Gut, aber noch zu fehlerbehaftet
Ein überraschend knappes Spiel an einem ungewöhnlichen Spieltag, jedenfalls für Kölner Verhältnisse. Am Karnevalssonntag unterlagen die RheinStars am 23. Spieltag der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA mit 76:79 (37:39) dem Tabellenvierten Eisbären Bremerhaven – und ärgerten sich nachher zurecht, weil mehr möglich gewesen wäre gegen den Favoriten. „Es war ein gutes Spiel von uns, auf Augenhöhe mit einer cleveren Mannschaft. In dem wir aber in den entscheidenden Momenten beinahe immer einen Fehler gemacht haben. Bremerhaven hat in diesen Phasen smarter und klüger gespielt, das war der kleine, aber feine und ausschlaggebende Unterschied“, sagte Stephan Baeck als Geschäftsführer Sport nach einem sehr unterhaltsamen Spätnachmittag vor 1.004 Zuschauern in der Motorworld.
„Wir ärgern uns heute nicht, dass wir das Spiel knapp verloren haben. Wir ärgern uns darüber, dass wir die Partie hätten gewinnen können“, sagte Jasper Günther, der gerade in der Defense zusammen mit Mike Miller immer wieder für die kölschen Chancen im Spiel gesorgt hatte. Doch in der Offense ließen die RheinStars an diesem stimmungsvollen Karnevalsspieltag zu viele Möglichkeiten aus. Wurden ihrerseits von der Eisbären aber auch gut verteidigt. Die hatten zudem das Pech zu verarbeiten, das ihr Donnerstags-Neuzugang aus der BBL, John Bryant, nicht anreisen konnte, weil sich der Center im ersten Training wohl schwer an der Achillessehne verletzt hatte. Dafür waren die herzlich begrüßten kölschen Jungs Jannis von Seckendorff und Jordan Samare dabei, die in der komplett von kölscher Musik getragenen Partie jedoch eher unauffällig agierten.
Ein Blick in die Statistik verstärkte den Ärger über eine erneut verpasste Chance des Underdogs, der auch das Hinspiel an der Nordsee nur mit zwei Punkten verloren hatte. Köln war statistisch betrachtet effektiver (95:84), holte mehr Rebounds (35:30), hatte mehr Assists (17:15), weniger Ballverluste (9:13), mehr Steals (9:5), warf aus dem Spiel heraus mehr Punkte (65:59). Und lag eigentlich nur in der eigentlich ausschlaggebenden Statistik hinten, den Gesamtpunkten.
Andererseits ist es mittlerweile bemerkenswert, dass die Kölner in den vergangenen Wochen in Zusammenarbeit mit ihren Coaches den Abstand zu den Topteams weiter verringern können. Wobei die Lücke sichtbar bleibt, denn noch ist das Spiel der RheinStars zu fehlerbehaftet. Das war beim Fünften Artland Dragons ebenso zu beobachten wie am Sonntag gegen die Eisbären als Vierten der Liga. Außerdem fehlt den RheinStars in dieser Saison oft noch das Quäntchen Biss und Entschlossenheit, um wirklich ein Teil des sicheren Mittelfelds werden zu können. So bleibt es aktuell beim Kampf um den Klassenerhalt. Wenn auch mit guten Aussichten auf Erfolg, denn der Abstand nach unten zu den beiden Abstiegsplätzen beträgt weiterhin drei Siege.
„Wir brauchen alle von Anfang an bis zum Ende wach auf dem Feld, aber das schaffen wir nicht konstant. Das fehlt den Jungs und daran werden wir weiter hart arbeiten“, bemängelte Headcoach Zoran Kukic. Anders als in der Vorwoche gegen die Uni Baskets Münster hatten die Gäste diesmal den besseren Start und holten sich mit 16:21 die ersten zehn Minuten. Die RheinStars aber arbeiteten sich vor allem dank Miller, Günther und des starken Kenny Baptiste zurück ins Spiel und lagen in der 17. Minute 35:30 vorne. Die Eisbären konterten und kamen mit einem Viertel-übergreifenden 9:0-Lauf zum 37:41 (21.). Von diesem Zeitpunkt an lagen die Mannen von Trainer Steven Esterkamp vorne. In ihrer erfolgreichsten Phase mit bis zu elf Punkten (31./55:66).
Köln aber blieb bis in die Schlusssekunden hartnäckig dran, unterstützt vom bunten, gut gelaunten und kostümierten Publikum, angetrieben von den beiden Moderatoren Amiaz und Fabrice Kao. So wurde es ein kleines, überraschend spannendes Basketballfest, dem die RheinStars nicht die Krone aufsetzen konnten. Ob nun bei 63:68 (34.), 72:76 (38.) oder 74:77 (40.) – immer wieder vermasselten die Kölner sich selbst den entscheidenden Schritt zum endgültigen Umschwung. Bremerhaven konnte sich dem Zugriff der RheinStars beständig entziehen und brachte den Auswärtssieg verdient über die Ziellinie.
Viertel: 16:21, 21:18, 18:25, 21:15
Spielfilm: 6:12 (5.), 16:21 (10.), 32:28 (15.), 37:39 (20.), 47:53 (25.), 55:64 (30.), 65:71 (35.), 76:79 (40.)
Teamstatistiken: Würfe aus dem Feld – RheinStars 30 von 63/48%, Eisbären (25/57, 44%), FW Köln 79% (11/14) zu 87% (20/23), 17:15 Assists, 35 (11 offensiv): 30 (6) Rebounds, 24:14 Fouls, 9:5 Steals, 3:3 Blocks, 9:13 Turnover.
Zum Boxscore geht es hier: https://bit.ly/4romCL5
RheinStars: Cedric Russell (4 Punkte), Zac Watson (3/1, 4 Reb.), Jasper Günther (12/3, 3 Assists), Maxi Begue (6), Haris Hujic (3/1, 3 Ass., 3 Reb), Timmy Davis, Adam Paige, Björn Rohwer (6, 2 Reb), Justin Onyejiaka, Mike Miller (13/1, 6 Ass, 7 Reb), Hall B. Elisias (13, 4 Reb), Kenny Baptiste (16, 2 Ass. 7 Reb., 2 Blocks, 3 Steals)
Foto: Gero Müller-Laschet










