RheinStars: Herz und Leidenschaft als einzige Chance

Die nächste Aufgabe, die nächste hohe Hürde. Am kommenden Sonntag (18 Uhr) gastieren die RheinStars auf ihrer Reise durch die Saison 2018/2019 in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB bei den Rackelos Gießen 46ers. Ein Gegner, der schon das Hinspiel in Köln gewinnen konnte und sich in den letzten Wochen in der Tabelle der Süd-Gruppe nach vorne gespielt hat. Mit drei Siegen in Folge und sieben Siegen aus den letzten zehn Spielen gehören die Rackelos nach Tabellenführer BayerGiants Leverkusen vor dem 18. Spieltag zu den formstärksten Teams der Liga.

„Es wird die nächste Herausforderung für uns. Wie schon in Schwenningen gehen wir als Außenseiter in die Partie“, sagt Cheftrainer Matt Dodson. Nicht allein aufgrund der Serie der Hausherren, sondern auch, weil schon beim 74:85-Hinspiel u.a. die Reboundverteilung klar an die Mittelhessen ging. 28:44 wiesen die Statistiken nach der Partie aus. Und in diesem Vergleich wirkten mit Yasin Kolo und Jonas Gottschalk noch zwei der etatmäßigen Kölner Center mit – und auch Tim van der Velde. Alle drei zählen mittlerweile zu den insgesamt fünf dauerverletzten Stammspielern. „Wir wissen um unsere Verletzten-Situation und dass sich diese Tatsache nicht kurzfristig ändern wird. Im letzten Spiel haben wir das bravourös gelöst, indem jeder für den andern bis zum Umfallen gekämpft hat. Das ist im Moment unsere einzige Chance“, sagt Manager Stephan Baeck.

Im Vergleich zur Hinrunde ist aber mit Vladimir Nemcok ein quirliger Aufbau hinzugekommen. Zudem mit Max Dohmen und Jan Zimmermann zwei erfahrene Akteure aus der Oberliga, die am jüngsten Heimerfolg über die Basketball Löwen Erfurt entscheidenden Anteil hatten. „Wir spielen mit viel Herz und Leidenschaft, arbeiten uns von Spiel zu Spiel und werden natürlich auch in Gießen alles versuchen, uns die Punkte zu holen“, sagt Cheftrainer Dodson.

Auch bei den Gastgebern hat sich in den vergangenen Wochen einiges im Kader verändert. Der US-Amerikaner Jestin Kion Lewis ersetzte vor zwei Spieltagen seinen Landsmann Adam Klie als Guard und der starke britische Power Forward Jordan Kevin Williams stieß zum Team. Gerade Williams ist mit dem Franzosen Thomas Tshikaya (15 Rebounds im Hinspiel) einer der lenkenden Faktoren im Gießener Spiel. Dazu kommt mit Johannes Lischka ein weiterer erfahrener Power Forward mit Bundesliga-Historie – um den ehemaligen RheinStars-Akteur Leon Okpara nicht außer Acht zu lassen. „Buckets“ zählt zu den effektivsten Akteuren im Kader und hat als einer von nur drei Spielern alle bisherigen Punktspiele in der ProB bestritten.

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Max Dohmen beim Wurf – Foto: Frank Fankhauser

Manager Baeck über tolle Fans, das Trainingszentrum und den Nutzen für die Stadt Köln

Mit dem Auswärtsspiel am Sonntag bei den Rackelos Gießen 46ers (18 Uhr) liegen noch fünf Spiele in der Hauptrunde vor den RheinStars in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB, dazu höchstwahrscheinlich weitere sechs Spiele in den Playdowns. Zwei Siege fehlen nach dem Erfolg über Erfurt noch auf Würzburg und den ersten Nichtabstiegsplatz, fünf Stammspieler sind weiterhin verletzt – wie stehen die Chancen?
Baeck: 
Ich denke es ist noch alles möglich und zu früh, die Flinte ins Korn zu werfen. Die Spiele gegen die starken Coburger und nicht zuletzt gegen die Erfurter haben das gezeigt und machen uns Mut. Mit dem Enthusiasmus der Fans und der positiven Stimmung und Unterstützung wollen wir um die nächste Siegchance kämpfen.

Das Heimpublikum ist überhaupt ein positiver Faktor. Das Spiel gegen Coburg war ausverkauft, gegen Erfurt war das Publikum wahrscheinlich sogar einer der Schlüssel zum Sieg.
Baeck: 
Das freut uns natürlich ganz besonders. Es wäre schade, wenn Fans und Zuschauer aufgrund der niedrigeren Spielklasse oder mehrerer Niederlagen wegbleiben würden. Wir werben natürlich für Geduld mit unserer jungen Mannschaft. Nachwuchsentwicklung geht nicht einfach und schnell. Die jungen Spieler brauchen Zeit und Zuspruch. So eine hervorragende Stimmung und Nähe zwischen Team und Zuschauern wie in den letzten Spielen kann eine Menge bewirken und Selbstvertrauen schaffen. Besonders freut mich, dass zu den bereits bekannten Fans, die uns mit Enthusiasmus und Hingabe unterstützen, immer wieder neue und junge Zuschauer hinzustoßen. Einige aus unserem Fanclub „Flying Flönz“ waren sogar bis mit nach Schwenningen gekommen. Ich finde das toll. Die Spieler merken diesen Zuspruch und hängen sich noch mehr rein.

