Köln kann Gießen. Auch im dritten Aufeinandertreffen in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA setzten sich die RheinStars bei den favorisierten 46ers durch. Am Samstagabend gewannen die Kölner in der Sporthalle Ost mit 78:76 – trotz eines 31:44-Rückstands zur Halbzeit. „Es freut mich sehr für unsere Jungs, dass sie sich nach der Overtime-Niederlage gegen Bremerhaven gleich im nächsten knappen Spiel durchsetzen konnten“, sagte Headcoach Zoran Kukic. „Das ist wichtig für ihr Selbstvertrauen und zeigt ihren guten Charakter als Mannschaft.“
Nach dem intensiven und spannenden Duell am fünften Spieltag der jungen Saison richtet sich der Fokus nun auf die beiden kommenden Heimspiele in der Motorworld: Am 25. Oktober empfangen die RheinStars Medikamente per Klick Bayreuth, am 28. Oktober die Nürnberg Falcons.
Diallos Ausfall erzwingt Neuordnung
Der Erfolg vor 2.654 lautstarken Zuschauern in der traditionsreichen Gießener Sporthalle nötigte auch Stephan Baeck, Geschäftsführer Sport, großen Respekt ab. Wie schon gegen Bremerhaven bewiesen sich die RheinStars als Comeback-Team: Trotz eines Rückstands von 16 Punkten vor der Pause und noch neun Zählern nach 33 Minuten drehten sie die Partie.
„Vor so einer Kulisse musst du erst einmal bestehen und bei dir bleiben, zumal wir durch den Ausfall von Nat Diallo gerade keine einfache Situation haben. Deshalb geht das Lob an alle, an jeden einzelnen im Team“, sagte Baeck.
Diallo hatte sich eine Woche zuvor gegen die Eisbären ohne Fremdeinwirkung den Mittelfuß gebrochen und wird den Kölnern für längere Zeit fehlen. Dadurch mussten sich die RheinStars auf dem Feld neu sortieren. Immerhin war Haris Hujic wieder mit von der Partie.
„Es wurde ein bisschen hochrotiert, alles musste sich neu sortieren und das hat wohl seinen Teil zu unserer Leistung in der ersten Halbzeit beigetragen“, erklärte Baeck.
Die Hausherren gingen früh mit 15:6 in Führung (6. Minute) und kontrollierten zunächst das Spiel gegen Köln, nachdem sie in der Vorsaison beide Duelle verloren hatten. Nach dem 25:41 in der 18. Minute lagen die RheinStars zur Halbzeit mit 31:44 zurück.
Auch die Zahlen ließen zu diesem Zeitpunkt wenig Rückschlüsse auf einen Kölner Sieg zu: 18 Prozent Trefferquote von der Dreierlinie, 25 Prozent bei den Freiwürfen und zwölf Ballverluste. Doch nach der Pause sollte sich das Bild ändern.
Nach dem Seitenwechsel fanden die RheinStars nachhaltig ins Spiel. „Eigentlich war es gar kein so großes Geheimnis. Wir haben besser verteidigt, physischer gespielt und uns dadurch auch das Selbstvertrauen geholt und dann auch getroffen“, sagte Coach Kukic.
Bis zur 25. Minute verkürzte Köln den Rückstand auf sechs Punkte und arbeitete sich weiter heran. Doch die Mittelhessen, die als einer der Aufstiegsfavoriten gelten, hielten dagegen. So entwickelte sich ein temperamentvolles, mitreißendes Spiel, in dem jede Sequenz und jeder Ballbesitz an Bedeutung gewann.
Russell und Rohwer drehen Spiel nach Auszeit
Zwei Unachtsamkeiten in der Kölner Defensive schienen die 46ers wieder auf die Siegerstraße zu bringen. Beim Stand von 57:66 in der 33. Minute nahm Kukic sofort eine Auszeit – und leitete damit die entscheidende Wende ein. „Nochmal, es war gar kein großes Geheimnis. Ich habe den Jungs gesagt, wir brauchen noch mehr Defense, noch mehr Einsatz, und das war es dann.“
Die RheinStars um Kapitän Cedric Russell erhöhten noch einmal die Intensität und trafen nun ihre Würfe. Russell ging voran: Mit zwei weiteren seiner insgesamt sechs Dreier verkürzte er auf 63:66. Anschließend brachte der ebenfalls starke Björn Rohwer (14 Punkte) die Gäste mit 67:66 in Führung. Der 11:0-Lauf nach der Auszeit bescherte Köln in der 34. Minute die erste Führung seit dem 2:0 durch Antonio Williams.
Neben Topscorer Russell (26 Punkte, sechs Dreier) punkteten auch Williams (15 Punkte, sieben Assists) und Biggie Patterson (12 Punkte, acht Rebounds) zweistellig. Als Rohwer seinen zweiten Dreier zum 76:70 in der 37. Minute traf, zeichnete sich der dritte Auswärtssieg im vierten Spiel endgültig ab.
Mit starker Defensive und als geschlossene Einheit brachten die Kölner den Sieg über die Ziellinie. „Wir wollten gerade nach Bremerhaven mit viel Energie spielen und uns unbedingt den Sieg holen. Ich freue mich sehr für uns alle, dass uns das dann am Ende auch so gelungen ist“, sagte Russell.
Viertel: 12:19, 19:25, 21:14, 26:18
Spielfilm: 6:13 (5.), 12:19 (10.), 23:28 (15.), 31:44 (20.), 45:51 (25.), 52:58 (30.), 67:68 (35.), 78:76 (40.)
Teamstatistiken: Würfe aus dem Feld – RheinStars 31 von 60/52%, 46ers (29/60, 48%), FW Köln 70% (7/10) zu 80% (12/15), 13:16 Assists, 31 (6 offensiv): 31 (7) Rebounds, 20:13 Fouls, 13:8 Steals, 1:3 Blocks, 17:15 Turnover.
Zum Boxscore geht es hier: https://bit.ly/4yLphSF
RheinStars: Cedric Russell (26 Punkte/6 Dreier, 2 Assists, 4 Rebounds, 2 Steals), Antonio Williams (15, 7 Ass, 4 Reb, 3 Steals), Kris Monroe (3), Biggie Patterson (12, 8 Reb, 2 Ass, 3 Steals), Jasper Günther (2), Konsti Lehmann, Maxi Begue (2, 3 Reb, 2 Steals), Haris Hujic (4), Karl Bühner (3 Reb), Mark Cuvalo, Björn Rohwer (14/2, 5 Reb., 2 Steals).
Foto: Nico Genslein