RheinStars verspielen Playoff-Chance

Die Playoffs der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA werden ohne die RheinStars stattfinden. Am 31. Spieltag der Saison 2025/2026 verpassten die Kölner die große Chance, noch einmal in den Kampf um die besten acht Plätze der zweithöchsten deutschen Spielklasse eingreifen zu können. Vor 1.367 Zuschauern unterlag der Liganeuling den PS Karlsruhe Lions mit 67:69 (34:32) in der Motorworld und hat nun zwei Siege Rückstand auf Rang acht. Drei Spieltage vor Schluss ist die Chance als Zehnter zwar theoretisch noch da, praktisch aber eher gleich null. So werden die Kölner am Sonntag, 26. April ihr letztes Heimspiel der Spielzeit gegen die Nürnberg Falcons am Butzweiler Hof bestreiten. Davor und danach treten die Rheinstars noch bei den Gießen 46ers und bei den Kirchheim Knights an.

Auch wenn der frühe Sonntagabend gegen die Lions mit einem Moll-Akkord endete, die Saison der RheinStars wird genau da enden, wo man sich Anfang der Saison hin gewünscht hatte. „Wir wollen eine Mannschaft sein, die früh mit dem Abstieg nichts mehr zu tun hat und im besten Falle um die Playoff-Plätze spielen kann“, sagte Stephan Baeck als Geschäftsführer Sport zum Start. Genauso ist es gekommen. Trotz des Starts mit fünf Niederlagen. Headcoach Zoran Kukic sagte am Sonntag: „Ich habe immer an die Mannschaft geglaubt und wir hätten das schaffen können. Doch will man in so einem wichtigen Spiel was erreichen, muss man einfach auch mehr investieren, um besser zu spielen und den Sieg zu erzwingen.  Deshalb bin ich heute enttäuscht, aber morgen wird das Leben weitergehen.“

Trotz der Vorlage durch die neuerliche Niederlage der VfL SparkassenStars aus Bochum schienen beide Teams nicht zu wissen, was sie mit der Möglichkeit, mit einem Sieg nach dem achten Platz greifen zu können, denn nun anfangen sollten. So entwickelte sich ein wenig zielstrebiges und fehlerbehaftetes Basketballspiel, das sowohl Kukic und seinem Assistant Oli Elling als auch ihren Karlsruher Trainer-Kollegen Demond Greene und Aleksandar Nadjifej zwischenzeitlich viel Kopfschütteln bereitete. Köln führte anfangs deutlich mit 28:18 (15. Minute), stellte dann aber Konzentration und Fokus eher hinten an. Bei 34:32 ging es in die Pause. Auch danach blieben die RheinStars in Vorlage, ohne sich jedoch wirklich absetzen zu können. Karlsruhe trottete hinterher.

Immerhin, sowohl beide Fanlager als auch die Moderatoren Amiaz und Fabrice Kao befanden sich in Playoff-Form und so wurde es zumindest aus Zuschauersicht ein sehr unterhaltsamer später Nachmittag, der in einem spannenden Finale mündete. Mit einem für die RheinStars recht typischen Ende in dieser Spielzeit. Zwei Minuten vor dem Ende lagen die Hausherren mit 67:61 vorne, um dann dreimal per Dreier die Entscheidung zu verpassen. Als letzter Schütze mit Maxi Begue zwei Sekunden vor Schluss; ausgerechnet einer der wenige Akteure auf dem Feld in Normalform. So wie vielleicht bei den Kölnern noch Adam Paige, bei denen die gewohnten Leader wie Mike Miller, Cedric Russell oder Haris Hujic wenig Hilfreiches beizusteuern wussten. Entsprechend gelangten die Gästen noch an den Hausherren vorbei und feierten anschließend mit ihren Anhängern. Immerhin, mit Russells Vertragsverlängerung nach Hujic, Björn Rohwer und Jasper Günther haben die Kölner Fans einen weiteren Grund, sich auf die kommende Saison zu freuen. Die aktuelle wird in Kürze enden.

Viertel:  18:12, 16:20, 20:17, 13:20

Spielfilm: 7:2 (5.), 18:12 (10.), 28:18 (15.), 34:32 (20.), 42:39 (25.), 54:49 (30.), 59:55 (35.), 67:69 (40.)

Teamstatistiken: Würfe aus dem Feld – RheinStars 22 von 58/38%, PSK Lions (25/63, 40%), FW Köln 89% (17/19) zu 91% (10/11), 13:12 Assists, 43 (11 offensiv): 29 (7) Rebounds, 18:17 Fouls, 6:8 Steals, 2:3 Blocks, 17:11 Turnover.

Zum Boxscore geht es hier:  https://bit.ly/4suglwZ

RheinStars: Cedric Russell (3 Punkte/1 Dreier, 3 Assists), Zac Watson (2), Jasper Günther (2), Konstantin Lehmann, Maxi Begue (8/1, 2 Ass., 2 Steals), Haris Hujic (12/2), Timmy Davis, Adam Paige (6, 5 Reb.), Björn Rohwer (13/2, 10 Rebounds), Justin Onyejiaka, Mike Miller (11/2, 8 Reb, 1 Block), Kenny Baptiste (10, 7 Reb, 1 Block)

Foto: Gero Müller-Laschet

Karlsruhe als nächste Herausforderung

Mit einer gehörigen Portion Vorfreude gehen die RheinStars in die kommenden Aufgaben in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA. Die Mannschaft ist in Form, der Klassenerhalt steht seit dem vergangenen Wochenende offiziell fest, die Planungen für die nächste Saison laufen auf Hochtouren und mit den PS Karlsruhe Lions steht zum 31. Spieltag ein attraktiver Gegner ins Haus. Am kommenden Sonntag, 17 Uhr, erwartet der Kölner Aufsteiger den Playoff-Kandidaten aus der Tabellennachbarschaft.

