Valentin Blass – Das Schweizer Taschenmesser aus der ProA

Nach zahlreichen jungen Spielern schließt sich mit Valentin Blass nun ein gestandener Zweitligaprofi den RheinStars zur kommenden Saison in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB an. Der 26 Jahre alte Forward kommt von ProA-Vizemeister BayerGiants Leverkusen nach Köln – und spielt damit erstmals für einen Verein in der Stadt, in der er seit Jahren schon wohnt und studiert. „Ich hatte drei tolle Jahre bei den Giants mit dem Aufstieg in die ProA, dem Erreichen von Platz fünf dort und jetzt zum Abschluss die Vizemeisterschaft“, sagt Blass, „aber in den Jahren ist meine Rolle immer kleiner geworden und ich habe Lust, wieder länger auf dem Feld zu stehen.“

Nicht ganz schuldlos an der Zusage sind unter anderem die Freunde aus gemeinsamen Rhöndorfer Tagen wie Thomas Michel, Yannick Kneesch oder Viktor Frankl-Maus, die mittlerweile das RheinStars-Trikot tragen. Sie brachten den Masterstudenten in Sport und Geschichte mit Management und Trainern in Kontakt. „Die Gespräche waren prima, auch die ersten Trainingseinheiten mit Headcoach Simon Cote. Und Köln soll sowieso weiterhin meinen Lebens-Mittelpunkt bilden.“ In den kommenden Wochen und Monaten stehen noch Prüfungen an der Deutschen Sporthochschule sowie an der Uni Köln an, dann solle es weitergehen Richtung Lehramt. Schon jetzt arbeitet „Valle“ als Betreuer im offenen Ganztag der Förderschule Soldinerstraße in Chorweiler. „Mir macht das unheimlich viel Freude.“

Freude löst seine Zusage für die RheinStars nicht allein bei den Kumpels aus, sondern vor allem bei Headcoach Cote. „Valentin spielt hart und physisch, ist erfahren, ein toller Teamspieler. Er kann auf der Position drei und vier spielen, ich sehe ihn dabei vor allem auf der drei. Er ist ein guter Werfer. In seiner Karriere war er auch ein guter Dreipunkte-Schütze, einige Spielzeit gut, einige sehr gut. Wir glauben, dass er uns auch in der Verteidigung sehr helfen wird. Zudem rebounded und passt er gut. Eigentlich ist er so etwas wie unser Schweizer Taschenmesser für alle Situationen. Ich freue ich sehr, mit ihm arbeiten zu können.“

Valentin Blass, Small Forward
17. April 1995, München, 1.98m/95kg

Stationen:
Ab 2021 – RheinStars Köln
2018 – 2021, Bayer Giants Leverkusen (ProA)
2017 – 2018 Dragons Rhöndorf (ProB)
2016 – 2017 Telekom Baskets Bonn (BBL + 1. Regio)
2013 – 2016 Dragons Rhöndorf I Telekom Baskets Bonn 

Stats 2020/2021
ProA 32 Spiele, 6:25 min (im Schnitt), 33.3% FG, 66.7 FT, 1.4 Pkt, 0.“ As, 0.9 Reb, 1.2 Eff.

RheinStars-Kader 21/22: Valentin Blass, Vincent Golson, Yannick Kneesch, Thomas Michel, Aykeen Richardson, John Joseph Saigge, Samuel Jammal Schmedes, Elijah Schmidt

Foto: Gero Müller-Laschet

Aykeen Richardson – „Am Ende war es eine leichte Entscheidung“

Mit Aykeen Richardson schließt sich nach Jammal Schmedes und John Joseph Saigge der nächste talentierte junge Spieler dem Programm der RheinStars an, um in Köln den nächsten Schritt in der Karriere gehen zu können. „Wir freuen uns sehr darauf, mit ihm hier zu arbeiten“, sagt Headcoach Simon Cote. „Aykeen bringt neben seinem großen Potenzial ein gutes Fundament mit, ist schon sehr athletisch. Ab jetzt wollen wir gemeinsam darauf hinarbeiten, das Versprechen auf die Zukunft, dass sein Potenzial mitbringt, auch einzulösen – und hier in den nächsten Jahren zusammen etwas aufzubauen.“

Von Anfang an hatten sich die RheinStars sehr um den mittlerweile 1,96m großen und 19 Jahre alten Shooting Guard als Zugang zur kommenden Saison in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB bemüht. Richardson stammt aus dem Nachwuchs der Frankfurt Skyliners. Nun soll er im Anschluss an seinen High School-Abschluss in Manor/Texas und dem von Corona geprägten NBBL-Jahr am Basketball Campus Köln powered by Flossbach von Storch weiter reifen. Als Basketballer – und als Schüler mit Abiturwunsch. So wird Richardson neben seinem Profidasein auch ein Anerkennungsjahr fürs Abitur in Köln absolvieren.