Parallel zum Rückzug in die ProB soll ein neues Fundament geschaffen werden. Wie geht dieser Plan voran?
Baeck:
Wir haben nun endlich ein Objekt zum Aufbau eines neuen Trainingszentrums gefunden, dass wir versuchen für die nächste Saison zu realisieren. Wenn einige Vorbedingungen dazu erfüllt werden, wäre dies ein großer Schritt für unser Ziel, dem Basketball in Köln eine Heimat sowie eine Identität zu geben und damit langfristig zu etablieren. Die aktuelle Trainingssituation ist absolut unbefriedigend. Wir trainieren mit den Profis da, wo gerade eine Halle frei ist. In einem Trainingszentrum könnten wir zusätzlich zu den Profi-Erfordernissen auch bis zu 80% der Trainingseinheiten des Gesamtvereins abdecken und damit die Hallenkapazitäten der Stadt in großem Maße entlasten. Auch wären wir in der Lage, andere Vereine zu unterstützen, gemeinnützige und soziale Projekte anzuschieben oder Mitternachtsbasketball für alle anzubieten. Und dies sind nur einige beispielhafte Nutzungsmöglichkeiten, die einen gesellschaftlichen Mehrwert bieten und der Allgemeinheit dienen können.

Was würde im Falle eines Abstiegs passieren? Würde es die RheinStars auch in der Regionalliga geben? Baeck: Unser Konzept, auf die Jugend zu setzen, ist langfristig ausgelegt und die RheinStars sind wesentlich mehr als nur eine Profimannschaft. Wir haben insgesamt 55 Teams, die in allen Ligen und Altersklassen spielen. Aber ich möchte mich am Saisonende nicht mit dem Abstieg beschäftigen müssen, sondern mit einem weiteren Jahr in der ProB. Unabhängig davon sind wir dabei, den Verein weiter zu entwickeln. Zu einem Trainingszentrum müssen hauptamtliche Trainer kommen. So können wir neben der Quantität auch die Qualität steigern. Ich will Jugendlichen irgendwann dieselbe Perspektive bieten können, die ich zu Anfang meiner Karriere als Basketballer hier in Köln geboten bekommen habe. Mit viel Arbeit, Zeit und ehrgeizigen Zielen, aber auch Freude eine Karriere im Profi-Basketball beginnen zu können. Deshalb bin ich dem Basketball in Köln so verbunden. Dazu gehört auch irgendwann die Rückkehr in die Bundesliga. Unbedingt. Dafür kämpfe ich. Dafür kämpfen wir. Und je mehr uns auf diesem Weg und in dieser schwierigen Phase begleiten, desto größer sind unsere Chancen. Auch im Kampf um den Klassenerhalt.

Manager Stephan Baeck Foto: Gero Müller-Laschet

 

Emotionen und Max Dohmen machen den Unterschied

Wieder war es ein Krimi, wieder rauschten die RheinStars mit ihren Fans in der ASV-Sporthalle durch ein emotionales Heimspiel. Aber am Samstagabend feierten am Ende diesmal die Kölner und nicht ihre Gäste wie vor 14 Tagen. 78:68 nach Verlängerung (27:41, 57:57) stand es am 17. Spieltag der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB zwischen den RheinStars und den Basketball Löwen Erfurt. „Ich bin unglaublich stolz auf diese Mannschaft. Die Jungs haben alles investiert und sind dafür belohnt worden“, lobte Manager Stephan Baeck. „So müssen wir weitermachen. Mit Mut und Enthusiasmus.“ Nächste Station auf dem Weg durch die Süd-Gruppe sind am kommenden Sonntag (18 Uhr) die Rackelos 46ers in Gießen.

Wie auch immer diese Saison ausgehen wird, eines wird man weder der Mannschaft noch den Fans vorwerfen können: Dass sie nicht kämpfen. 850 Zuschauer konnten sich davon überzeugen, dass die RheinStars trotz der Ausfälle von fünf Leistungsträgern alles für einen positiven Ausgang des Erfurt-Spiels gaben. Natürlich spielten die Kölner dabei nicht fehlerlos, aber sie verteidigten gut und noch mehr warfen sie ihr Herz und ihre Körper in dieser schwierigen Situation in den Kampf um den Klassenerhalt – und die Fans waren an ihrer Seite. Mit den Flying Flönz als Taktgeber, unterstützt sogar von einer Gruppe Eishockey-Fans der Kölner Haie.

In der Crunchtime der ausgeglichenen, umkämpften Partie machten dann die Emotionen und ein Spieler den Unterschied – und der hieß an diesem Abend Max Dohmen. Der aus dem Oberliga-Team durch die Ausfälle nachgerückte erfahrene Power Forward riss zum einen durch seine Leidenschaft sowohl seine Mannschaft als auch die Halle mit. Er war der Mann der Wende im letzten Viertel und der Faktor in der Verlängerung. „Max war vielleicht nicht der Gamewinner, aber der Gamechanger“, kommentierte Assistant Coach Katharina Arnold, die auch das Oberliga-Team trainiert.