“Ich freu mich auf ein attraktives Spiel gegen einen Gegner auf Augenhöhe und direkten Nachbarn“, sagt Stephan Baeck als Geschäftsführer Sport. „Unabhängig von der Tabellensituation hat Karlsruhe beim Sieg gegen Hagen gezeigt, wie schwer es für uns werden wird. Diese Erkenntnis – und für die eigenen Fans spielen zu können – sollte uns eine große Motivation sein.“

Dabei loteten die Post Südstädter zuletzt ihr eigenes Nervenkostüm und das ihrer Anhänger im Guten wie im Schlechten gefühlt jeweils bis zum Anschlag aus.  Erst unterlagen die Karlsruher nach einem eher desinteressierten Auftritt beim Tabellenletzten Uni Baskets Münster mit 64:89. Nicht einmal eine Woche später schlug die Mannschaft von Headcoach Demond Greene Tabellenführer Phoenix Hagen nach Verlängerung mit 116:109. Und das mit rekordverdächtigen 24 erfolgreichen Dreipunkte-Würfen. Kilian Binapfel markierte 23 Zähler, Isaiah Hart und David Cohn 22, David Ejah 21 Punkte. Womit die etatmäßigen Topscorer der Süddeutschen auch genannt sind. Dazu kommt mit Maurice Pluskota ein Center, der die RheinStars schon in den vorherigen ProA-Jahren vor schwierige Aufgaben gestellt hat.

Mit dem Erfolg über Hagen konnten die Karlsruher Tabellenführer-Bezwinger als Neunter mit den VfL SparkassenStars Bochum gleichziehen, die am Samstag im Duell Achter gegen Siebter die Gießen 46ers erwarten. Die Lions und die SparkassenStars weisen beide 14 Saisonsiege auf. „Karlsruhe hat eine gut besetzte und gut gecoachte Mannschaft, die das Potenzial für die Playoffs hat“, sagt RheinStars-Headcoach Zoran Kukic. „Die Jungs haben in dieser Woche ordentlich trainiert und wir wollen ihnen natürlich zusammen mit unseren Fans das Leben so schwer wie möglich machen.“ Mit einem eigenen Erfolg könnten sich die Hausherren nicht allein für die 74:89-Hinspielniederlage revanchieren, sondern sogar die Gäste nach Saisonsiegen einholen.

Ehemaliger Kölner Meisterspieler bei den PSK Lions

Funfact am Rande: Mit Aleksandar Nadjfeji kommt am Sonntag ein ehemaliger Kölner Meisterspieler zurück ins Rheinland. Der heutige Assistant Coach von Demond Greene feierte mit RheinEnergie Köln 2006 die deutsche Meisterschaft und ein Jahr später den deutschen Pokal.

Die Liga – von oben bis unten komplett spannend

Vier Spieltage vor Ende der Hauptrunde bietet die Liga Spannung vom ersten bis zum letzten Platz. Ligaprimus Hagen liegt nur noch einen Sieg vor den Hakro Merlins Crailsheim und erwartet mit den Bozic Estrich Knights Kirchheim ein Team, das Phoenix im Hinspiel mit 81:60 die höchste Saisonniederlage beibrachte. Crailsheim tritt bei den Paderborn Baskets an. Im Mittelfeld duellieren sich wie beschrieben Gießen, Bochum, Karlsruhe und ein bisschen die RheinStars, Bayreuth und Nürnberg um die letzten freien Playoff-Plätze. Im Abstiegskampf muss Schlusslicht Münster (8:22 Siege) beim Drittletzten SBB Baskets (9:21) am Freitag in Magdeburg gewinnen, um den sportlichen Abstieg zu verhindern. Die Bayer Giants Leverkusen (9:21) kämpfen bei den EPG Baskets Koblenz (12:18) am Samstag aus den gleichen Gründen um einen Erfolg.

Liveticker/Boxscore: https://bit.ly/4suglwZ

Livestream (ab 5.99 Euro): https://bit.ly/3Q198XZ

Tickets: https://bit.ly/4et7OnJ

Fot0: Gero Müller-Laschet

Auch Haris Hujic bleibt ein RheinStar

Egal, wie weit und wohin die laufende Saison die RheinStars noch führen wird, eines steht jetzt schon fest: Mit Haris Hujic werden die Kölner auch in die kommende Saison der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA gehen. Der 28 Jahre alte Guard unterschrieb jetzt für ein weiteres Jahr beim aktuellen Tabellenzehnten. „Nach seiner langen Verletzungspause hat sich Haris zuletzt immer weiter in den Blickpunkt gespielt. Er hat sich dabei über die vergangenen Monate das Vertrauen in seinen Körper und die Sicherheit geholt. Im Moment spielt er gerade auf sehr hohem Niveau und man merkt ihm an, dass er wieder Spaß am Basketballspielen hat. Wir freuen uns sehr, dass wir den Weg in Köln gemeinsam weiter gehen können“, sagt Stephan Baeck als Geschäftsführer Sport.

Baeck weiter: „Mit Haris, Jasper und Björn haben wir nun bereits drei wichtige Säulen für unser Programm weiter verpflichtet und arbeiten daran, unser Team für die nächste Saison mit Kontinuität vorzubereiten.“ „Ich glaube, der endgültige Gamechanger war für ihn das Spiel in Koblenz mit seinen 26 Punkten“, sagt Tibor Taras als Geschäftsführer Finanzen und Organisation, der seit den gemeinsamen Tagen in den Jugend-Verbandsauswahlteams und der U18-Nationalmannschaft mit dem ProA-MVP der Saison 20/21 befreundet ist. „Haris hat unglaublich viel Fleiß, Geduld und Hingabe in seine Rückkehr gesteckt. Das es jetzt wieder so funktioniert, das freut mich vor allem persönlich für ihn. Abgesehen davon, hilft er uns sehr auf und neben dem Feld.“

„Nach den zwei Jahren Wettkampfpause war es ein langer Weg zurück zur richtigen Form. Die Coaches haben mir die notwendige Zeit gegeben und auch wichtige Pausen zugestanden. Jetzt fühlte es sich rundum richtig gut an, so dass ich mir auch zutraue, meine Karriere fortzusetzen“, sagt Haris Hujic. Der 28 Jahre alte Aufbauspieler erzielte in den vergangenen Spielen zuletzt regelmäßig 20 Punkte und mehr, fast aber noch wichtiger: Er führte seine Mitspieler mit Beginn seiner Rückkehr aus Feld im vergangenen Herbst überlegt und gab den Takt im Spiel der RheinStars an. Hujic ist einer der Faktoren, die den bereits vier Spiele vor Schluss feststehenden Klassenerhalt des Aufsteigers überhaupt möglich gemacht haben.

Foto: Gero Müller-Laschet

Sag “Ja” zu den Olympischen Spielen in Köln!