„Ich bin nach den zwei Jahren USA nun an einem wichtigen Punkt. Deshalb haben wir als Familie intensive Gespräche geführt, um den richtigen Standort und den richtigen Weg für die nächsten Jahre zu finden. Ausschlaggebend war bei meiner Zusage an die RheinStars sicher auch der Einsatz von Coach Simon Cote und Manager Stephan Baeck“, sagt Richardson. „Mit den Möglichkeiten, die Köln mit dem Campus bietet, war es dann am Ende eine einfache Entscheidung.“

Aykeen Richardson, Shooting Guard
15. Januar 2002, Frankfurt, 1.96m

Stationen
Seit 2021 RheinStars Köln
2020 – 2021 Eintracht Frankfurt (2. Regio) / Fraport Skyliners U19 (NBBL)
2018 – 2020 Manor Highschool (Texas)

Foto: Manor Highschool I RheinStars

 

Jammal Schmedes – auf dem Weg zum kompletten Spieler nach Köln

Die nächste gute Nachricht zum Sonntag. Mit Samuel Jammal Schmedes schließt sich ein talentierter Flügelspieler den RheinStars für die kommende Saison in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Nord an. Der 20 Jahre alte Niedersachse kommt vom Ligarivalen SC Rist Wedel nach Köln, um hier die nächsten Schritte in seiner Sportlerkarriere gehen zu können. „Jammal ist jung, hungrig und will sich weiter verbessern. Er hat einen guten Charakter und passt damit hervorragend zu unserem Programm“, sagt Headcoach Simon Cote über den Zugang aus dem Norden, der zudem in den vergangenen Jahren als Doppellizenzspieler auch beim Erstligisten Hamburg Towers trainierte.

„Die zwei Jahre mit der Doppellizenz waren eine gute Erfahrung. Ich habe auch einige Pre-Sesaon-Spiele mit den Towers gemacht. Aber letztlich war ich in beiden Teams kein wirklich fester Bestandteil der Mannschaft, sondern in so einem Zwischenraum unterwegs. Deshalb freue ich mich jetzt richtig darauf, mich auf eine Mannschaft konzentrieren zu können“, erzählt Schmedes. Mit 16 Jahren hatte er sein deutsch-iranisches Elternhaus in Hannover verlassen, um bei RASTA Vechta den Grundstein für eine sportliche Laufbahn zu legen, die ihn irgendwann mal an die oberste Spielklasse heranbringt. Vielleicht ja sogar in Köln und mit den RheinStars. Schließlich verändern sich hier die Möglichkeiten gerade grundlegend mit dem Basketball Campus Köln powered by Flossbach von Storch und dem Gestaltung des Radstadions als Spielhalle mit bundesligatauglichen Zuschauerkapazitäten.

„In Vechta habe ich zudem mein Abitur gemacht und ich denke aktuell ernsthaft darüber nach, ein Fernstudium aufzunehmen. Auch wenn ich das sicherlich strecken werde, um mit dem Basketball weiter voranzukommen“, sagt Schmedes. Headcoach Cote jedenfalls ist von dem Potenzial seines Spielers überzeugt: „Jammal bringt eine Menge mit, um ein kompletter Basketballspieler zu werden. Er ist schon ein guter Schütze. Aber wir glauben, er kann auch ein guter Rebounder und Verteidiger werden.“ Schmedes, der aktuell in seiner freien Zeit täglich am LSB-Stützpunkt in Hannover trainiert, hat aber noch einen anderen Grund, warum er sich auf die RheinStars freut: „Am allermeisten freue ich mich darauf, mit den Jungs zu zocken.“ 

Samuel Jammal Schmedes, Shooting Guard/Small Forward
17.07.2000 – 2,02 Meter, 85 kg

Stationen:
Seit 2021 RheinStars Köln
2019 – 2021 SC Rist Wedel (ProB) I Hamburg Towers (BBL)
2017 – 2019 RASTA Vechta (NBBL I Regio)

Stats 2020/2021
ProB 16 Spiele, 26:52 min (im Schnitt), 36.2% FG, 82.4 FT, 10.8 Pkt, 0.8 As, 2.4 Reb, 1.1.St. 6.8 Eff.

