 65:65 (30.), 70:73 (35.), 80:92 (40.) 

Teamstats: Köln 48% zu Schwelm 60% (2er), 32%:19% (3er), 62:76 Würfe aus dem Feld, 87%/74% (Freiwürfe), 16:24 Assists, 37:43 Rebounds (7:12 Offense), Ballverluste 13:8, Steals 4:5, Gebblockze Würfe 3:3, Teamfouls 22:18.

RheinStars:  Andrej Mangold (10 Punkte/1 Dreier), Vincent Golson (24 Punkte, 9 Assists), Yannick Kneesch (5/), Moritz Knobloch, Thomas Michel (2), Florian Wendeler (9, 6 Rebounds), Karl Dia, Marco Porcher Jimenez (13/4, 4 Rebounds), Bene van Laack (12/4, 10 Rebounds), Max Dohmen (5/1, 4 Rebounds). Ohne Spielzeit: Roni Sijarina, Muhammed Yildiz

Die komplette Statistik gibt es hier https://bit.ly/3pWi4vo

Foto: Gero Müller-Laschet

NRW-Duell mit Tabellennachbar Schwelm

Mit einem direkten Tabellennachbarn bekommen es die RheinStars am morgigen Samstag zu tun. Im Basketball Campus Köln erwarten die Kölner die EN Baskets Schwelm zum nächsten Duell zweier Teams aus Nordrhein-Westfalen. Um 18 Uhr ist Tip-off, die Parie am 13. Spieltag der ProB-Gruppe Nord der BARMER 2. Basketball Bundesliga wird weiter allein im Livestream für die Fans beider Mannschaft zu verfolgen sein. Das Hinspiel gewannen die Kölner Mitte November mit 79:78 durch drei Freiwürfe des zuletzt verletzt fehlenden Viktor Frankl-Maus in der letzen Sekunde.

Trotz der Corona-Pause zu Beginn der Saison haben die Kölner als Aufsteiger mittlerweile alle ausgefallenen Partien nachgeholt und kehren mit dem Samstagsspiel gegen Schwelm in den normalen Turnus des ursprünglichen Spielplans zurück. Obwohl die RheinStars damit gegen alle Mannschaft mindestens einmal gespielt haben, hält sich Manager Stephan Baeck mit Prognosen über den weiteren Saisonverlauf in der Liga zurück. „Durch die immer wiederkehrenden Ausfälle von Spielen und Training für alle Teams lässt sich die Liga nur schwer einschätzen. Von den bisherigen Eindrücken würde ich weiterhin Bochum und Münster als die stärksten Mannschaften einschätzen. Beide sind ausgeglichen und tief besetzt und stehen ja auch oben in der Tabelle“, sagt Baeck.

Die Kölner schlossen die Hinrunde mit sechs Siegen aus elf Spielen ab und kämpfen im engen Mittelfeld der Liga um einen der acht Playoff-Plätze. Eigentlich alles wie erwartet. „Wir hatten einen guten Start und zuletzt eine wirklich schwierige Phase, aus der wir uns gerade wieder herauskämpfen“, sagt Baeck. „Gegen Bochum war es ein erster Schritt, gegen Schwelm soll der nächste folgen.“ Ein Sieg wäre umso wichtiger, weil er einen Konkurrenten auf Distanz halten würde. Köln steht als Sechster aktuell bei 6:6-Siegen, Schwelm als Siebter mit zwei Spielen weniger bei 5:5.

Über den nächsten Gegner EN Baskets Schwelm

Anders als die Kölner Saisonkurve läuft die Schwelmer Saison bislang gleichmäßig und ohne große Ausschläge. Zuhause wird meist gewonnen, auswärts eher verloren. Siege und Niederlagen wechseln sich ab. Zum Jahresstart aber ließen die Baskets durch den 94:86-Erfolg über die WWU Baskets Münster aufhorchen. Neben den Stammkräften hat auch die Rückkehr von Forward Marco Hollersbach die Kaderqualität angehoben. Der talentierte 20 Jahre alte ehemalige Hagener und ProA-Akteur fehlte nach einer langwierigen Knieverletzung noch im Hinspiel. Auch wenn Schwelm etwas mehr das Innenspiel sucht und die Kölner von außen öfters werfen, sind die Kontrahenten auch in nahezu allen Teamstatistiken nah beieinander. Passend zum Tabellenstand. Die verlässlichsten Punktesammler der Gäste sind Montreal Scott (17 pro Spiel), Nikita Khartchenkov (14,3), Milen Zahariev (12,3) und Anell Alexis (9,5), Sohn des legendären ALBA-Berlin-Spielers Wendell Alexis.