Wir als RheinStars wollen unseren Teil zum Gelingen der Bewerbung um die Olympischen Spiele in der Region RheinRuhr mit Köln als „Leading City“ beitragen. Wir sagen “Ja” zu Olympischen Spielen in Köln, als RheinStars und Teil der Kölner Allianz des Sports! Zusammen mit Phoenix Hagen hatten wir komplett einen Spieltag Ende März unserer Olympia-Bewerbung gewidmet.

Olympiabewerbung KölnRheinRuhr

Ein Land, 17 Städte, eine Vision: Olympische und Paralympische Spiele in Nordrhein-Westfalen. Die Region KölnRheinRuhr – ein Zusammenschluss von 17 Kommunen – bewirbt sich als Austragungsort für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 und 2044. Seit dieser Woche werden die Briefunterlagen an die Bewohner der beteiligten Kommunen versendet. Der Bürgerentscheid soll in allen teilnehmenden Kommunen der Region Rhein-Ruhr einheitlich am Sonntag, 19. April 2026, durchgeführt werden. Die Auszählung der Stimmen soll am gleichen Tag erfolgen.

„Lassen Sie uns gemeinsam den Traum von Olympischen Spielen und Paralympischen Spielen in Köln verwirklichen“, sagt Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester. Köln als “Leading City” bildet dabei den zentralen Ankerpunkt der Bewerbung von KölnRheinRuhr dar und soll das Olympische Dorf und ein temporäres Leichtathletik-Olympiastadion beherbergen, in dem 50.000 Zuschauende unvergessliche Spiele erleben können.

Basketball-Olympioniken aus Köln und Hagen

Sieben Mal zwischen 1936 und 2024 nahmen deutsche Herrenteams an den Olympischen Spielen teil, einmal die Frauen 2024. Mit Bezug zu Köln und Hagen waren das als Spieler: u.a. Jochen Pollex (1972), Klaus Zander, Christoph Körner, Bob Peters, Ingo Mendel (1984), Stephan Baeck, Armin Andres, Hansi Gnad, Arnd Neuhaus (1992), als Trainer: 1984 die beiden “Saturner” Ralph Klein und Gerd Samberger, Dirk Bauermann (2008). Fun Fact aus Hagen: Weltmeister-Coach Gordon Herbert (2024) hatte zu seinen DBB-Zeiten in Hagen Tür an Tür mit dem heutigen Phoenix-Trainer Chris Harris gewohnt … quasi als kleine Kanada-Kommune.

Olympioniken im Interview: Klaus Zander (l.) und Stephan Baeck

Herzstück des Konzepts sind rund 40 Sportstätten. Viele von ihnen sind regelmäßig Austragungsorte für nationale Spieltage, internationale Wettkämpfe oder andere Großveranstaltungen und somit unter Volllast erprobt. Alle paralympischen Sportarten finden in olympischen Sportstätten statt. Die Finalspiele in Rollstuhlbasketball, Wheelchair-Rugby oder Sitzvolleyball finden in der Lanxess-Arena vor rund 18.000 Zuschauenden statt.

Hier geht´s zur Infoseite der Stadt Köln

 

 

 

 

 

 

Die Sportarten in Köln – und was es dem Sport bringt

Durch die Bewerbung sollen die Rahmenbedingungen für den Sport verbessert, Potenziale ausgebaut und der Kölner Sport nachhaltig gestärkt werden. Vom Ehrenamt über den Breitensport bis zum Spitzensport. Möglich wird das durch zusätzliche Gelder.

So planen wir die Kölner Sportstätten zu nutzen:

  • LANXESS arena: Bodenturnen, Geräteturnen, rhythmische Sportgymnastik, Trampolinturnen
  • RheinEnergieSTADION: Fußball und Siebener-Rugby
  • Jahnwiese / Sportpark Müngersdorf und Poller Wiesen: Bogenschießen
  • Sportpark Müngersdorf: Tennis
  • Albert-Richter-Velodrom: Bahnradrennen
  • Strecke “Rund um Köln”: Straßen-Radsport
  • Fühlinger See: Marathonschwimmen
  • Temporäres Olympiastadion: Leichtathletik

Folgende Austragungsorte sind für die Paralympischen Spiele vorgesehen:

  • LANXESS arena: Rollstuhlbasketball, Rollstuhlrugby, Sitzvolleyball
  • Jahnwiese / Sportpark Müngersdorf und Poller Wiesen: Para-Bogenschießen
  • Sportpark Müngersdorf: Rollstuhltennis
  • Albert-Richter-Velodrom: Para-Bahnradsport
  • Strecke “Rund um Köln”: Para-Straßen-Radsport
  • Temporäres Olympiastadion: Para-Leichtathletik

Fotos: Gero Müller-Laschet. Grafik: Stadt Köln

Souverän zum endgültigen Klassenerhalt

Die RheinStars werden auch in der kommenden Saison in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA spielen. Mit dem sicheren 85:76 (46:38) im rheinischen Derby bei den Bayer Giants Leverkusen am 30. Spieltag halten die Kölner als bester Liganeuling die zweithöchste deutsche Spielklasse. Sowohl Leverkusen als auch die Uni Baskets Münster können die RheinStars nicht mehr in der Tabelle überholen. „Derbysiege sind natürlich mit die schönsten. Wir sind sehr glücklich über den heutigen Erfolg und über den feststehenden Klassenerhalt. Die Mannschaft spielt seit Wochen sehr stabil und hat sich dafür auch heute belohnen können“, freute sich Stephan Baeck als Geschäftsführer Sport.

Baeck weiter: „Die Jungs haben sich das mit ihren Trainern verdient erarbeitet. Jetzt genießen wir erstmal alle mit unseren Familien das Osterfest und bereiten uns dann auf die Partie gegen Karlsruhe vor.“ Durch die Ergebnisse in der Liga ist das Duell mit den PSK Karlsruhe Lions am kommenden Sonntag in der Motorworld urplötzlich sogar ein Spiel zweier Playoff-Kandidaten geworden. Die VfL SparkassenStars Bochum auf Playoff-Platz acht schwächeln akut, verloren nach der Trainerentlassung unter der Woche 58:99 bei den Nürnberg Falcons. Die Lions besiegten hingegen Tabellenführer Phoenix Hagen 116:109 nach Verlängerung. Nun liegen Bochum und Karlsruhe gleichauf mit 14:16-Siegen. Es folgen direkt dahinter mit 13:17-Siegen die RheinStars, BBC Bayreuth und Nürnberg. Die abschließenden vier Saisonspiele versprechen also noch eine Menge positiver Spannung aus Kölner Sicht.