Zum Highlightvideo 2020/2021 geht es hier

RheinStars-Kader 21/22: Vincent Golson, Yannick Kneesch, Thomas Michel, John Joseph Saigge, Samuel Jammal Schmedes, Elijah Schmidt

Foto: BARMER 2. Basketball Bundesliga

 

John Joseph Saigge – Eine Entscheidung des Herzens

Mit dem jungen John Joseph Saigge stößt ein talentierter Guard zu den RheinStars und kehrt damit ins Rheinland zurück. Der in Neuss aufgewachsene 20 Jahre alte Jungprofi spielte und trainierte zuletzt in Norddeutschland. In Köln soll Saigge in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB nun seinen Platz und seine Rolle als Backup-Pointguard im Team suchen und finden. „Er bringt eine Menge Potential mit, ist sehr athletisch. Hat eine hohe Intensität, kann den Ball schnell machen und Druck ausüben, schaltet schnell um in Transition-Situationen“, sagt Headcoach Simon Cote. „Ich freue mich sehr über seine Zusage.“

Saigge befindet sich bereits im Einzeltraining mit dem Coach und weiteren Spielern, die sich aktuell im Individualtraining auf die kommende Saison vorbereiten. Anfang August wird die komplette Mannschaft dann in die Vorbereitung gehen. „Ich freue mich auf Köln. Die Atmosphäre und die Art, wie hier Basketball gespielt werden soll, fühlte sich schon bei unserem Tryout vor ein paar Wochen gut an“, sagt Saigge, der zuletzt bei den Eisbären Bremerhaven und den Cuxhaven Baskets mit einer Doppellizenz ausgestattet war. „Ich habe mit dem ProA-Kader trainiert und sollte zudem in der Regio trainieren und spielen.“ Leider bremste die Corona-Pandemie den Guard, der tatsächlich nur ein Saisonspiel bei den Baskets in der Regionalliga Nord absolvieren konnte, wenn auch ein gutes.

So fühlt sich die Rückkehr ins Rheinland ein wenig wie ein Neustart ins echte Sportlerleben an, auch wenn die Ausbildung zum Massage-Fachpraktiker erfolgreich abgeschlossen werden soll. „Und meine Familie freut sich, dass sie nun endlich wieder Spiele von mir sehen kann“, erzählt Saigge. Seine Eltern hatten den gebürtigen Haitianer in seinem zweiten Lebensjahr adoptiert und beide Elternteile sind dem Basketball tief verbunden. Vater Tom Saigge spielt immer noch aktiv bei der ART Düsseldorf, war schon Deutscher Ü50-Meister, Mutter Sabine spielte ebenfalls beim ART. „Sowohl die RheinStars mit ihrem Potential, den Möglichkeiten und den Aussichten als auch die ProB als Spielklasse, sind für John genau der richtige Schritt für seine Entwicklung“, sagt sein Berliner Berater und Karrierebegleiter Yenal Kahraman. „Ich habe John gesagt, er soll nicht nur den Kopf auf sachlicher Ebene entscheiden lassen, sondern sein Herz muss das gleiche fühlen können. Es muss eine harmonische Balance vorhanden sein. Das letzte Wort muss allerdings das Herz haben. Das hatte es bei John.“

John Joseph Saigge, Guard
09.03.2001 – 1,83 Meter, 75 kg

Stationen:
2020 – 2021 Cuxhaven Baskets (Regio) I Eisbären Bremerhaven (ProA)
2019 – 2020 München (NBBL)
2017 – 2019 TG s.Oliver Würzburg (NBBL I ProB)
2015 – 2017 ART Giants Düsseldorf (JBBL)

RheinStars-Kader 21/22: Vincent Golson, Yannick Kneesch, Thomas Michel, John Joseph Saigge, Elijah Schmidt

Fotos: RheinStars Köln

“Elijah kann eine herausragende Rolle spielen”

Gute Nachrichten zum Sonntag. Mit Elijah Schmidt präsentieren die RheinStars ihren ersten offiziellen Neuzugang für die kommende Saison in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB. Wie der Nachname schon vermuten lässt, ist der Power Forward zwar in den USA geboren und aufgewachsen, hat aber einen deutschen Vater. „Wir haben oft Zuhause über die Möglichkeit gesprochen, vielleicht mal in Deutschland als Profi zu spielen und so das Land kennenzulernen. Es ist fantastisch, dass es jetzt tatsächlich passiert“, sagt Schmidt.