Zur Livestream-Buchung geht es hier

Karl Dia Foto: Gero Müller-Lascht

 

 

RheinStars unterliegen in packendem Kampfspiel

Die RheinStars sind wieder auf dem richtigen Weg, auch wenn das Ergebnis am Mittwochabend noch nicht zum Jubilieren einlud. In einem packenden Kampfspiel unterlagen die Kölner den favorisierten VfL SparkassenStars aus Bochum knapp mit 93:95 (39:46). Dabei hatte Kapitän Vincent Golson den Ausgleich in der Schlusssekunde in der Hand, konnte aber den Ball aus nächster Distanz nicht im Korb des Tabellenführers unterbringen. „Schade, dass es heute gegen eine sehr gute Bochumer Mannschaft nicht ganz zum Sieg gereicht hat“, sagte Manager Stephan Baeck. Mit dem Spiel gegen Bochum ist nun die Hinrunde in der ProB-Gruppe Nord abgeschlossen, am Samstag (18 Uhr) geht es mit dem zweiten Rückrunden- und nächsten Heimspiel gegen die EN Baskets Schwelm in der 2. BARMER Basketball Bundesliga weiter.

Baeck weiter: „Aber die Mannschaft hat wieder ihr wahres Gesicht gezeigt. Diese Art und Weise, diese Intensität, mit der jeder einzelne Spieler gespielt hat, wollen wir sehen. Im zweiten Schritt müssen wir die viele einfachen Ballverluste abstellen, die uns heute wohl das Spiel gekostet haben, und besser in der Penetration verteidigen.“ Headcoach Johannes Strasser sah es genauso und hob zwei Schlüsselszenen dabei heraus: „Im zweiten Viertel haben wir sie durch unsere Ballverluste ins Spiel gelassen und bei 74:75 verlieren wir nochmal zweimal den Ball, anstatt in Ruhe weiterzumachen. Es war auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung nach den letzten Spielen, in denen wir einfach nicht so viel Energie hatten und auch ein bisschen müde gewirkt haben. Heute haben wir das besser gemacht, von der Körpersprache, von der positiven Kommunikation. Schade, dass wir es dann nicht doch noch in die Verlängerung geschafft haben.“ Und schade auch für Golson, der seine 25 Punkte und 13 Assists hätte krönen. Er war mit dem aktuell herausragenden Bochumer Niklas Geske auch bei der Effektivität gleichauf (33:34), hatte sogar vier Punkte und zwei Assists mehr.

Von Viertel zu Viertel – Erstes Viertel 20:18
Die RheinStars starten anders in den letzten Wochen mit dem Ex-VfLer Flo Wendeler für Yannick Kneesch, ansonsten aber wie gewohnt mit Vincent Golson, Marco Porcher Jimenez, Thomas Michel und Bene van Laack und Yannick Kneesch. Zudem ist Andrej Mangold wieder mit von der Partie. Köln kommt ordentlich ins Spiel, hält gegen die Bochumer gut mit, bei denen einige Leistungsträger fehlen. Es entwickelt sich ein ansehnlich schnelles Spiel. Köln versucht sein Glück vor allem aus der Nah- und Mitteldistanz. Die Gäste attackieren konzentriert die RheinStars-Zone. Sie müssen trotzdem viel von außen werfen, weil die Kölner hier noch „ihren Laden in der Mitte dichthalten“. In der ausgeglichenen Partie fällt eigentlich nur das Desaster des Tabellenführers aus der Reihe. Alle sechs Freiwürfe im ersten Viertel gehen daneben.