Das Derby selbst war vielleicht nicht das beste Basketballspiel beider Mannschaften in dieser Saison, doch das war auch nicht der Plan der RheinStars und ihrer Coaches Zoran Kukic und Oliver Elling. „Wir wollten das Spiel kontrollieren und sicher spielen, das haben die Jungs gemacht. Wir haben wenige Ballverluste gehabt und in der Schlussphase haben wir die Partie souverän zu Ende gespielt. Das hat mir gut gefallen“, sagte Headcoach Kukic.

Entscheidenden Anteil an dem gelungenen Samstagabend hatten dabei vor allem Haris Hujic, mit sechs teilweise äußerst sehenswerten Dreiern. Cedric Russell als Mann des letzten Viertels mit den vorentscheidenden Aktionen. Kenny Baptiste mit seinen schnellen Händen als Souverän in Korbnähe mit Double-Double (10 Punkte, 13 Rebounds) sowie Maxi Begue, der in der Verteidigung Kobe Langley, dem Spielmacher der Hausherren, vor 2.200 Zuschauern in der Ostermann-Arena einen höchst anstrengenden Abend bescherte. Dazu kamen Kapitän Mike Miller und alle Spieler des gesamten Teams, die sobald es mal schwierig zu werden drohte in der Defense mit anpackten und wichtige Impulse in den ihnen zugedachten Rollen setzen konnten.

Überhaupt die Verteidigung. Zwar kamen die Giants mit 14:7 (4. Minute) etwas erfolgreicher ins Spiel, doch spätestens Mitte des zweiten Viertels bekamen die RheinStars die Angelegenheit im Rechtsrheinischen in den Griff. Auf den Guardpositionen erspielten sich die Kölner klare Vorteile, zogen in der Defense an und ließen kaum noch einfache Punkte zu. Und sie nutzen über den zunehmenden Druck auch die Vorteile der tiefer besetzten Bank. Mit einem 11:0-Lauf setzten sie sich erstmals ab auf 44:33 (19.). Bei 46:38 ging es in die Pause.

Zwar konnten die Leverkusener im dritten Viertel verkürzen (56:57/30.), doch mit dem Start des Schussdurchgangs bei 56:61 verabschiedeten sich die RheinStars endgültig von ihrem Konkurrenten. Russell und Hujic machten den Unterschied in dieser Phase und schraubten das Ergebnis auf 79:60 (35.). Im Anschluss brachten die Kölner die letzten beiden zum endgültigen Klassenerhalt nötigen Punkte ohne Schwierigkeiten nach Hause. Der zweite Derbysieg der Saison nach dem 98:95 im Hinspiel.

Viertel:  26:25, 20:13, 15:18, 24:20

Spielfilm: 14:9 (5.), 26:25 (10.), 35:33 (15.), 46:38 (20.), 53:46 (25.), 61:56 (30.), 79:63 (35.), 85:76 (40.)

Teamstatistiken: Würfe aus dem Feld – RheinStars 32 von 68/47%, Bayer Giants (27/61, 44%), FW Köln 90% (9/10) zu 90% (9/10), 9:17 Assists, 35 (11 offensiv): 35 (10) Rebounds, 14:19 Fouls, 7:7 Steals, 1:2 Blocks, 11:15 Turnover.

Zum Boxscore geht es hier:  https://bit.ly/3NVZ5CQ

RheinStars: Cedric Russell (21 Punkte/4 Dreier, 3 Rebounds, 2 Assists), Zac Watson, Jasper Günther (6, 3 Reb.), Maxi Begue (4, 3 Reb.), Haris Hujic (20/6, 4 Steals), Timmy Davis, Adam Paige (2, 3 Reb.), Björn Rohwer (10/2, 2 Ass), Justin Onyejiaka, Mike Miller (12, 3 Ass, 5 Reb), Kenny Baptiste (10/3, 13 Reb, 1 Block)

Kenny Baptiste (o.) und Maxi Begue Fotos: Leah Kohring

„Tabellenstand spielt im Derby keine Rolle“ – Jasper und Björn verlängern

Noch fünf Spieltage stehen bis zum Ende der Hauptrunde an in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA auf dem Plan der 18 Profiteams – wobei das kommende Wochenende richtungsweisend für viele Teams werden kann. Sowohl im Kampf um die Playoffs als auch im Abstiegskampf. Das Derby zwischen den RheinStars und den Bayer Giants Leverkusen spielt dabei eine zentrale Rolle. Am Samstagabend geht es wegen der Fußball-Bundesliga zuvor erst um 20.30 Uhr in der Ostermann-Arena los, dann ist ein heißes Derby zu erwarten. „Wenn wir auf die Giants treffen, spielt der Tabellenstand keine Rolle. Es ist ein Derby und dass wollen wir gewinnen. Alle werden alles auf dem Feld geben. Wir und die Giants natürlich auch“, sagt Stephan Baeck als Geschäftsführer Sport.

Schon im Hinspiel lieferten sich die beiden rheinischen Dauerrivalen zum Weihnachtsspiel in der Düsseldorfer Diaspora einen spannenden Kampf im Castello mit dem besseren Ende für die Kölner. 98:95 konnten sich die Jungs von Headcoach Zoran Kukic durchsetzen. Erst im Schlussabschnitt konnten sich die RheinStars ein bisschen Luft verschaffen, Leverkusen aber konnte noch einmal verkürzen; bis auf eben jene drei Zähler. Bei den RheinStars glänzte Cedric Russell mit 30 Punkten. Seine bisherige Saisonbestleistung. Bei den Leverkusenern markierte Ricardo Lynch 23 Zähler und Björn „Range“ Rohwer lieferte sich mit „Giant“ Dennis Heinzmann ein spektakuläres Duell unter den Körben. „Ich freue mich auf das Spiel gegen Leverkusen“, sagt Zoran Kukic. „Wobei ich mich tatsächlich immer sehr auf das nächste Spiel freue. Egal gegen wen es geht.“

Rohwer und Günther verlängern um zwei Jahre

Während die aktuelle Saison in ihre finale Phase eintritt, arbeiten die RheinStars mit Hochdruck hinter den Kulissen am Kader für die neue Saison. Mit Björn Rohwer und Jasper Günther haben nun zwei wichtige deutsche Spieler ihre Verträge um zwei Jahre bis 2028 verlängert. „Wir schätzen beide sehr. Beide sind enorm wichtig für unser Team, auf und neben dem Feld“, sagt Stephan Baeck. Björn Rohwer spielt mit seinen 30 Jahren aktuell seine beste ProA-Saison. Mit 11.8 Punkte im Schnitt und einer Effektivität von 11.4 zählt er in seiner dritten RheinStars-Spielzeit zu den Top6-Centern der zweithöchsten Spielklasse.