Aber auch bei einem nüchternen Blick auf die Plusminus-Statistik offenbarte sich der Beitrag des 30 Jahre alten ehemaligen Zweitliga-Spielers, der eigentlich seine Karriere in den höheren Klassen längst beendet hat und bei der dritten Mannschaft des RheinStars zockt. Er war in seinen knapp 18 Spielminuten mit +16 der beste Kölner Spieler. Noch vor dem erneut spielfreudigen Vladimir Nemcok (+14), vor Thomas Michel (+12) und Filip Kukic (+10). Den fünftbesten Wert wies übrigens mit Center Jan Zimmermann (+9) eine weitere Leihgabe aus der Oberliga-Mannschaft auf. Es folgten Christ Theodor und Tucker Haymond (beide +5). Vor allem in der Abwehr setzt Dohmen dabei zusätzliche Akzente.

„Max hat uns wichtige Impulse gegeben“, sagte Cheftrainer Matt Dodson nach dem Spiel. „Aber auch die Verteidigung gegen Maxi Kuhle, der uns im Hinspiel fast alleine erledigt hat, von Filip Kukic und mit Christ Theodor war hervorragend. Insgesamt war es die beste Verteidigungsleistung der Saison von der Mannschaft.“ Köln hatte im letzten Viertel den Takt im Spiel übernehmen können, wobei es die RheinStars nach einem 9:0-Lauf und der 53:48-Führung (35.) verpassten, noch in der regulären Spielzeit die durchaus mögliche Entscheidung herbeizuführen. In der Verlängerung war es dann der zweite erfolgreiche Dreier von Kapitän Thomas Michel zum 72:66 48 Sekunden vor Schluss, der die Partie endgültig für Köln entschied und alle Möglichkeiten auf den Klassenerhalt offenhält.

Viertelergebnisse: 13:14, 14:17, 17:17, 13:9, 21:11

Spielfilm: 7:6 (5.), 13:14 (10.), 19:19 (15.), 27:31 (20.), 34:40 (25.), 44:48 (30.), 53:48 (35.), 57:57 (40.), 78:68.

Teamstats: Köln 33% zu Erfurt 38% (2er), 25%/21% (3er), 72%/63% (Freiwürfe), 11:13 Assists, 49:56 Rebounds, 10:10 Steals, 15:20 Turnover, 8:4 Geblockte Schüsse.

RheinStars: Vladimir Nemcok (15 Punkte/8 Assists), Tucker Haymond (29/3 Dreier/13 Rebounds), Thomas Michel (14/2 Dreier/5 Rebounds), Bene van Laack (5/1 Dreier/11 Rebounds – davon 6 Offensiv), Malte Herwig (2), Filip Kukic (6/1 Dreier), Max Dohmen (7/1 Dreier), Jan Zimmermann, Thomas Müller-Laschet, Thomas Fankhauser, Christ Theodor.

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Das Siegerteam mit Max Dohmen (47) und Jan Zimmermann (15) Foto: Frank Fankhauser

Mit Mut und den Fans im Rücken gegen Erfurt

Mit den Basketball Löwen Erfurt erwarten die RheinStars Köln den nächsten Kontrahenten in der ASV-Sporthalle. Für die Fans ist es die nächste Chance auf eine spektakuläre Auseinandersetzung nach dem Krimi vor 14 Tagen gegen den BBC Coburg. „Wenn wir an die Leistungen und die Intensität aus dem Spiel gegen Coburg anknüpfen und besser Rebounden als in Schwenningen, dann gehen wir mit Chancen ins Spiel“, sagt Cheftrainer Matt Dodson vor dem 17. Spieltag in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB am Samstag um 18 Uhr.

„Es kann uns bei dieser Verletzungsmisere niemand von außen helfen, wir müssen uns also aus uns selbst heraus stärken und besser werden. Deshalb haben wir unter der Woche mit der Mannschaft weiter an der Integration der Spieler aus der NBBL und Oberliga gearbeitet, so dass das Zusammenspiel schon besser klappen sollte als am vergangenen Sonntag“, sagt Manager Stephan Baeck. „Mit Yasin Kolo fehlt uns nun der fünfte Spieler und natürlich ein wichtiger Faktor im Spiel unter den Körben. Aber wenn wir mit Mut, Enthusiasmus und den Fans im Rücken dagegenhalten, glaube ich an unsere Möglichkeiten.“ Neben Center Kolo fehlen weiterhin Tim van der Velde, Leon Baeck, Jonas Gottschalk und Silvio Mendes Mateus.