Seine ersten Erfahrungen mit dem europäischen Basketball hat er nach vier Jahren in der NCAA in der zurückliegenden Saison in der spanischen Liga „LEB Silber“ gemacht. Dort erreichte der 23 Jahre Forward mit seinem katalanischen Klub Pardinyes Lleida die Playoffs, erzielte dabei in durchschnittlich knapp 15 Spielminuten 5.8 Punkte und 4.2 Rebounds. „Seine Statistiken sind ok. Aber für die Minuten, die er da gespielt hat, war er sehr produktiv. Und das in einer sehr herausfordernden Liga, gerade für junge Spieler in ihrem ersten Jahr im Ausland“, sagt Headcoach Simon Cote und erklärt, warum er von der Verpflichtung Schmidts mehr als überzeugt ist. „Wir haben uns mit ihm intensiv beschäftigt und ausgiebig gesprochen. Er hat einen guten Charakter, ist ein Mannschaftsspieler. Physisch stark, kann sich durchsetzen. Rebounded und verteidigt gut.  Er hat noch viele Möglichkeiten, sein Spiel weiter zu verbessern. Er passt sehr gut zu uns und wenn wir alles wie gewünscht hinbekommen, kann Elijah eine herausragende Rolle bei uns spielen.“

Schmidt selbst wuchs in Texas auf, schloss im Sommer 2020 sein Bachelor-Studium in Umweltwissenschaften an der Texas University A&M erfolgreich ab. Sein Vater stammt aus Bremen, kam als junger Erwachsener nach New York, lernte dort seine spätere Frau kennen. Über Miami landete die Familie schließlich in Houston, Texas. Anfangs wuchs er zweisprachig auf, verlor allerdings trotz Deutsch im Unterricht zumindest sprachlich den Kontakt zur Sprache seines Vaters. „Ich verstehe eine Menge, gesprochen habe ich aber sehr wenig.  Auch deshalb freue ich mich auf Köln.“ Bevor der Mann mit dem deutschen Pass aber seine Zusage gab, informierte er sich bei Kapitän Twotwo Golson über seinen möglichen neuen Verein und entdeckte im Netz zudem eine Menge über die Kölner Basketball-Geschichte und die Möglichkeiten des Basketball Campus powered by Flossbach von Storch. „Lleida hätte mich zwar gerne behalten, auch mit dem Trainer habe ich mich gut verstanden“, sagt Schmidt. „Aber das Gesamtpaket plus die Chance, im Lande meines Vaters zu spielen, haben mich von den RheinStars überzeugt.“
Elijah Schmidt, Power Forward
geb. 6. November 1997
Größe: 2,04m

Stationen:
2020- 2021 Pardinyes Lleida (Spanien, LEB Silver)
2016 – 2020 Texas A&M- CC Islanders (USA, NCAA I – Southeastern)

Saison 2020/2021 – Pardinyes Lleida (inkl. Playoff)
25 Spiele, 15.4 Min pro Spiel, 5.8 Punkte, 0.5 Assists, 4.2 Rebound, Eff. 7.9

Zu Elijahs Highlightivideo aus der vergangenen Saison geht es hier

RheinStars-Kader 21/22: Vincent Golson, Yannick Kneesch, Thomas Michel, Elijah Schmidt

Foto: Pardinyes Lleida I Elijah Schmidt

 

Münster, Schwelm, Sixers, Dresden und Itzehoe weiter

In vollem Gange sind die Playoffs in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB. Allerdings haben einige positive Tests die erste Runde teilweise so verzögert, dass am kommenden Wochenende (16. bis 18. April) die Klubs in unterschiedlichen Runden aktiv sind. So befindet sich unter anderem einer der Topfavoriten auf den Aufstieg noch in Runde eins. Am Freitag und Sonntag holen die VfL SparkassenStars Bochum nach ausgestandener Quarantäne ihre ausgefallenen Spiele in der Gruppe 1 bei den ART Giants Düsseldorf und in eigener Halle gegen die Arvato College Wizards aus Karlsruhe nach. In Gruppe 2 sind die WWU Baskets Münster bereits qualifiziert als Gruppensieger. Aber auch hier steht noch eine Partie mit den TKS49ers und dem FC Bayern München II aus. In den Gruppen 3 und 4 haben sich mit den BSW Sixers, den EN Baskets Schwelm und den Itzehoe Eagles drei Nordmannschaften durchgesetzt. Aus dem Süden kommen die Dresden Titans hinzu. Die vier suchen in ihrer Viertelfinalgruppe ab dem Wochenende bereits die beiden Halbfinalteilnehmer.