In seiner Premierensaison hat auch Jasper Günther (27) die in ihn gesetzten Erwartungen bestätigen können. Der ehemalige Münsteraner Publikumsliebling hat sich gerade durch seine Energie und seine nimmermüden Defensivleistungen einen festen Platz in der Rotation erarbeitet – und legt wie in den ProA-Jahren zuvor stabile Werte auf. Solide, verlässlich, unersetzlich.

Lage der Liga – spannende Duelle im Keller und im Mittelfeld

Aktuell stehen die Bayer Giants mit neun Siegen auf dem vorletzten Tabellenplatz, punktgleich mit den SBB Baskets aus Wolmirstedt. Aber beide Mannschaften haben zuletzt wichtige Siege eingefahren. Schlusslicht Uni Baskets Münster hat sich ebenfalls im Rennen um den Klassenerhalt zurückgemeldet und weist acht Siege auf. Vor dem Trio liegen die Tigers Tübingen und die Paderborn Baskets mit jeweils zehn Saisonerfolgen in greifbarer Nähe. Am Samstag spielt Münster gegen Tübingen und die SBB Baskets erwarten Paderborn. Das Feld könnte sich also am unteren Ende noch mehr verdichten.

Im Kampf um die Playoff-Plätze erwarten die Nürnberg Falcons (12 Siege wie Köln) die VfL SparkassenStars Bochum (14), die überraschend unter der Woche ihren langjährigen Trainer Felix Banobre in seiner siebten Spielzeit freigestellt haben. Bei einem Erfolg könnten die Falcons auf einen Sieg verkürzen und die PSK Lions Karlsruhe (13/gegen Tabellenführer Phoenix Hagen) nach Punkten gleichziehen. Bochums Faustpfand in Richtung Playoff-Platz: Sie haben gegen Karlsruhe, Nürnberg und Köln den direkten Vergleich, wobei Nürnberg nur zwei Punkte aufholen muss. Allein gegen Koblenz (12) hatten die VfLer das Nachsehen.

Liveticker https://bit.ly/3NVZ5CQ

Livestream (ab 5.99): https://bit.ly/47FxEUp

Tickets für den Kölner Block in Leverkusen: https://bit.ly/48qmSBJ

Foto:  Gero Müller-Laschet

RheinStars besiegen BG Göttingen

Wieder ein Topspiel in der Motorworld, wieder ein mitreißendes Basketballevent mit einem dramatischen Schlussakkord. Aber diesmal mit dem verdienten Erfolg für die RheinStars. Der Neuling in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA schlug am späten Sonntagnachmittag den Bundesligaabsteiger BG Göttingen mit 88:80 (44:40). Mit jetzt 12 Siegen aus 29 Spielen gehen die Kölner nun das immer junge rheinische Derby am kommenden Samstag an, wenn der frischgebackene Tabellenzehnte bei den Bayer Giants Leverkusen antritt. Tippoff ist wegen eines Fußball-Erstligaspiels erst um 20.30 Uhr.

Vor 1382 Zuschauern im stimmungsvollen Eventhangar am Butzweiler Hof war es wohl das beste, weil konstanteste Saisonspiel der RheinStars. „Die Jungs haben super gespielt und in keiner Phase in ihrer Leistung und Konzentration nachgelassen“, freute sich Headcoach Zoran Kukic. „So haben wir den Sieg verdient nach Hause gebracht.“ Und das gegen eine Göttinger Mannschaft, die sich als Tabellendritter die Rückkehr in die oberste Spielklasse als Saisonziel gesetzt hat, einen attraktiven und durchdachten Basketball spielt mit viel Ballbewegung und bis zum Ende keinesfalls gewillt war, die Punkte einfach so im Rheinland zu lassen.

Doch die RheinStars gewinnen seit Wochen zusehends an Stabilität. Mehr und mehr fügt sich das Kölner Gefüge zu einem immer besser werdenden Miteinander auf dem Feld, bei dem die einzelnen Teile als Gesamtheit auch vermeintlich stärker besetzte Kontrahenten in Schwierigkeiten bringen. Oder gar zu Fall. Wie am frühen Sonntagabend. Vielleicht manifestierte sich die gute Entwicklung der RheinStars über die gesamten Saison hinweg in den 23 Sekunden der Schlussminute, die zwischen dem 4-Punkte-Spiel der Gäste zum 80:78-Anschluss lagen und der Antwort über Cedric Russell zum 82:78.

Abgesehen von der Leistungsdelle in Tübingen nach dem Playoff-Frust gegen Bochum waren die RheinStars in den jüngsten Heimspielen trotz überzeugender, teils spektakulärer Leistungen noch um die Siegeslorbeeren gebracht worden. Vor allem durch sich selbst. Beim 89:84 zum 89:93 gegen die VfL SparkassenStars Bochum fehlten 55 Sekunden zum Jubel. Vom 87:86 zum 91:92 gegen Ligaprimus Phoenix Hagen waren es 30 Sekunden und ein unsportliches Foul, als die RheinStars sich selbst von der Siegesstraße räumten. Diesmal aber löste der Dreier plus Freiwurf durch Göttingens Daniel Kirchner 51 Sekunden vor dem Ende nur kurz ein Déjà-vu und vor allem keine Panik aus. Diesmal schüttelten sich die Hausherren, brachten den Ball sicher an den Korb der Gäste und in die treffsicheren Hände von Russell. Den Rest erledigten Russell, Haris Hujic als Spielsouverän mit 24 Punkten und Mike Miller von der Freiwurflinie. Köln geht also mit einem Polster in Richtung Abstiegsplätze und frischem Selbstbewusstsein ins Derby am kommenden Samstag.

Doch so sehr die Fans sich regelmäßig zurecht in die besten Punktewerfer verlieben, am Sonntag prägten zwei Akteure nachhaltig die Szenerie, die es zusammen gerade auf fünf Zähler brachten. Maxi Begue und Hall B. Elisias. Die zwei waren in der Defense der Schlüssel zum Erfolg und der Grund, warum auch die Göttinger Offense weniger flüssig lief als gewohnt. Abzulesen in der Plusminus-Statistik. Begue mit +21 in 30 Minuten mit dem besten Wert aller Spieler auf dem Feld, Elisias mit +16 in knapp 20. Nur Kenny Baptiste mit +17 und Miller +13 konnte da statistisch mithalten.