Im Hinspiel unterlagen die RheinStars Mitte November in Erfurt mit 76:86. Herausragender Akteur in dem Spiel war Maximilian Kuhle. Der 27-Jährige Guard erzielte 36 Punkte, traf vier seiner sieben Würfen aus dem 3-Punktebereich, sechs von sieben aus dem 2-Punktebereich und zwölf seiner 13 Freiwürfen. Bis dato alles Saison- oder sogar Karrierebestwerte für den ehemaligen Paderborner. Am vergangenen Wochenende unterlagen die Erfurter mit 87:88 bei den Dragons Rhöndorf – ein intensives Duell, bei dem insgesamt über 100 Rebounds unter den Körben gefischt wurden. Bester Löwe war mit 12 Rebounds Kapitän Robert Franklin. Der Power Forward ist neben Kuhle, Aufbau David Taylor und Center Tobias Bode einer der Pfeiler im Erfurter Spiel. „Sie gilt es zu stoppen“, sagt Coach Dodson – um die Chancen auf dem Weg in die Playdowns mit einem Heimsieg zu erhöhen.

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Es geht ums Durchsetzen am Korb. Foto: Gero Müller-Laschet

 

Überraschung durch die RheinStars bleibt aus

Den RheinStars blieb die Überraschung beim Tabellenzweiten in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB am Sonntagabend verwehrt. Am fünften Spieltag der Rückrunde in der Gruppe Süd unterlagen die Kölner den WIHA Panthers Schwenningen mit 65:82 (32:42). Immerhin, auch wenn die Rhöndorf Dragons ihr Heimspiel gegen die Basketball Löwen Erfurt gewannen, unterlag die TG s. Oliver Würzburg knapp bei den Gießen 46ers. Somit bleibt der Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz bei weiterhin drei Spielen. Am kommenden Samstag (18 Uhr) wird in der ASV-Sporthalle gegen die Erfurter der nächste Anlauf unternommen, den Rückstand vor Ende der Hauptrunde zu verkürzen.  „Es ist noch alles drin, aber wir brauchen jetzt den Heimsieg – am besten mit möglichst vielen Fans im Rücken. Gemeinsam können wir das schaffen“, ist Manger Stephan Baeck weiterhin von den Chancen auf einen erfolgreichen Kampf um den Klassenerhalt überzeugt.

Nach dem Saison-Aus von Yasin Kolo (siehe Extrameldung) rutschte am Fuße des Schwarzwalds Malte Herwig in die Starting five und auch die aus dem Oberliga-Team in den ProB-Kader geholten Max Dohmen und Jan Zimmermann waren in Schwenningen mit von der Partie. Herwig kam als letzter verbliebener etatmäßiger Center am Ende aus acht Punkte, fast 23 Minuten Spielzeit und acht Rebounds – alles Saisonbestwerte für den 27 Jahre alten Sportstudenten. „Aber wir brauchen für eine Überraschung bei so heimstarken und toughen Teams wie den Panthers eine Topleistung von allen Spielern. Das war heute leider nicht so“, bilanzierte Manager Baeck.

Die RheinStars kamen zwar wie gegen Conurg gut ins Spiel und führten vor 550 Zuschauern nach gut vier Minuten 11:5. Doch die bislang Zuhause stets siegreichen und hart spielenden Panthers schlugen zurück und gingen mit einem 14:0-Lauf mit 11:19 in Führung – und bauten diese auf 15:31 aus. Köln hatte in dieser Phase vor allem die Probleme unter den Körben im Rebound, bekam diese jedoch im Laufe des Spiels etwas besser in den Griff. Fortan gestaltete das Team von Cheftrainer Matt Dodson das Geschehen weitestgehend ausgeglichen. Wobei die Quote von jenseits der Dreierlinie weit unter den eigenen Hoffnungen blieb. Nach 40 Minuten verzeichnete das Scouting fünf Treffer bei 25 Versuchen. 20 Prozent. Auch hatten die Hausherren bei den Punkten unter den Körben klar die Oberhand. Insgesamt zu wenig für die erhoffte Überraschung.

Gegen die kleine Rotation der Schwenninger, bei denen Zweitliga-Topwerfer Rasheed Lee Moore fast und Bill Borekambi ganz durchspielten, arbeiteten sich die RheinStars vergeblich am Rückstand ab. Sie kamen mal auf sechs Punkte heran (19.), fielen wieder ab auf 15 (25.), um sich erneut auf zehn (34.) anzunähern. Aber die Wende wollte nicht kommen. In der Endphase, als die Versuche immer verzweifelter wurden, setzten sich die Panther ab und feierten schließlich einen sicheren achten Saison-Heimsieg im achten Heimspiel.

Viertelergebnisse: 15:24, 17:18, 15:16, 18:24

Spielfilm: 11:10 (5.), 15:24 (10.), 21:33 (15.), 32:42 (20.), 39:51 (25.), 47:58 (30.), 57:70 (35.), 65:82 (40.).

Teamstats: Köln 42% zu Schwenningen 50% (2er), 20%/26% (3er), 86%/76% (Freiwürfe), 11:14 Assists, 35:46 Rebounds, 3:11 Steals, 11:8 Turnover.