Zum aktuellen Spielplan in den Playoffs geht es hier

Schafft es Tibor Pleiß mit Efes Istanbul ins Kölner Final4 ?

Wer fährt nach Köln? Die Entscheidung um den Einzug ins Final4 der Turkish Airlines EuroLeague. Ende Mai treffen sich die besten vier Teams Europas in der Lanxess Arena. Zwischen Köln und den acht für die Playoffs qualifizierten Klubs steht jetzt noch das Viertelfinale. Die Serie „best of five“ beginnt am kommenden Montag. Anadolu Efes Istanbul trifft mit dem kölschen Center Tibor Pleiß auf Real Madrid, Bayern München auf AX ARMANI EXCHANCE Milan. Die weiteren Partien: FC Barcelona vs. Zenit Petersburg, Titelverteidiger ZSKA Moskau vs. Fenerbahce Beko Istanbul.

Live im Stream verfolgt werden können die Spiele auf Magentasport (mtl. kündbar ab 16,95 Euro) oder auf euroleague.tv (mtl. kündbar ab 14,99 Euro)

Zur Euroleague kommt ihr hier

RheinStars gehen mit Anstand aus der Saison

Alle Spiele gespielt, Klasse souverän gehalten. Saison trotz Corona komplett zu Ende gebracht. Natürlich wäre bei den RheinStars zwischenzeitlich mehr möglich gewesen als Platz neun. Doch als dann am Sonntag gegen 18 Uhr die Saison für den Aufsteiger in der Nord-Gruppe der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB endlich ausgelaufen war, hielt sich das Bedauern in Grenzen. Mit 66:85 (28:41) unterlagen die Kölner beim SC Rist Wedel. In den nun anbrechenden langen Frühling und Sommer können die RheinStars die Hoffnung mitnehmen auf eine Spielzeit 21/22 mit Zuschauern, weniger Verletzungen und mehr Möglichkeiten, die etablierten Teams zu ärgern.

“Eine schwere Saison geht zu Ende”, sagt Headcoach Johannes Strasser. “Heute hatten wir nicht genug Energie und Fokus, um hier in Wedel zu bestehen. Ich habe aber auch die Möglichkeit genutzt, viel zu wechseln und allen genug Spielanteile zu geben.” Nimmt man die beiden Spiele gegen Wedel als Maßstab, dann fand die Spielzeit der RheinStars irgendwo zwischen dem 98:67-Hinspielsieg im November und der 19 Punkte-Niederlage am ersten Frühlingssonntag statt. Beim ersten Aufeinandertreffen waren die Kölner nahezu komplett angetreten. Im Rückspiel fehlte zwar wieder Marco Porcher Jimenez. Diesmal aber mit Vincent Golson, Viktor-Frankl-Maus, Tibor Taras und Andrej Mangold ein Guard-Quartett, das jeden Trainer in der ProB zufrieden stellen würde. Mindestens.

Da die Qualität des Quartetts allerdings seit Wochen bzw. Monaten schon fehlte, war das Verpassen der Playoffs im Rückblick keine wirkliche Überraschung. So bleiben Erinnerungen wie der gewonnene direkte Vergleich gegen den dominanten Tabellenführer VfL SparkassenStars Bochum, der Erfolg über den Zweiten WWU Baskets Münster sowie einige weitere gute Spiele und die Gewissheit, dass man in der ProB mithalten kann. Und obwohl die RheinStars wirklich überhaupt nix mehr erreichen konnten, fuhren sie zum Abschluss vor die Tore Hamburgs und verabschiedeten sich zumindest mit Anstand und einem trotz der Niederlage gewonnenen direkten Vergleich gegen den SC Rist Wedel.