„Wir entwickeln uns sportlich immer weiter und lernen aus den Spielen, und so konnten sich die Jungs endlich belohnen für ihre guten Spiele“, sagte Stephan Baeck als Geschäftsführer Sport. „Für mich war das vor allem aufgrund der Stabilität über die gesamten 40 Minuten hinweg die beste Saisonleistung.“ So waren die Kölner immer konzentriert, behielten ihren Rhythmus und ihre Linie und ließen sich weder in den leichten noch in den schwierigen Momenten von ihrem Weg abbringen. Sie konterten den guten Göttinger Start mit einem 14:0-Lauf zum 21:9 (7.), antworteten im dritten Viertel auf einen 0:9-Run der Gäste mit 8:0-Punkten zum 57:55 (28.) und ließen sich nach ihrer 78:68-Führung (37.) auch nicht durch die 10:2-Punkte der Gäste sowie dem Vier-Punkte-Spiel von Kirchner aus dem Tritt bringen. Der Rest war Jubel auf ganzer Linie.

Viertel:  29:24, 15:16, 17:21, 27:19

Spielfilm: 14:9 (5.), 29:24 (10.), 39:32 (15.), 44:40 (20.), 49:55 (25.), 61:61 (30.), 69:66 (35.), 88:80 (40.)

Teamstatistiken: Würfe aus dem Feld – RheinStars 27 von 59/46%, Göttingen (31/79, 39%), FW Köln 88% (22/25) zu 42% (5/12), 9:15 Assists, 35 (6 offensiv): 46 (19) Rebounds, 15:20 Fouls, 7:6 Steals, 3:2 Blocks, 12:14 Turnover.

Zum Boxscore geht es hier:  https://bit.ly/4uEVcTk

RheinStars: Cedric Russell (16 Punkte/1 Dreier,3 Rebounds, 2 Steals), Zac Watson, Jasper Günther (6/1), Fynn Rieck, Maxi Begue (3, 3 Reb.), Haris Hujic (24/3, 3 Ass, 3 Steals), Adam Paige, Björn Rohwer (12/2, 2 Ass, 4 Reb), Justin Onyejiaka, Mike Miller (12/2, 2 Ass, 5 Reb), Hall B. Elisias (2, 8 Reb., 2 Blocks), Kenny Baptiste (13/3, 6 Reb, 1 Block)

Fotos: Gero Müller-Laschet

Mit Göttingen kommt der nächste Topfavorit

Zum Abschluss der Festspielwochen mit den Top4-Teams der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA erwarten die RheinStars am kommenden Sonntag die BG Göttingen. Tippoff in der Motorworld ist um 17 Uhr. Der Bundesligaabsteiger strebt mit Macht zurück ins Oberhaus und belegt vor dem 29. Spieltag den dritten Platz. Genau diesen oder vielleicht noch den zweiten Platz wollen die Niedersachsen belegen, wenn es dann im Mai in die Playoffs geht. So würde die Mannschaft von Headcoach Fabian Strauß im Halbfinale dem Liga-Dominator Phoenix Hagen auf dem Weg Richtung Bundesliga ausweichen können.

Kölns Cheftrainer Zoran Kukic schmunzelt, wenn er nach den Chancen seines Teams im Vergleich mit den Veilchen gefragt wird. „Wir sind klarer Außenseiter:  von den Ansprüchen her, von der Kaderzusammenstellung, von den Saisonzielen.“ Wohl zu keinem anderen Team klaffte die sportliche Lücke vor nicht allzu langer Zeit weiter auseinander als zu dem Göttingen. Noch in der Saison 2023/2024 spielte die BG erfolgreich im FIBA EuropeCup, scheiterte in den Spielen gegen Porto und Bilbao nur knapp am Einzug ins Viertelfinale. Zur gleichen Zeit kämpften die RheinStars in der ProB um Punkte. Es folgte für Göttingen dann eine Schauersaison in der obersten deutschen Spielklasse, die nach nur drei Siegen in 32 Spielen mit dem Abstieg in die ProA endete. Köln stieg im Sommer 2025 auf.

In der laufenden Spielzeit waren die Göttinger lange auf Tuchfühlung mit den Hagenern, mussten zuletzt aber etwas abreißen lassen. Nach dem 93:101 gegen die Artland Dragons in eigener Halle am vergangenen Sonntag sagte BG-Headcoach Strauß: „Ich gucke auf uns und versuche, dass wir es mal hinkriegen, zu Hause das zu zeigen, was wir auswärts über das Jahr gezeigt haben. Der Fokus liegt darauf, dass wir wieder unser Selbstvertrauen zurückbekommen und defensiv einen besseren Job machen. Wir müssen mit mehr Selbstvertrauen und besserer Defense in die Playoffs gehen.“ Die Kölner unterlagen im Hinspiel in Göttingen 83:95.

Bei alle den verständlichen Sorgen um ihre Heimstärke sind die Göttinger aber gerade in fremden Hallen höchst schwer zu spielen. Im jüngsten Auswärtsauftritt vor 14 Tagen zerlegten die Mannen um Topscorer Jordan Sears (16 Punkte pro Spiel) und ihren Rekordspieler Mathis Mönninghoff (276 Partien für die BG) den Tabellenletzten Uni Baskets Münster mit 100:55. Insgesamt betrachtet sind sie mit 11:3-Siegen in der Fremde zusammen mit Hagen und den Hakro Merlins Crailsheim das erfolgreichste Auswärtsteam. „Wie Hagen ist Göttingen eines der Topteams der Liga, die jeden kleinen Fehler sofort bestrafen. Genau da muss unser Fokus liegen, wenn wir eine Chance haben wollen. Kleine Fehler und Undiszipliniertheiten haben uns in den letzten Spielen nach wirklich guten Spielen noch den Sieg gekostet. Das müssen wir unbedingt abstellen“, sagt der Geschäftsführer Sport Stephan Baeck. „Aber ich bin zuversichtlich, dass wir das schaffen können.“

Lage der Liga – Unruhe im Tabellenkeller

Während sich an der Spitze die Angelegenheiten auf den ersten Blick sortiert haben, herrscht im Unterhaus weiter Unruhe. Sowohl die Uni Baskets Münster (7:21 Siege) als auch die SBB Baskets (8:20) und die Paderborn Baskets (10:18) gewannen zuletzt ihre Spiele und setzten die Bayer Giants Leverkusen (9:19) und die Tigers Tübingen (10:18) wieder unter stärkeren Druck. Auch die RheinStars und die Nürnberg Falcons (je 11:17) sind noch nicht zu 100 Prozent sorgenfrei. Paderborn trifft im direkten Duell auf Nürnberg am Samstag, Münster empfängt die Karlsruhe Lions, Leverkusen reist nach Crailsheim. Bereits am Freitag erwartet Tübingen die Kirchheim Knights und die SBB Baskets spielen in Bochum bei den VfL Sparkassen Stars.