RheinStars: Vladimir Nemcok 10 Punkte/2 Dreier/ 5 Assists), Tucker Haymond (24), Thomas Michel (14/2 Dreier/6 Rebounds), Bene van Laack (5/1 Dreier/6 Rebounds), Malte Herwig (8 Punkte/8 Rebounds), Filip Kukic, Max Dohmen, Jan Zimmermann, Thomas Müller-Laschet, Thomas Fankhauser, Christ Theodor (4), Julius Wesemann.

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Malte Herwig mit Saisonbestwerten. Foto: Gero Müller-Laschet

 

 

 

Saison für Center Yasin Kolo nach OP beendet

Yasin Kolo wird den RheinStars Köln in dieser Saison nicht mehr zur Verfügung stehen auf dem Feld. Der Center erlitt in den letzten Sekunden des Punktspiels gegen den BBC Coburg (100:101) einen Bruch des rechten Schienbeinköpfchens und wurde am vergangenen Donnerstag von den Ärzten der Orthopädischen Klinik am Gürzenich um Teamarzt Olli Pütz operiert. „Es tut mir sehr leid, dass ich in dieser Saison nicht mehr helfen kann“, sagte Kolo am Freitag. Zudem hatte Kolo in der Situation, die zu seiner Verletzung führte, auch noch überraschend ein Foul kassiert und Gegenspieler Dino Dizdarevic verwandelte anschließend die beiden Freiwürfe zum Auswärtssieg der Gäste.

„Der Basketball-Gott hat sich offenbar entschlossen, unsere Mannschaft in dieser Saison zu zerlegen“, kommentierte Kapitän Thomas Michel den Ausfall von Kolo sarkastisch. Er ist der fünfte Spieler nach Tim van der Velde, Jonas Gottschalk, Leon Baeck und Silvio Mendes Mateus, der aktuell wegen einer Verletzung fehlt.  Wie schwer der Ausfall für die RheinStars wiegt, lässt sich allein daran ablesen, dass „Mr. Double-Double“ nach seinen 23 Punkten und 16 Rebounds gegen Coburg noch in der vergangenen Woche zum Spieler des Tages in der ProB gewählt wurde.

Foto: Gero Müller-Laschet

Grafik: BARMER 2. Basketball Bundesliga

Nächster Halt Schwenningen: “Alle Spieler wollen und sind mit ganzem Herzen dabei”

Als klarer Außenseiter gastieren die RheinStars am kommenden Sonntag (17.30 Uhr) beim Tabellenzweiten wiha Panthers Schwenningen. Bislang haben die Schwarzwälder ihre sieben Heimspiel in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB allesamt gewinnen können und sind ihrem Ziel, einen Play-off-Platz frühzeitig zu sichern, bereits sehr nahe. „Wir denken weiter von Spiel zu Spiel und werden versuchen, auch in Schwenningen Punkte mitzunehmen“, sagt Cheftrainer Matt Dodson. Um im verschneiten Süden pünktlich die Sporthalle am Deutenberg zu erreichen, werden sich die Kölner am frühen Sonntag auf die knapp 450km lange Fahrt Richtung Schwarzwald machen.

Dodson muss auch in Schwenningen auf seine Langzeitverletzten bzw. Rekonvaleszenten Tim van der Velde, Jonas Gottschalk, Silvio Mendes Mateus und Leon Baeck verzichten. Yasin Kolo laboriert noch an seiner Verletzung vom letzten Sonntag bei der 100:101-Heimniederlage in letzter Sekunde der Verlängerung gegen den BBC Coburg. „Natürlich mussten wir danach erst einmal durchschnaufen. Trotz der Rückschläge und trotz der vielen Herausforderungen in dieser Spielzeit raffen sich aber alle wieder auf und arbeiten intensiv weiter an der Wende“, sagt Manager Stephan Baeck. Um im Training trotz der vielen Ausfälle bestmöglich arbeiten zu können, haben die RheinStars drei weitere Spieler aus den eigenen Reihen in den Kader aufgenommen (siehe Extra-Meldung).

„Unsere Mannschaft hat einen tollen Charakter, alle Spieler wollen und sind mit ganzem Herzen bei der Sache“, sagt Coach Dodson. „Natürlich sind wir in Schwenningen nicht der Favorit. Aber wir fahren nicht die ganze Strecke, um dort nichts holen zu wollen.“ Auch die Hausherren waren in der vergangenen Woche nicht frei von Rückschlägen. So wurde der im Hinspiel überragende Aufbau und Kapitän Kosta Karamatskos Ende November an der Bizepssehne operiert und fällt lange aus. Allerdings fanden die Gastgeber mit Anell Alexis, dem 28 Jahre alten Sohn der Berliner Basketball-Legende Wendell Alexis, schnell Ersatz für ihren Kapitän. Trotz seiner zwei Staatsbürgerschaften (USA und Panama) gilt er als Local-Player, weil er bei Alba in der Jugend spielte. In der vergangenen Woche unterlagen die Panther in Würzburg geschwächt durch eine Grippewelle.