Von Viertel zu Viertel – 1. Viertel 13:19
Die RheinStars starten zum Saisonabschluss mal komplett anders – und zwar mit Joe Koschade, Muhammed Yildiz, Karl Dia, Max Dohmen und Yannik Kneesch. Bei den Hausherren wird mit Jürgen Rich deren bester Spieler in dieser Saison Richtung Kooperationspartner Hamburg Towers und erste Liga verabschiedet. Die RheinStars spielen seriös, allerdings ohne den letzten Punch. Wie das so ist mitunter nach 400 Kilometern Anfahrt am Vormittag und frei von allen sportlichen Zielen. Nach dem ersten Viertel haben alle Kölner Akteure schon mal das Feld betreten – bis auf Roni Sijarina. Die sechs Punkte Rückstand erklären sich mit einer desaströsen Feldwurf-Quote von 20 Prozent.   

2. Viertel – 15:22
Sijarina kommt dann auch recht zügig. Und wenn sich die RheinStars im Angriff nicht eher selbst im Wege stehen würden, könnte es sogar ein siegreicher Abschluss der Saison werden. Die Kölner verteidigen ihre jungen Gegner ordentlich, haben die Sache eigentlich im Griff und liegen trotzdem bald mit 19:30, zur Halbzeit mit 28:41 hinten. Warum? Aus dem Spiel trifft eigentlich nur Max Dohmen (13 Zähler, später mit 15 Topscorer). Insgesamt liegt die Quote aus dem Feld bei 27 Prozent. Zweitbester Punktesammler ist Yannik Kneesch mit 10, davon sechs von der Freiwurflinie. Ansonsten sind die Statistiken nahezu ausgeglichen bei Rebounds, Steals und Ballverlusten. Ausnahme neben der Wurfqoute: die Norddeutschen stehen bei neun Assists, Köln bei vier. 

3. Viertel – 22:27
Die RheinStars kommen verbessert aus der Kabine, bleiben im Grunde aber weiterhin klar unter ihren Möglichkeiten – und damit ein gern gesehener Gast. 21 Prozentpunkte beträgt der Unterschied bei der Feldwurfquote (34% zu 55%). Alles andere bleibt statistisch ähnlich. So ist es kein Wunder, dass der Rückstand zwar erstmal verkürzt wird (42:50/25.), dann aber kontinuierlich wächst auf 18 Punkte nach 30 Minuten.

4. Viertel – 16:17
Nee, heute wird das nix mehr. Die zu Beginn noch recht existente Luft ist raus bei den RheinStars. Die sogenannte Garbage Time bricht an. Während sich Köln dem Saisonende entgegen sehnt, der Headcoach den jungen Spielern das Feld überlässt, nutzen die Hausherren die Gunst der Stunde. Sie verschaffen sich einen erfolgreichen Abschied aus der Saison mit dem Sprung auf den zehnten Tabellenplatz.

Viertel: 13:19, 15:22, 22:27, 16:17

Spielfilm:  7:9 (5.), 13:19 (10.), 22:30 (15.), 28:41 (20.), 42:50 (25.), 50:68 (30.), 58:79 (35.), 66:85 (40.) 

Teamstats: Köln 47% zu Wedel 63% (2er), 25%:33% (3er), 58:50 Würfe aus dem Feld, 17/27 zu 27/40 Freiwürfe, 12:14 Assists, 35:34 Rebounds (14:7 Offense), Ballverluste 21:15, Steals 7:14, Teamfouls 29:23.

RheinStars:  Yannick Kneesch (14, 6 Rebounds), Roni Sijarina, Moritz Knobloch, Thomas Michel (2), Florian Wendeler (3), Muhammed Yildiz (2), Karl Dia (8), Joe Koschade 4 Assists/6 Rebounds), Bruno Albrecht (11/2 Dreier), Bene van Laack (11/3, 4 Assists), Max Dohmen (15/2).

Die komplette Statistik gibt es hier

Topscorer Max Dohmen. Foto: Gero Müller-Laschet

 

 

 

 

 

 

 

 

 

“Wir können die Saison mit einem Sieg abschließen”

Einmal noch, dann ist es vorbei. Dann ist die erste Saison der RheinStars in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB nach der Rückkehr aus der Regionalliga Geschichte. Vor den Toren Hamburgs endet damit beim SC Rist Wedel am Sonntag (16 Uhr im Livestream) eine höchst ungewöhnliche Spielzeit. Gerne hätten die Kölner ihren Weg in der Playoff-Runde fortgesetzt. Aber die Leistungen zuletzt reichten nicht mehr zur Qualifikation – und so werden die RheinStars die Saison 20/21 auf Platz neun beenden. Egal, wie es ausgeht am Wochenende. So ist es ein Spiel, dass einfach nur gespielt werden muss. Der Vollständigkeit halber.