Tickets: https://bit.ly/4et7OnJ

Livestream (ab 5.99 Euro): https://bit.ly/3PI9iTN

Liveticker: https://bit.ly/4d7FOsj 

Fotos: Gero Müller-Laschet

RheinStars liefern Topfavoriten großen Kampf

Werbung für den Sport, großartiges Spiel, mitreißende Atmosphäre. Besuche bei den Heimspielen der RheinStars in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA haben zurzeit nahezu alles, was es zu einem wunderbaren, erlebnisreichen Sportevent braucht. Nur eins fehlt derzeit zum kompletten Glück der Kölner Anhänger: der dazugehörige Heimsieg. Am 28. Spieltag gegen die enteilten Tabellenführer des Klassements, Phoenix Hagen, spielten die RheinStars bravourös auf, bestimmten über weite Strecken ein herausragendes Spiel und brachten den haushohen Favoriten an den Rand einer Niederlage. Doch am Ende unterlagen die RheinStars nach leidenschaftlichem Spiel knapp. Das Ergebnis am Montagabend lautete 91:92 (51:44) vor 1.420 begeisterten Zuschauern im Event-Schmuckkästchen am Butzweiler Hof.

„Wir haben heute ein super Spiel gezeigt“, lobte Headcoach Zoran Kukic seine Mannen und schob einschränkend hinterher. „Zumindest bis 30 Sekunden vor Schluss. Ansonsten müssen wir einfach weiterarbeiten, dann kommen auch die Erfolge.“ Mit dem chancenlosen 74:101 im Hinspiel hatte das alles nichts mehr zu tun. Auch sein Gegenüber Chris Harris, der schon vor der Partie geunkt hatte, dass die RheinStars in der Motorworld eine hart zu knackende Aufgabe seien, sagte nach dem 40 Spielminuten: „Gratulation an Köln. Sie haben uns alles, aber auch wirklich alles abverlangt. Wir haben uns durchgehend schwer gegen sie getan.“ So steht die Heimbilanz gegen die Top4-Teams seit dem Montagabend 1:2. Knapper Sieg über die Hakro Merlins Crailsheim, knappe Niederlage gegen Bremerhaven – und am kommenden Sonntag (17 Uhr) kommt Bundesliga-Absteiger BG Göttingen als Tabellendritter ins Rheinland. Zeit, die Bilanz auszugleichen.

In einer beinahe durchgehend hochklassigen ProA-Partie hatten die Kölner ab der fünften Minute (16:13) die Führung übernommen gegen die Hagener, die überhaupt erst vier Saisonspiele verloren haben. Zwischenzeitlich bauten die RheinStars ihren Vorsprung immer mal wieder zweistellig aus – 32:20 (12.), 59:48 (25.). Doch die Gäste ließen sich mit dem Wissen um die eigene Stärke nicht abschütteln. Waren es vor der Pause die Dreier, die Phoenix Kopfschmerzen bereiteten, blieb es nach dem Seitenwechsel der Zug zum Korb, nachdem die Hagener die Würfe von außen besser verteidigt bekamen.

So entwickelte sich ein kampfbetontes Spiel, das beide Fanlager mitriss. Hagens Coach bedankte sich später bei den mitgereisten, sehr sangesfreudigen 250 Anhängern, die sich an einem frühlingshaften Abend auf dem Weg in die Domstadt gemacht hatten. „Ohne unsere großartigen Fans, die uns ohne Pause den Rücken gestärkt haben, wäre diese Aufholjagd gar nicht erst möglich gewesen.“

Und weil auch die Kölner, angetrieben von ihren Moderatoren Amiaz und Fabrice Kao, kraftvoll dagegenhielten, musste sich das Geschehen in der Schlussminute entscheiden. Wie es dann so passiert, durch Kleinigkeiten. In Köln waren es die von Zoran Kukic schon erwähnten letzten 30 Sekunden. Die RheinStars lagen mit 87:86 vorne, als mit Kenny Baptiste ausgerechnet der effektivste Kölner patzte. 16 Punkte und zehn Rebounds hatte er schon auf sein Konto geschaufelt, als er im Kampf unterm Korb erst Bjarne Kraushaar foulte und anschließend am Boden liegend noch ein unsportliches Foul wegen Schubsen angehängt bekam.

„In der Situation, mit dem Spielstand und in diesem sehr physischen kampfbetonten Spiel sicher eine harte Entscheidung. Aber die über die Partie hinweg guten Schiedsrichter haben es so gesehen und dann auch gepfiffen. Ich hätte mir gewünscht, dass diese packende Spiel nicht durch vier Freiwürfe und Ballbesitz entschieden wird, aber wir müssen in einigen Szenen auch kontrollierter und disziplinierter auftreten“, sagte Stephan Baeck als Geschäftsführer Sport. „Solche Spiele entscheiden Kleinigkeiten und wir haben die ein, zwei kleinen Fehler zu viel gemacht. Das hat uns auch in den letzten Spielen Probleme bereitet.“

Kenny Baptiste wurde somit zum tragischen Helden einer spektakulären Basketballnacht, Hagen brachte in Gestalt von Kraushaar mit vier Freiwürfen die Partie auf 90:87 und behielt bis zum Ende an der Freiwurflinie die Nerven. Köln blieb das Lob und wohl das Gefühl, bald eines der Topteams auch mal schlagen zu können. Vielleicht schon Göttingen am kommenden Sonntag. Ein Besuch sollte sich allemal lohnen.

Viertel:  27:20, 24:24, 23:24, 17:24

Spielfilm: 17:13 (5.), 27:20 (10.), 41:31 (15.), 51:44 (20.), 57:48 (25.), 74:68 (30.), 78:79 (35.), 91:92 (40.)