Im ersten Aufeinandertreffen hatten die RheinStars neben der sicheren Spielführung von Kosta Karamatskos vor allem mit Süd-Topscorer Rasheed Lee Moore (22,1 Punkte pro Spiel), Bill Borekambi und Leon Friederici ihre Probleme vor und unter den Körben. „Schwenningen hat eine erfahrene Mannschaft, die auch den Ausfall ihres Denkers und Lenkers kompensieren konnte und zurecht weit oben in der Tabelle steht. Aber wir werden uns so teuer wie möglich verkaufen“, sagt Manager Stephan Baeck.

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Drei Akteure aus den eigenen Reihen rücken in ProB-Kader  

Aufgrund der zahlreichen Verletzungen haben die RheinStars drei weitere Akteure aus den eigenen Reihen für die BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB gemeldet. Aus dem NBBL-Team der Nachwuchs-Bundesliga rückt der 17 Jahre alte Power Forward Roni Sijarina (2.02m/102kg) in den Kader. Zudem kommen zwei erfahrene Akteure aus der aktuellen Oberliga-Mannschaft hinzu: Der 30 Jahre alte Power Forward Max Dohmen (2.04m/96kg) und der 28 Jahre alte Center Jan Zimmermann (2.07m/130kg). Beide haben in ihrer Karriere u. a. in der Regionalliga für die ART Giants Düsseldorf und BSG Grevenbroich gespielt. Dohmen spielte zudem bei den NVV Lions und den Baskets Schwelm in der 2. Bundesliga, stand auch bei den Telekom Baskets Bonn unter Vertrag. Dort spielte er zuerst in der Regionalliga-Mannschaft, kam aber auch zu zwei Bundesliga-Einsätzen.

Durchbeißen müssen sich die RheinStars und Tucker Haymond. Foto: Gero Müller-Laschet

Kein Happyend für starke RheinStars

Einen verheißungsvollen Jahressauftakt lieferten die RheinStars Köln ihren Fans am Samstagabend in der mit 990 Zuschauern ausverkauften ASV-Sporthalle. Auch wenn die höchstspannende Partie am vierten Rückrunden-Spieltag in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB gegen den spielstarken BBC Coburg in der Verlängerung mit 100:101 (40:48, 84:84) Sekunden vor Schluss verloren ging. Die Mannschaft von Cheftrainer Matt Dodson unterstrich, dass im weiteren Verlauf der Saison mit ihr zu rechnen sein wird. Köln betrieb dabei beste Werbung in eigener Sache – nur leider ohne Happyend. In der kommenden Woche geht es in der Gruppe Süd für die RheinStars mit der Aufgabe in Schwenningen weiter, bevor dann in 14 Tagen die Basketball Löwen aus Erfurt im Rheinland ihre Visitenkarte abgeben werden.

„Wir haben heute wahrscheinlich unsere beste Saisonleistung abgeliefert, hatten Struktur und Organisation. Die Mannschaft hat in den vergangenen Wochen einen großen Schritt nach vorne gemacht und hätte den Erfolg verdient gehabt“, sagte Manager Stephan Baeck. Und das, obwohl die RheinStars nun mit Tim van der Velde (Doppelter Bänderriss im Training) und Jonas Gottschalk (Sehnenprobleme) zwei weitere Langzeit-Ausfälle nach Silvio Mendes Mateus und Leon Baeck in den kommenden Monaten verkraften müssen. „Natürlich sind wir nicht fehlerfrei und in der Schlussphase machen wir dann auch den einen oder anderen Fehler zu viel. So schaffen wir es nicht, uns für einen starken Auftritt zu belohnen. Aber die Richtung stimmt. Wobei ich in der Reboundarbeit und bei unserer Verteidigungsleistung insgesamt das meiste Potenzial zur Verbesserung sehe.“

Entscheidenden Anteil an dem deutlich verbesserten Vortrag der RheinStars, der Meilen von den Darbietungen in der Hinrunde entfernt schien, hatte Neuzugang Vladimir Nemcok. Der pfeilschnelle Slowake organisierte das Spiel in seinem zweiten Auftritt schon weitaus integrierter als beim Derbysieg in Rhöndorf – und als er sich nach der Halbzeit (40:48) auch als verlässlicher Skorer erwies, riss er seine Mannschaft mit zu einer starken Vorstellung gegen einen richtig guten Gegner – und das Publikum ein ums andere Mal von den Sitzen. Im direkten Pointguard-Duell mit dem Coburger Lenker Chase Adams ging er wohl als Punktsieger hervor. Wenn auch als unbelohnter. In seinen 34 Spielminuten sammelte er 15 Zähler, 9 Assists, 6 Rebounds, zwei davon offensiv, blockte einen Schuss – und er verlor keinen einzigen Ball. Beeindruckend. „Aber Vladi macht vor allem seine Mitspieler besser, entlastet sie von zusätzlichen Aufgaben und setzt sie in Szene“, lobt Manager Baeck.