Aufgrund der pandemischen Lage in Deutschland und der sportlichen Situation in der ProB, dass kein Verein absteigen muss, hätten die Kölner auch gerne auf die Reise in den Norden zum aktuellen Tabellenvorletzten verzichtet. Andererseits sieht Headcoach Johannes Strasser zumindest einen positiven Aspekt. „Wir haben die Chance, unsere Saison mit einem Sieg abzuschließen.“ Aufgrund der vielen Ausfälle ist diese Erfolgs-Möglichkeit sicherlich höher einzustufen als ein ähnliches Unterfangen in den Playoffs. „Wir werden uns jetzt nochmal seriös auf den Gegner vorbereiten und dann versuchen, den Sieg zu holen.“ Damit hätten die RheinStars dann tatsächlich genau doppelt so viele Erfolge eingefahren in der Hauptrunde wie beim Abstieg aus der ProB vor zwei Jahren, nämlich zehn.

Im Hinspiel konnten sich die Kölner in ihrem dritten Saisonauftritt gegen den Kooperationspartner des Erstligisten Hamburg Towers mit 98:67 behaupten. Es fehlte zwar Marco Porcher Jimenez, dafür aber mischten Andrej Mangold (12 Punkte), Vincent Golson (11), Tibor Taras (18) und Viktor Frankl-Maus (12) entscheidend mit. Frankl-Maus verletzte sich in diesem Spiel am 21. November und fehlt seitdem. Alle anderen vorgenannten werden ebenfalls in Wedel nicht dabei sein können.

Aber auch die Gastgeber werden nicht in ihrer besten Saison-Besetzung auflaufen. So hat der ehemalige Kölner Tucker Haymond, den der SC Rist just zum Zeitpunkt des Hinspiels verpflichten, aber noch nicht einsetzen konnte, die Norddeutschen bereits wieder verlassen. Kurz nach dem Beschluss der Nichtabstiegsregelung durch die Liga verabschiedete sich der US-Amerikaner Richtung Tschechiens erste Liga. Herausragender Leistungsträger von Wedel bleibt damit Osaro Jürgen Rich, der regelmäßig auch im Towers-Kader in der easyCredit-Bundesliga auftaucht und dort seine Minuten erhält. Mit Justus Hollatz hat sich eine weiterer ursprüngliche Stammkraft der Hausherren nicht nur in der Erstliga-Mannschaft festgespielt, er hat Anfang Februar sogar sein erstes Länderspiel in der A-Nationalmannschaft bestritten.

Zum Livestream geht es hier

Viktor Frankl-Maus Foto: Gero Müller-Laschet

Kampf alleine reicht den RheinStars nicht

Die Saison der RheinStars ist entschieden. Am Samstagabend unterlagen die Kölner auch im Rückrunden-Duell Lok Bernau mit 63:70 (31:38). Aufgrund der Erfolge aller Mitkonkurrenten steht der Aufsteiger damit als Neuntplatzierter einer schwierigen Saison in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB in der Gruppe Nord fest. Somit werden die Playoffs ohne die RheinStars stattfinden. „Das ist schon ok, wir waren in den letzten Wochen einfach nicht gut genug“, sagt Manager Stephan Baeck. „Die Jungs, die auf dem Feld standen, haben gekämpft. Aber so reicht das eben nicht. Schade ist nur, dass eine Saison, die sich so vielversprechend angelassen und entwickelt hatte, dann mit einer Enttäuschung endet. Aber die Umstände waren wie sie waren.“

Auch gegen Bernau mochten die Verantwortlichen ihren Spielern keinen Vorwurf machen. „Sie haben sich reingekniet und alles versucht. Auch gegen Bernau“, sagte Headcoach Johannes Strasser. „Aber wenn dir so viele wichtige Spieler fehlen, dann fängst du das irgendwann nicht mehr auf. In den entscheidenden Moment mangelt es uns dann an Ruhe und Übersicht.“ Wie schon zuletzt fehlten mit Vincent Golson, Tibor Taras, Viktor Frankl-Maus und auch Andrej Mangold vier Spieler, die eine Mannschaft führen können. Dazu gesellte sich erneut Marco Porcher Jimenez.