Teamstatistiken: Würfe aus dem Feld – RheinStars 31 von 69/45%, Phoenix (28/71, 39%), FW Köln 86% (18/21) zu 69% (19/28), 24:35 Assists, 43 (15 offensiv): 43 (19) Rebounds, 26:26 Fouls, 6:5 Steals, 5:1 Blocks, 10:12 Turnover.

Zum Boxscore geht es hier:  https://bit.ly/4uEVcTk

RheinStars: Cedric Russell (19 Punkte/3 Dreier, 6 Assists), Zac Watson, Jasper Günther (3), Fynn Rieck, Maxi Begue (5, 6 Reb.), Haris Hujic (23/4, 4 Ass), Adam Paige, Marko Cuvalo, Björn Rohwer (9, 6 Reb), Mike Miller (8/1, 3 Ass, 5 Reb), Hall B. Elisias (8, 2 Ass, 4 Reb.), Kenny Baptiste (16/2, 10 Reb)

Fotos: Gero Müller-Laschet

Die Phoenixe als größtmögliche Herausforderung

Vor der größtmöglichen sportlichen Herausforderung stehen die RheinStars am kommenden Montag. Dann gastiert mit Phoenix Hagen der Dominator der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA in der Motorworld. Tippoff zwischen dem Aufsteiger und dem Tabellenführer ist um 19.30 Uhr. Auch wenn das Abschlussspiel des 28. Spieltags begleitet wird vom gemeinsamen Werben um die Olympischen Spiele an Rhein und Ruhr in den Jahren 2036 oder 2040, wird es für beide Mannschaften um den Sieg in diesem Duell gehen und sich entsprechend auf dem Spielfeld auch nichts schenken. Auch wenn Phoenix Hagen als klarer Favorit in diese Partie gehen, wollen die RheinStars sich selbst etwas beweisen: „Wir haben zum Auftakt der Saison in Hagen noch nicht nachweisen können, dass wir in die Liga gehören, das wollen wir nun nachholen“, sagt Stephan Baeck, Geschäftsführer Sport.

Allerdings spricht nach dem 74:101 zum Saisonauftakt im Vorfeld des Rückspiels wenig bis gar nichts für die RheinStars. „Hagen hat viel Talent, einen tief und gut besetzten Kader, bewegt den Ball gut und spielt eine herausragende Saison“, lautet es anerkennend aus der Kölner Coaches-Ecke von Zoran Kukic und Oliver Elling. Als Aufstiegsfavorit und “heißestes Team der Liga” hat Phoenix neun der vergangenen zehn Spiele gewonnen, Köln vier. Hagens Saisonbilanz steht bei 23:4-Erfolgen, Kölns bei 11:16. Hagen setzte sich jüngst im Spitzenspiel gegen die BG Göttingen durch, die RheinStars holten sich in Tübingen ein 67:87 ab. Andererseits, kein Spiel der Welt kann gewonnen oder verloren werden, bevor es gespielt ist. Und gegen die Spitzenteams aus Bremerhaven und Crailsheim hielten die Kölner gut mit beim 76:79 gegen die Eisbären bzw. gewannen sogar gegen die Hakro Merlins 83:81.

Köln vs. Hagen – (fast) immer eine besondere Geschichte

Die Aufeinandertreffen der beiden Standorte im Profibereich waren in den vergangenen Jahren rar gesät, es gab seit 2017 genau deren drei. Vielleicht waren sie deswegen aber auch irgendwie besonders. So wie die Kölner Rückkehr in Hagen in die ProA gab es das schon einmal, nur genau andersherum. Am 23. September 2017 erhoben sich die Phoenixe in der Lanxess-Arena aus der Asche ihrer Erstliga-Insolvenz im Oktober 2016. Hunderte von Hagen-Fans feierten nach fast einem Jahr ohne Punktspiele das Comeback in der zweithöchsten Spielklasse. Beim 83:69-Erfolg steuerte der damals 18 Jahre alte Jasper Günther an seinem ProA-Debüt sieben Punkte bei, während sein Vater Dietmar an der Seitenlinie coachte. Das Rückspiel in Hagen gewannen dann die RheinStars mit 93:86.

In der auf Aufstieg ausgerichteten Mannschaft sind aktuell Devin Schmidt (15.3 Punkte pro Spiel), Marcus Graves (13.8), Jeffrey Carroll (11.9), Marinus N´Guessan (11.3) und Tim Uhlemann (10.5) die Topscorer. Dreh und Angelpunkt des Kaders von Headcoach Chris Harris ist neben Schmidt Pointguard Bjarne Kraushaar (8.3 Punkte, 6.5 Assists).

Lage der Liga

Hinter Hagen findet derzeit ein Dreikampf um die nächsten Plätze statt. Sowohl die Hakro Merlins Crailsheim (21:6 Siege), die BG Göttingen (20:7) als auch die Eisbären Bremerhaven (19:8) hegen dabei Aufstiegsambitionen. Der Vorteil der Plätze zwei und drei? Diese beiden Teams würden im Play-off-Halbfinale Phoenix Hagen aus dem Weg gehen. Sieben Spieltage vor Ende der Hauptrunde treffen dabei die Bremerhavener auf Crailsheim, Göttingen empfängt die Artland Dragons, Fünfter aktuell mit 16:11 Erfolgen.

Im Abstiegskampf sind die RheinStars theoretisch auch noch nicht ganz frei von Sorgen, aber der Abstand auf die Plätze 17 und 18 steht weiterhin bei vier bzw. fünf Siegen. Am Freitag empfängt dabei der Vorletzte SBB Baskets Wolmirstedt (7:19) die Tigers Tübingen (10:17); die Uni Baskets Münster (6:20) gastieren bei den Nürnberg Falcons (11:16), die Paderborn Baskets (9:18) spielen bei den EPG Baskets Koblenz (12:15), die Bayer Giants Leverkusen (9:18) erwarten am Wochenende die PSK Karlsruhe Lions (12:15)

Liveticker: https://bit.ly/4uEVcTk

Livestream: https://bit.ly/4lz9YGU

Tickets: https://bit.ly/4et7OnJ

Zweimal Jasper Günther:
– im RheinStars-Trikot 2026 gegen die Uni Baskets Münster – Foto: Gero Müller-Laschet
– und im Hagen-Trikot 2017 bei seiner ProA-Premiere (mit Leon Baeck) – Foto: Jörg Laube/Phoenix Hagen