In der mitreißenden Schlussphase glichen die enthusiastisch kämpfenden RheinStars in den letzten 70 Sekunden der regulären Spielzeit einen 78:84-Rückstand aus. Doch schon in dieser Phase ließen die Hausherren die ein oder andere Freiwurf-Chance aus, während die Coburger sicher von der Linie blieben. Trotzdem hatten es die Kölner in der Verlängerung beim Stand von 98:93 81 Sekunden vor Schluss in der Hand, den Sieg zu sichern. Doch Coburg holte Punkt um Punkt auf, während die RheinStars ins Schlingern gerieten: Nemcok schied in der nächsten Aktion mit dem fünften Foul aus. Der starke Tucker Haymond lief sich nach einer Auszeit unterm gegnerischen Korb fest. Yasin Kolo verletzte sich bei seiner letzten Aktion am Knie. Und plötzlich waren die Gäste durch zwei Freiwürfe des starken Dino Dizdarevic mit 100:101 wieder vorbei. 4,3 Sekunden blieb den Kölnern auf der Uhr – an diesem Tag noch zu wenig.

Viertelergebnisse: 21:25, 19:23,25:19, 19:17, 16:17 

Spielfilm: 8:12 (5.), 21:25 (10.), 31:39 (15.), 40:48 (20.), 55:58 (25.), 65:67 (30.), 72:75 (35.), 84:84 (40.), 100:101

Teamstats: Köln 53% zu Coburg 59% (2er), 39%/32% (3er), 68%/81% (Freiwürfe), 21:15 Assists, 42:31 Rebounds, 4:4 Steals, 14:9 Turnover. 

RheinStars: Vladimir Nemcok (15 Punkte/1 Dreier/ 8 Assists), Tucker Haymond (30/3 Dreier/6 Rebounds), Thomas Michel (16/4 Dreier), Bene van Laack (11/1 Dreier/7 Rebounds/4 Assists), Yasin Kolo (23/2 Dreier/16 Rebounds), Filip Kukic (2/2 Dreier/3 Assists), Malte Herwig (3), Thomas Müller-Laschet, Thomas Fankhauser, Christ Theodor. Ohne Spielzeit: Julius Wesemann.

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Das spielprägende Duell – Vladimir Nemcok (r.) mit Coburgs Chase Adams. Foto: Gero Müller-Laschet

Mit Derby-Schwung und Willen gegen Coburg

Mit einem wichtigen Sieg gingen die RheinStars Köln in die Weihnachtspause, jetzt soll der Auftakt des neuen Jahres genauso erfolgreich gestaltet werden. Mit dem BBC Coburg empfangen die Kölner am kommenden Samstag am 15. Spieltag der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB einen spielstarken Gegner in der ASV-Sporthalle (18 Uhr), der sich nach anfänglichen Schwierigkeiten bis auf einen Playoff-Platz vorgearbeitet hat. Für die RheinStars geht es darum, nach dem Erfolg bei den Dragons Rhöndorf mit einem weiteren Sieg den Abstand zu den Nichtabstiegsplätzen in der Gruppe Süd erneut zu verkürzen.

„Wir denken nur von Spiel zu Spiel“, sagt Cheftrainer Matt Dodson, der seit der weihnachtlichen Unterbrechung intensiv mit dem Kader arbeitet, um die RheinStars auf den Jahresstart vorzubereiten. In erster Linie natürlich, um Neuzugang Vladimir Nemcok auf der Aufbauposition weiter ins Geschehen zu integrieren. Aber auch, um das gesamte Team endlich an das bestmögliche Niveau heranzuführen. „Die Bedingungen im Training haben gepasst“, sagt Manager Stephan Baeck. „Wenn wir dazu den Schwung und Willen aus dem Derby mitnehmen können ins neue Jahr, haben wir gegen die Coburger eine Chance.“ Auch wenn diese nach ihrem schwachen Saisonstart so etwas wie die Mannschaft der Stunde in der Süd-Gruppe sind.

Der Aufschwung bei den Gästen ist dabei verbunden mit dem Namen Chase Adams. Den Coburger Spielmacher kennen die RheinStars bereits seit Jahren. Schon mit den Hebeisen White Wings Hanau und den Uni Baskets Paderborn stellte der US-Amerikaner die Kölner in der ProA oft vor hohe Herausforderungen. Seit dem sechsten Spieltag ist der 30 Jahre alte Pointguard nun bei den Oberfranken. Das Zwischenresultat: Nach vier Niederlagen aus den ersten fünf Saisonspielen liegen die Coburger mittlerweile auf einem Playoff-Platz mit ausgeglichener Bilanz. Adams trägt mit 17 Punkten und 7,2 Assists pro Spiel zu den Erfolgen bei. Mit ihm überrollte der vormalige sportliche Absteiger auch die RheinStars im Hinspiel mit 102:78. Von den letzten sechs Spielen gewannen die Coburger fünf, nur in Rhöndorf unterlagen sie – Adams plagte eine Grippe.

Aktuell steht die Bilanz RheinStars vs. Adams 4:3. Wobei die Kölner bisher alle Heimspiele gewinnen konnten. „Klar ist Adams der Schlüssel im Coburger Spiel. Aber wir würden einen Fehler machen, wenn wir uns nur auf ihn beschränken würden bei der Vorbereitung“, sagt Cheftrainer Dodson. Seit dem Engagement von Adams nahm auch der Franzose Kevin Bruno Franchesci wie das ganze Team entsprechend Fahrt auf. Beim 88:68 im Rückspiel gegen Rhöndorf erzielte er 39 Punkte, wobei neun seiner 13 Dreierversuche ihr Ziel fanden.