Zweites Viertel – 19:28
Es bleibt ausgeglichen. Allerdings werden die Bochumer mit ihren Aktivitäten unter dem Korb erfolgreicher, bleiben zusätzlich von außen gefährlich. Die RheinStars spielen auf Augenhöhe mit, offenbaren aber zusehends Probleme in diesem Durchgang. Die Angriffe wirken unrund und geraten mitunter ins Stocken, dazu kommen alleine neun Ballverluste in zehn Minuten – und sie attackieren nicht bzw. zu verhalten den Bochumer Korb. Immerhin, nach einem kleinen Lauf bis zum Bochumer 37:46 kann „Twotwo“ Golson mit seinen Punkten auf sieben Punkte Rückstand zur Pause stellen. Headcoach Strasser kommentiert später: „Wir hatten bis zur Pause 15 Ballverluste, dass reicht für ein ganzes Spiel.“

Drittes Viertel – 26:21
Durchgang drei geht anfangs weiter mit leichten Vorteilen für die Gäste. In der 23. Minuten liegen die Stars aus dem Ruhrgebiet erstmals mit zehn Punkten vorne (41:51). Doch wie schon in den Vorwochen zuvor gelingt es den Kontrahenten nicht, die RheinStars weiter abzuschütteln. Nach 30 Spielminuten haben die RheinStars wieder auf zwei Punkte (65:67) verkürzt, haben sich im Angriff wieder gefangen. Thomas Michel steuert allein neun Zähler bei. Auch die Reboundlage haben sie im Griff. Es ist nicht zufällig auch ihre Phase mit den wenigsten Ballverlusten (2), obwohl beide Teams jede Chance zur Tempoverschärfung nutzen. Auch von außen werden beide Mannschaften immer wieder angefeuert. Köln jedenfalls hat Lunte gerochen. Eine Überraschung scheint möglich.

Viertes Viertel – 28:28
Im letzten Viertel geht es genauso weiter. Köln drängt, Bochum versucht sich den Widersacher vom Leib zu halten. Bei 74:75 in der 34. Minute scheinen die Hausherren drauf und dran, den Tabellenführer endlich überholen zu können. Doch letztlich bleibt ihr Spiel nicht ohne Fehler beim Ballvortrag. Irgendein Quäntchen fehlt immer – wieder entfernen sich die Bochumer auf 74:79.  In der Offensive schlägt derweil die Stunde von Yannick Kneesch. Der Center steuert alle seine 10 Punkte zum Ergebnis im letzten Viertel bei. Max Dohmen trifft zudem nach Wochen endlich wieder von jenseits der Dreierlinie. Auch Karl Dia macht seine beiden Punkte im letzten Viertel. Jeder merkt, die Kölner wollen und bieten einen tollen Kampf.  In den Schlusssekunden scheint er endlich belohnt zu werde: Nachdem Bochums starker Spanier Miguel Servera Rodgriguez (22 Punkte) vier Sekunden vor dem Ende den ersten seiner beiden Freiwürfe verwirft und das Bochumer Desasters von der Linie abschließt (50%/13 von 26), stürmt beim „Twotwo“ Golson beim Stand von 93:95 los. Als der Ball die Hand verlässt ist noch knapp eine Sekunde auf der Uhr. Aber anstatt in den Korb zu fallen, überlegt er sich es anders. Die Partie ist verloren. Es jubeln nur die Gäste.

Spielfilm:  9:5 (5.), 20:18 (10.), 33:34 (15.), 39:46 (20.), 49:55 (25.), 65:67 (30.), 74:79 (35.), 93:95 (40.)

Teamstats: Köln 55% zu Bochum 61% (2er), 36%:41% (3er), 68:67 Würfe aus dem Feld, 86%/50% (Freiwürfe), 24:26 Assists, 42:34 Rebounds (10:7 Offense), Ballverluste 21:12, Steals 3:10, Gebblockte Würfe 2:1, Teamfouls 25:21.

RheinStars:  Andrej Mangold (10 Punkte/2 Dreier, 5 Assists, 5 Rebounds), Vincent Golson (25/1, 13 Assists, 5 Rebounds), Yannick Kneesch (10/2 Dreier), Thomas Michel (19/3, 7 Rebounds), Florian Wendeler (8), Karl Dia (2), Marco Porcher Jimenez (6/1, 5 Rebounds), Tibor Taras (4), Bene van Laack (7/1), Max Dohmen (7/1). Ohne Spielzeit: Roni Sijarina, Moritz Knobloch,

Die komplette Statistik gibt es hier https://bit.ly/3og0Vwd

Foto: Gero Müller-Laschet