Ein Spiel steht nun noch aktuell auf dem Plan, am kommenden Sonntag beim SC Rist Wedel. Im Grunde braucht das niemand mehr, denn sowohl die Kölner als auch ihr Nordkonkurrent können sich nicht mehr entscheidend verbessern. „Eigentlich war das Spiel heute wie die letzten zuvor. Wir haben uns nach einem schwierigen Start wieder ran gekämpft. Aber dann fehlt uns in der entscheidenden Phase die Kraft“, sagte der abgekämpfte Thomas Michel. „Ich hoffe, dass wir in der nächsten Saison wieder komplett spielen können, in der ASV-Sporthalle und vor Zuschauern. Das wünsche ich mir“

Von Viertel zu Viertel – 1. Viertel 8:17
Die RheinStars starten mit Bruno Albrecht, Joe Koschade, Bene van Laack, Thomas Michel und Yannik Kneesch. Von Beginn an offenbaren die Kölner Schwierigkeiten im Angriff, in der Abwehr agieren sie solide. Allerdings haben sie mit dem Innenspiel der jungen athletischen Gäste ihre Probleme – und sie kommen unter des Gegners Korb nicht zurecht. Aus der Zone gelingt kein Punkt. Nur 3 von 14 Wurfversuchen landen im Netz des Gegners.

Zweites Viertel – 23:21
Es wird nun etwas besser im Spiel der RheinStars nach vorne, dafür aber entwickelt sich Lorenz Brenneke zu einer Art Alptraum für die großen Jungs der Kölner. Der Kooperationspartner von ALBA Berlin spielt den 21 Jahre alten Power Forward immer wieder frei – und der dominiert die Bretter auf beiden Seiten. 16 Punkte und 10 Rebounds weist seine Statistik zur Pause aus. Er alleine hat mit fünf Körben aus der Nahdistanz so viele Punkte gesammelt wie alle Kölner zusammen in Korbnähe. 28 „Points in the Paint“ gelingen den Gästen bis zur Halbzeit. Den RheinStars acht. Immerhin, die Hausherren liegen trotzdem nur mit sieben Punkten hinten vor dem Seitenwechsel.

Drittes Viertel – 14:13
Mit einem 9:0-Lauf ziehen die Gäste bis zur 25. Minute auf 13 Zähler (34:47) davon. Doch wie schon in den jüngsten Wochen berappeln sich die RheinStars, kontern mit zwei Dreiern von van Laack und Koschade auf 40:47.  Vor allem aber werden sie in der Defense immer stärker und aggressiver. Aber… vorne geht weiterhin nichts. Am Ende wird Coach Strasser feststellen: „Wir holen zehn Würfe mehr aus dem Feld raus als unser Gegner, verlieren aber mit sieben Punkten. Das ist schon krass.“

Viertes Viertel – 18:19
Und wie schon bei der Niederlage in Düsseldorf melden sich die Kölner noch einmal mit einer kurzzeitigen Führung zurück: Mit einer Mischung aus guter Verteidigung (angeführt von Karl Dia und Van Laack), Wurfsicherheit von der Freiwurflinie und unbändigem Einsatz. Acht in Serie verwandelte Freiwürfe von Van Laak und Albrecht sowie ein Dreier des guten Moritz Knobloch bringen die RheinStars drei Minuten vor dem Ende mit 63:61 in Führung. Doch bevor sich die Wende im Spiel verfestigen kann, schlagen die Gäste zurück. Ein weiterer 9:0-Lauf bringt den Auswärtssieg – und gefühlt das Saisonende für die RheinStars.

Viertel: 8:17, 23:21, 14:13, 18:19

Spielfilm:  3:7 (5.), 8:17 (10.), 20:28 (15.), 31:38 (20.), 34:47 (25.), 45:51 (30.), 56:61 (35.), 63:70 (40.)

Teamstats: Köln 35% zu Bernau 64% (2er), 24%:7% (3er), 64:54 Würfe aus dem Feld, 18/25 zu 17/26 Freiwürfe, 20:13 Assists, 34:43 Rebounds (12:10 Offense), Ballverluste 18:25, Steals 8:!4, Teamfouls 20:20.

RheinStars:  Yannick Kneesch (2 Punkte), Moritz Knobloch (8/2 Dreier), Thomas Michel (7 Rebounds), Florian Wendeler (8), Muhammed Yildiz (2), Karl Dia (4), Joe Koschade (4/1, 5 Assists), Bruno Albrecht (12/2, 7 Assists), Bene van Laack (14/3, 7 Rebounds), Max Dohmen (9/1).

Die komplette Statistik kommt ihr hier

Topscorer Bene van Laack. Foto: Gero Müller-Laschet