RheinStars-Jubel in Rhöndorf. Foto: Frank Fankhauser

 

 

“Derbysieger, Derbysieger, hey, hey!“

„Derbysieger, Derbysieger, hey, hey!“ schallte es durch den DragonDome am Samstagabend. Anders als im ersten Aufeinandertreffen vor wenigen Wochen sangen diesmal allerdings die Fans und Spieler der RheinStars Köln und nicht die der Dragons Rhöndorf. Mit 89:85 (45:40) setzten sich die Kölner in einem Herzschlagfinale gegen die Hausherren am Menzensberg durch und zogen nun gleich mit den Dragons in der Tabelle der Südgruppe in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB. Da auch s. Oliver Würzburg am 14. Spieltag verlor, konnten die RheinStars den Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz auf zwei Siege verkürzen.

„Es war unser Kampfgeist, am Ende auch die Verteidigung von Tim Van der Velde – und dass wir die Nerven behalten haben“, kommentierte Cheftrainer Matt Dodson die Schlussminuten. In der Crunchtime wühlten sich die RheinStars nach zwischenzeitlicher 9-Punkte-Führung (51:42/23. Minute) und einem 12 Punkte-Rückstand (60:72/30.) dank eines 7:0-Laufs (83:82/37.) erstmals wieder an den Rhöndorfern vorbei. Bis 0,7 Sekunden vor Schluss nahmen die Akteure im Duell des Tabellenvorletzten gegen den Letzten ihre Fanlager mit auf eine emotionale Achterbahnfahrt. Es war nichts für schwache Nerven. Erst als Yasin Kolo den Ball bei 87:85 unter dem eigenen Korb sicherte und zusätzlich noch gefoult wurde, war die Zeit für Kölner Feierlichkeiten angebrochen. Zwei verwandelte Freiwürfe von Kolo (24 Punkte) noch, dann war der Sieg perfekt.

Dass die RheinStars anders als beim 67:77-Hinspiel jubeln konnten, hatte auch sehr viel mit dem neuen Mann auf der Spielmacherposition zu tun. Vladimir Nemcok absolvierte seine ersten knapp 30 offiziellen Spielminuten im Kölner Trikot – und mit ihm veränderte sich auch das Geschehen auf dem Feld für seine Mitspieler. Vor allem US-Boy Tucker Haymond (25 Zähler/5 Dreier) profitierte von den präzisen Anspielen des 23 Jahre alten slowakischen Pointguards, um den sich die Kölner in den vergangenen Wochen intensiv bemüht hatten. Am Montag war Nemcok aus seiner Heimat eingetroffen – gespielt hatte er zuvor nach drei US-College-Jahren in der spanischen LEB-Silver-League in Alicante.

„Das war hart heute, wirklich hart“, kommentierte Nemcok, der klug und mit Übersicht agierte; sich mit acht Assists und vor allem viel Druck auf die gegnerische Zone bestens einführte. Wie alle anderen auch warf er sich mit ganzem Herzen in die aus Kölner Sicht wegweisende Partie, bei der mit Bene van Laack (15 Punkte/8 Rebounds) neben Tim Van der Velde ein weiteres Kölner Eigengewächs entscheidende Aktionen beisteuerte. Kapitän Thomas Michel gelang zudem an alter Wirkungsstätte hinter Haymond (+17) mit +10 der zweitbeste Wert seines Teams in der Plusminus-Statistik. „Wir gehen mit Rückenwind in die kurze Weihnachtspause“, sagte Manager Stephan Baeck, „wir haben uns zurückgekämpft und uns verdient den Sieg geholt. Jetzt wollen wir gegen den BBC Coburg am 5. Januar in eigener Halle nachlegen.“

Viertelergebnisse: 23:19, 22:21, 17:32, 27:13.

Spielfilm: 12:11 (5.), 23:19 (10.), 38:33 (15.), 45:40 (20.), 52:53 (25.), 62:72 (30.), 76:80 (35.), 89:85 (40.)

Teamstats: Köln 39% zu Rhöndorf 54% (2er), 46%/41% (3er), 83%/74% (Freiwürfe), 15:20 Assists, 33:36 Rebounds, 6:7 Steals, 17:20 Turnover.

RheinStars:  Vladimir Nemcok (3 Punkte/8 Assists), Tim van der Velde, Tucker Haymond (25/5 Dreier/5 Rebounds), Bene van Laack (15/4 Dreier/8 Rebounds), Yasin Kolo (24/5 Rebounds), Filip Kukic (9/2 Dreier), Thomas Michel (11), Malte Herwig (2), Thomas Müller-Laschet, Thomas Fankhauser (4) Ohne Spielzeit: Christ Theodor, Julius Wesemann.

Alle Statistiken gibt es hier: https://live.2basketballbundesliga.de/g/105126

Mittendrin statt nur dabei – Vladimir Nemcok (Nummer 4) im Kreise aller Derbysieger. Foto: Frank Fankhause